Geschäftsjahr 2016

Ölpreiskrise drückt Ergebnis bei Schoeller-Bleckmann

17.03.2017 Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) spürte den anhaltenden Abschwung der Oilfield Service-Industrie und schloss das Geschäftsjahr 2016 mit einem Betriebsergebnis von fast -60 Mio. Euro ab.

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pump jack oil field

Die anhaltende Ölpreiskrise macht Schoeller-Bleckmann zu schaffen. Für 2017 erwartet das Unternehmen aber eine Markterholung. (Bild: Edelweiss – Fotolia)

„Der stärkste Abschwung seit 30 Jahren hatte unsere Branche 2016 fest im Griff. Die Marktumstände forderten tiefgreifende Maßnahmen von uns. Wir haben alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten genutzt, um die Auswirkungen der Marktlage für SBO zu dämpfen. Dennoch spiegelt sie sich klar in unserem Ergebnis wider, “ erklärt der SBO-Vorstandsvorsitzende Gerald Grohmann. „Unser Kostenmanagement ist streng und kompromisslos. Aber ebenso konsequent sind wir gleichzeitig bei unserer langfristigen Wachstumsstrategie. Mit dem Zukauf von Resource 2014 begonnen, haben wir durch die Akquisition von Downhole Technology den Aufbau unseres Well Completion-Geschäfts erfolgreich vorangetrieben. Zusammen mit unseren Projekten im Bereich Forschung und Entwicklung sind das wichtige Investitionen in die Zukunft.“

Downhole Technology ist in Houston in den USA ansässig und als technologisch führender Anbieter von „Composite Frac Plugs“ für das Komplettieren von Öl- und Gasbohrungen etabliert. Mit Downhole Technology und der zweiten Tochtergesellschaft in diesem Bereich, Resource, ist SBO bereits heute als unabhängiger Produktanbieter im Markt vertreten.

Umsatz schrumpft um 41,7 %

Der anhaltende Abschwung ließ den Umsatz 2016 um 41,7 % auf 183 Mio. Euro (2015: 313,7 Mio. Euro) zurückgehen. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrug 0,4 Mio. Euro (2015: 55,1 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung einmaliger Aufwendungen für Due Diligence und Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen von insgesamt 2,9 Mio. Euro, betrug das berichtete Ebitda -2,5 Mio. Euro (2015: 53,1 Mio. Euro). Das operative Betriebsergebnis (Ebit) vor Sondereffekten betrug -50,4 Mio. Euro (2015: 3,7 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung vorgenannter Sondereffekte sowie einmaliger Aufwendungen für Impairment von Sachanlagen und Firmenwerten von 5,1 Mio. Euro, also gesamt 8,0 Mio. Euro, betrug das berichtete Betriebsergebnis (Ebit) -58,3 Mio. Euro (2015: -22,1 Mio. Euro)

In Folge der stark reduzierten E&P-Ausgaben (2016: weltweit -27 %) der Ölunternehmen sank der Auftragseingang von SBO im Geschäftsjahr 2016 um 16,8 % auf 169,3 Mio. Euro (2015: 203,6 Mio. Euro). In der zweiten Jahreshälfte 2016 zeigte sich beim Auftragseingang ein Anstieg gegenüber den ersten beiden Quartalen. Dennoch lag der Auftragsstand zu Jahresende 2016 mit 20,5 Mio. Euro um 40,4 % unter dem Vorjahreswert (31. Dezember 2015: 34,3 Mio. Euro).

Marktentwicklung 2016 und Erwartungen für 2017

Der Ölmarkt war auch im Jahr 2016 überversorgt, über das Gesamtjahr gesehen um 0,4 Mio. bbl./d. Am 30. November 2016 einigten sich die OPEC Staaten auf eine Produktionsobergrenze von 32,5 Mio. bbl./d für die Dauer von mindestens sechs Monaten. Dies sollte zu einer beschleunigten Wiederherstellung der Balance aus Angebot und Nachfrage beitragen. Der weltweite Rig Count ging 2016 zunächst um 26 % auf 1.405 Anlagen im Mai zurück. Seit Juni stellte sich beim nordamerikanischen Rig Count eine deutliche Erholung ein. Der weltweite Rig Count lag im Dezember 2016 mit 1.772 Anlagen um 10 % unter dem Vorjahreswert (Dezember 2015: 1.969 Anlagen).

Nach zwei Jahren kontinuierlicher Einsparungen in der Industrie scheint nun endlich der Boden erreicht zu sein. Die Erwartungen für 2017 gehen vor allem für Nordamerika von einer erkennbaren Markterholung aus. International ist diese Belebung noch nicht eingetreten. Die Ausgaben für Exploration und Produktion (E&P) sollen im Jahr 2017 laut führenden Analystenhäusern weltweit um 2 %, in Nordamerika um 21 % steigen. Es wird aber noch einige Zeit benötigen, bis die in den letzten beiden Jahren aufgebauten Lagerbestände der SBO-Kunden abgebaut sind.

„Die Marktentwicklung zeigt erkennbar positive Tendenzen. SBO ist traditionell ein Spätzykliker, für uns wird 2017 somit ein Übergangsjahr“, kommentiert Grohmann. „Durch unser Engagement im Well Completion kommen wir jedenfalls näher an den Zyklus heran, als in unserem angestammten Kerngeschäft. Damit sind wir gut aufgestellt, um den nächsten Aufschwung optimal nutzen zu können.“

Ölpreis: Jahresrückblick 2016

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