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Ölpreisverfall setzt Linde im Anlagenbau-Geschäft zu

29.07.2015 Der Technologiekonzern Linde hat mit einem deutlichen Umsatzrückgang im Anlagenbaugeschäft zu kämpfen. Während die Gassparte weiter gewachsen ist und von Währungseffekten profitiert, ist der Auftragseingang im Engineering-Bereich zurückgegangen. 

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Linde-Chef Dr. Wolfgang Büchele stellte heute einen zweigeteilten Halbjahresbericht vor: Plus bei Gasen, minus im Anlagenbau (Bild: Linde)

Waren im Vorjahreszeitraum noch Aufträge im Wert von 1,058 Mrd. Euro verzeichnet worden, belief sich der Auftragseingang im ersten Halbjahr 2015 noch auf 724 Mio. Euro. Der Umsatz der Engineering Division sank in der ersten Jahreshälfte um 4,7 Prozent auf 1,351 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis lag bei 114 Mio. Euro (Vorjahr: 141 Mio. Euro). „Die Prognose für die Gases Division haben wir im Wesentlichen aufgrund von Währungskurseffekten nach oben korrigiert. Im Anlagenbau spüren wir dagegen die weltweite Zurückhaltung aufgrund des niedrigen Ölpreises“, sagt Linde-Vorstandschef Dr. Wolfgang Büchele. 

Die Prognose für den Umsatz in der Engineering Division für das Geschäftsjahr 2015 wurde deshalb nach unten korrigiert. Das Unternehmen strebt nun einen Umsatz von 2,5 bis 2,7 Mrd. Euro an (bislang: 3,0 Mrd. EUR bis 3,3 Mrd. EUR). Bei der operativen Marge rechnet Linde weiterhin damit, einen Wert von rund 8 Prozent zu erreichen.

„Die anhaltende Nachfrageschwäche bleibt auch im zweiten Halbjahr die zentrale Herausforderung. Umso wichtiger ist es jetzt, unsere Wettbewerbssituation weiterhin aktiv zu stärken“, so Büchele.

Zuwachs im Gase-Geschäft

In der Gases Division erzielte Linde beim Umsatz weiterhin Zuwächse. Während sich das vergleichbare Wachstum, also bereinigt um Währungs- und Erdgaspreiseffekte, im ersten Quartal des laufenden Jahres noch auf 1,0 Prozent belief, konnte Linde im ersten Halbjahr ein Plus von 1,9 Prozent erzielen. Diese Belebung wurde auch durch den Umsatzbeitrag eines im Februar erworbenen LPG-Geschäfts in Australien in Höhe von 36 Mio. EUR unterstützt. Auf berichteter Basis ist der Umsatz im ersten Halbjahr 2015 um 10,7 Prozent auf 7,554 Mrd. Euro gewachsen. Neben dem nach wie vor verhaltenen konjunkturellen Umfeld wirkten sich auch die derzeit niedrigen Energiekosten sowie die Beendigung von On-site-Verträgen umsatzmindernd aus. Das operative Ergebnis erhöhte sich um 12,2 Prozent auf 2,091 Mrd. Euro. Die operative Marge stieg auf 27,7 Prozent (Vj. 27,3 Prozent).

Hier finden Sie die Linde-Pressemitteilung zum Halbjahresbericht.

Gestern hatten wir über die Verschiebung von Projekten im Öl- und Gasmarkt berichtet.

Die Folgen des Ölpreisverfalls für den europäischen Anlagenbau werden auch auf dem 4. Engineering Summit Thema sein. Programm und Referentenliste finden Sie hier.

(as)

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