Grüne Chemie

Planeo-Technologie von Thyssenkrupp geht in kommerzielle Phase

15.12.2016 Um die Abhängigkeit der Industrie von Erdöl zu verringern, hat Thyssenkrupp ein eigenes Herstellungsverfahren für den Biokunststoff Polylactid (PLA) entwickelt. Nun baut das Unternehmen die erste kommerzielle Anlage auf Basis seiner patentierten Planeo-Technologie im chinesischen Changchun.

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Planeo-Technologie von Thyssenkrupp geht in kommerzielle Phase

Mit der Planeo-Technologie entstehen Produkte, die sowohl biobasiert als auch biologisch abbaubar sind. (Bild: Thyssenkrupp)

Kunde ist die COFCO Corporation, ein Lieferant von Agrarprodukten mit einem breit gefächerten Angebot von Lebensmitteln und Dienstleistungen. Nach ihrer Fertigstellung soll die Anlage, für die Thyssenkrupp das Basic Engineering sowie die wesentlichen Anlagenkomponenten liefert und die Überwachung von Bau, Montage und Inbetriebnahme übernimmt, jährlich rund 10.000 t des Biokunststoffs PLA produzieren. Die Inbetriebnahme ist für das 1. Quartal 2018 geplant.

Polyactid (PLA) ist ein zu 100% biobasierter und kompostierbarer Kunststoff, der sich unter anderem für die Verarbeitung zu Verpackungsmaterialien, Folien und technischen Kunststoffen eignet. Damit kann er herkömmliche, ölbasierte Polymere in vielen Bereichen ersetzen. Als Ausgangsstoff für die PLA-Produktion dient Milchsäure, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie Zucker, Stärke oder Cellulose gewonnen wird. Polylactid ist damit sowohl biobasiert, als auch biologisch abbaubar.

Die Planeo-Technologie zeichnet sich laut Unternehmen durch eine besonders effiziente und ressourcenschonende Umwandlung von Milchsäure zu PLA aus. Ein weiterer Vorteil sei ihre Übertragbarkeit auf Großanlagen mit Kapazitäten bis zu 300 t/d (100.000 t/a). Durch seine hohe Flexibilität ermöglicht das Verfahren die Produktion maßgeschneiderter PLA-Typen mit unterschiedlichsten Kristallisations- und Viskositätsgraden für eine Vielzahl von Anwendungen.

Sami Pelkonen, CEO der Business Unit Electrolysis & Polymers Technologies von Thyssenkrupp Industrial Solutions erklärt: „Mit unserem Verfahren wollen wir einen entscheidenden Beitrag leisten, um Biokunststoffe nachhaltig am Markt zu etablieren. So werden fossile Rohstoffe geschont und der Ausstoß von CO2 deutlich reduziert. Unseren Kunden ermöglichen wir damit, Biokunststoffe mit individuellen Eigenschaften und einer hohen Qualität zu produzieren – und das zu einem Preis, der zunehmend mit herkömmlichen petrochemischen Kunststoffen konkurrieren kann.“

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