Polyurethan-Hartschaum schützt Nord Stream-Pipeline

09.07.2010 Seit April dieses Jahres ist das erste Verlegeschiff auf der Ostsee unterwegs, um die Gasleitungen des Nord Stream-Projektes zu verlegen, die zwischen Wyborg in Russland und Greifswald in Ostdeutschland verlaufen sollen. Rund 200.000 Pipelinerohre müssen verschweißt werden, etwa 200.000 Schweißnähte gilt es in Folge dessen zu ummanteln, um sie vor Beschädigung zu schützen. Für diese Aufgabe wurde der offenzellige Polyurethan-Hartschaum Elastopor H ausgewählt.

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Polyurethan-Hartschaum schützt Nord Stream-Pipeline

Polyurethan-Hartschaum schützt Nord Stream-Pipeline. Bild: BASF

Als Konsortium aus vier Unternehmen – OAO Gazprom, BASF, E.ON Ruhrgas und N.V. Nederlandse Gasunie – will die Nord Stream AG mit ihrer Pipeline Russland und die Europäische Union durch die Ostsee verbinden. Ziel ist, Unternehmen und Privathaushalte auch in Zukunft sicher mit Erdgas zu versorgen. Für dieses Vorhaben werden die beiden Pipeline-Verlegefirmen Saipem und Allseas Group mit insgesamt drei Schiffen innerhalb der nächsten zwei Jahre zwei je 1.220 Kilometer lange Rohrstränge durch die Ostsee verlegen.

Entwickelt wurde das optimierte Elastopor H in den vergangenen zwei Jahren. Die eingesetzten Polyurethan-Systeme bestehen aus zwei flüssigen Komponenten, die vor Ort mittels spezieller Dosiermaschinen vermischt und in den Muffenhohlraum eingefüllt werden. Anschließend bildet sich aus dem Reaktionsgemisch in einer exothermen Reaktion das eigentliche Polyurethan, das mittels eines darin enthaltenen Treibmittels aufgeschäumt wird. Damit der Polyurethan-Hartschaum keinen Auftrieb erzeugt, ist er offenzellig eingestellt und saugt sich unter hydrostatischem Druck voll Wasser. Von zentraler Bedeutung beim Verlegeprozess ist eine schnelle Aushärtung, denn erst danach hält der Schaum der Belastung beim Ablassen der Pipeline ins Meer stand und kann somit die Schweißnaht der Pipeline schützen.

Im Jahr 2012 soll der volle Betrieb mit einer Gesamtkapazität von 55 Mrd. m3 Gas pro Jahr aufgenommen werden. Der Innendruck, für den die Leitungen ausgelegt sind, variiert von 220 bar in Russland bis zu 170 bar in Deutschland. Vor Inbetriebnahme wird die Pipeline mit Wasser gefüllt und muss einen Drucktest bestehen. Dieser abschließende Test wird sicherstellen, dass die Pipeline zu 100 % dicht ist und allen Sicherheitsanforderungen entspricht. Mindestens 50 Jahre lang soll die Pipeline im Einsatz sein.

 

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