Prozessautomation: Fieldbus und Hart prüfen Fusion

26.09.2013 Die Fieldbus Foundation (FF) und die Hart Communication Foundation (HCF) haben heute bekannt gegeben, dass sie sich in Gesprächen über die Zusammenführung beider Stiftungen zu einer einzigen Organisation befinden, die die Anforderungen an die Feldgerätekommunikation für Prozessautomatisierung vertritt.

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Prozessautomation: Fieldbus und Hart prüfen Fusion

Die Fieldbus Foundation und die Hart Communication Foundation haben einen Prozess initiiert, der eine Fusion beider Organsationen prüft (Bild: Zothen-Fotolia)

Beide Organisationen haben eine Absichtserklärung über die mögliche Fusion unterzeichnet. Die beabsichtigte Fusion befindet sich in der Prüfungsphase.

Die Vorsitzenden der beiden Organisationen – Dr. Gunther Kegel von der FF und Mark Schumacher von HCF – haben dazu im Namen ihrer Vorstände (Board of Directors) folgende Erklärung abgegeben: „Wir glauben, dass die Kombination der Ressourcen und Fähigkeiten unserer Stiftungen zusammengeführt in einer einzigen Organisation erhebliche Vorteile für Endnutzer und Gerätehersteller bieten wird. Für die Endanwender würde eine gemeinsame Organisation, die die Stärke der Fieldbus Foundation und der Hart Communication Foundation vereint, eine umfassende Lösung bieten, die jeden erdenklichen Aspekt der Feldkommunikation und des intelligenten Feldgerätemanagements für die Prozessindustrie abdeckt. Für die Gerätehersteller würde eine gemeinsame Organisation eine effizientere Ressourcennutzung schaffen, einheitlichere Prozesse und Verfahren sowie deutliche Verbesserungen beim Service und Support bei den Mitgliedern.“

FF und HCF haben in der Vergangenheit häufig zusammen gearbeitet und blicken auf eine langjährige Kooperation zurück. Zum Beispiel arbeiteten die beiden Organisationen gemeinsam an der Entwicklung gemeinsamer internationaler Standards wie Electronic Device Description Language (EDDL) und in jüngster Zeit an der Entwicklung der Field Device Integration (FDI)-Spezifikation. Der Zusammenschluss bietet erhebliche Potenziale, um viele Aspekte der beiden Protokolle zu harmonisieren. Das würde es für die Anwender und Hersteller wesentlich einfacher machen, diese Technik zu implementieren und die Vorteile beider Kommunikationstechniken bei Anlagenbetrieb und Analgenwartungen nutzen zu können.

Bis Mitte des Jahres 2014 könnten alle Schritte auf dem Weg zu einer Fusion beider Organisationen durchlaufen sein, heißt es in einem zusätzlichen Papier beider Organisationen mit häufig gestellten Fragen (FAQ). Darin werden auch die Ziele einer fusionierten Organisation genannt: Zusammenarbeit bei neuen und bestehenden Technologien, Einheitliche Marketingstrategie zur Förderung der umfassenden Verwendung von digitalen Geräten, optimierte Produkte und Dienstleistungen sowie ein erhöhter Marktanteil digitaler Feldgeräte am gesamten Gerätemarkt.

Zudem wird in diesem FAQ-Papier klargestellt, dass sowohl die Spezifikationen von Foundation Fieldbus als auch von Hart weiterhin bestehen bleiben und separat weiterentwickelt werden. Jedes Protokoll würde seinen eigenen Markennamen sowie seine Warenzeichen, Patente und Urheberrechte beibehalten. FDI würde weiterhin als heute einziges Verfahren zur Integration intelligenter Geräte unterstützt werden. Die Wireless-Strategien, die heute in beiden Organisationen vorhanden sind, würden auch weiterhin unterstützt werden.

Weblink zum Thema
Beide Organisationen haben ein zusätzliches Papier erstellt, das häufig gestellte Fragen (FAQ) zu einer möglichen Fusion beantwortet. Sie können dieses Dokument in deutscher Sprache auf der Internetseite der Fieldbus Foundation (Region EMEA, deutsch, Presse) oder direkt hier einsehen.

(dw)

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