Boxenstopp für den Überspannungsschutz

Prüfen von steckbaren Überspannungsschutz-Geräten

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29.10.2015 Eine hohe Anlagenverfügbarkeit steht über allem. Um diese erreichen zu können, müssen Betreiber ihre elektrischen Anlagen regelmäßig inspizieren und warten – abhängig vom jeweiligen Typ einer Anlage ist dies ohnehin von Gesetzgebern, Aufsichtsbehörden, Berufsgenossenschaften usw. vorgeschrieben. Hierzu gehört auch das regelmäßige Prüfen und Warten von Blitzschutz-Systemen, bestehend aus äußerem und innerem Blitzschutz.

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Entscheider-Facts Für Betreiber


  • Überspannungsschutz-Geräte liefern einen wichtigen Beitrag zum kontinuierlichen und störungsfreien Betrieb von Anlagen. Für eine zuverlässige Beurteilung der Funktionstüchtigkeit von Überspannungsschutz-Geräten ist eine elektrische Prüfung erforderlich.
  • Mit dem Prüfgerät des Herstellers können Anwender steckbare Überspannungsschutz-Geräte umfassend prüfen und die Ergebnisse normgerecht dokumentieren. Defekte oder vorgeschädigte Geräte können sie so erkennen und vorbeugend austauschen.

Für das fachgerechte Prüfen von Blitzschutz-Systemen sind allerdings besondere Kenntnisse erforderlich. Deshalb wird in der DIN EN 62305-3 gefordert, dass diese Prüfung durch eine sogenannte Blitzschutz-Fachkraft erfolgt.

Prüfung, Dokumentation und Wartung
Das regelmäßige Warten von Blitzschutz-Systemen (DIN EN 62305-3 Anhang E.7.3) soll sicherstellen, dass es im Laufe der Zeit nicht zu einer Verschlechterung der Eigenschaften eines Blitzschutz-Systems kommt. Die Kontrolle der Bestandteile eines inneren Blitzschutz-Systems erfolgt – soweit möglich – durch eine Sichtprüfung. Viele Überspannungsschutz-Geräte sind mit einer Funktionsanzeige ausgestattet – Überspannungsschutz-Geräte ohne Funktionsanzeige müssen Betreiber gemäß DIN EN 62305-3 Anhang E vorzugsweise unter Anwendung der Bedienungsanleitung oder unter Verwendung der Ausrüstung des Herstellers überprüfen. Für die Prüfung des Blitzschutz-Systems muss außerdem ein Prüfbericht erstellt werden. Wichtig ist hier anzumerken, dass eine Sichtprüfung alleine keine umfassenden Aussagen über den Zustand oder über die Alterung von Überspannungsschutz-Geräten zulässt. Auch die Aussagekraft einer Funktionsanzeige hängt stark von ihrer Art ab. Das Beispiel der thermischen Überwachung von Varistoren soll dies nachfolgend erläutern.

Erkennen von Leckströmen
Das thermische Überwachen von Varistoren beruht auf dem Umstand, dass diese bei Vorschädigung oder Alterung Leckströme durchlassen können, die zu einer Erwärmung des Varistors führen können. Voraussetzung für Leckströme ist jedoch eine hinreichend hohe Spannung. Fehlt diese, kann es nicht zu einer durch Leckströme bedingten Erwärmung kommen, und eine thermische Überwachungseinrichtung kann somit auch keinen Fehlerzustand erkennen. Um eine zuverlässige Aussage über den Zustand von Überspannungsschutz-Geräten treffen zu können, ist eine elektrische Prüfung von Überspannungsschutz-Geräten erforderlich, die alle relevanten Komponenten der Geräte testet. Bei dieser elektrischen Prüfung – der sogenannten Hochspannungsprüfung – wird die Prüfspannung so gewählt, dass das zu prüfende Überspannungsschutz-Gerät leitfähig wird. Die so ermittelten Messergebnisse werden danach mit Referenzwerten verglichen und bewertet. Bei Überspannungsschutz-Komponenten mit schaltender Charakteristik – etwa Funkenstrecken und gasgefüllte Überspannungsableiter – kommt die Ermittlung der sogenannten Ansprechspannung hinzu. Bei Überspannungsschutz-Komponenten mit kontinuierlicher Kennlinie erfolgt die Bestimmung der Restspannung bei einem Konstantstrom von 1 mA. Mehrstufige Überspannungsschutz-Geräte mit Entkopplungswiderständen sollten so aufgebaut sein, dass es möglich ist, auch die Entkopplungswiderstände mit zu prüfen.

Heftausgabe: November 2015
Seite:
Holger Heckler, Produktmanager, Blitz-und Überspannungsschutz Trabtech, Phoenix Contact

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Holger Heckler, Produktmanager, Blitz-und Überspannungsschutz Trabtech, Phoenix Contact

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