Herausforderung gemeistert

Pulverförderung und -dosierung in einem Schritt

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19.03.2014 Beim Um- und Abfüllen von Pulvern in der chemischen und pharmazeutischen Industrie stehen Betreiber vor großen Herausforderungen: Verschiedene Faktoren wie Containment, Platzbedarf, Fließfähigkeit des Produkts oder hohe Abfüllgenauigkeit müssen bei der Anlagenplanung berücksichtigt werden. Dabei sollen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften strikt eingehalten, anspruchsvollen Produktionsstandards gerecht sowie die Senkung der Kosten gewährleistet werden.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Dank aktiver Pulverförderung durch das pneumatische PTS kann auf Schwerkraft verzichtet, somit Höhe eingespart und Pulver über eine längere Distanz horizontal gefördert werden.
  • Beim Kombi-System PTS-Dosivalve dient der Körper selbst als Pufferbehälter. Das System wurde konzipiert, um auch nicht fließende Produkte, die zu Brücken oder Verfestigung neigen, präzise dosieren zu können.
  • Kreuzkontamination kann beim Produktwechsel durch eine einfache automatisierte Systemreinigung (CIP/SIP) ausgeschlossen werden.

Jetzt wurde ein Dosiersystem entwickelt, das – kombiniert mit dem Pulverförderer PTS – eine präzise und flexible Lösung für diese Aufgabenstellung darstellt.

Schonend fördern
Dank aktiver Pulverförderung durch das pneumatische PTS kann auf Schwerkraft verzichtet, somit Höhe eingespart und Pulver über eine längere Distanz horizontal gefördert werden. Das Produkt fließt in Pfropfen, in hohem Verhältnis von der Produkt- zur Luftmenge (hohe Beladung) und dementsprechend mit geringer Fördergeschwindigkeit (< 10m/s); es handelt sich hierbei um die sogenannte Dichtstromförderung. Diese Förderart ist nicht nur besonders produktschonend, sondern auch verschleißärmer als beispielsweise die Flugförderung mit viel höherer Fördergeschwindigkeit. Die Produktleitungen werden bei stark abreibenden Produkten deutlich weniger belastet.
Das PTS-Fördersystem saugt das Produkt durch Vakuumanwendung in seine Kammer an. Während dieser Ansaugphase wird das Pulver vom Fördergas durch eine effiziente Filtermembran getrennt und schließlich unter Einsatz von Druck direkt in das anschließende Dosiersystem Dosivalve entleert. Dabei wird der Filter während der Entleerphase durch die in entgegengesetzte Druckanwendung jedes Mal abgereinigt. Dies gewährleistet eine optimale Förderkapazität ohne Verstopfen des Filters gerade auch bei sehr feinen oder feucht-klebrigen Pulvern.
Das Fördersystem kommt effizient zum Fördern von sogenannten schwierigen Produkten zum Einsatz, zum Beispiel kohäsive, toxische, hygroskopische oder auch explosionsfähige Pulver (< 1mJ). Es gewährleistet hohes Containment und ermöglicht es, die Produktion zu erhöhen, indem einzelne Prozessschritte miteinander verbunden werden können. Besonders vorteilhaft stellt sich der Einsatz bei der Reaktorbeschickung unter Ausschluss von Sauerstoffatmosphäre und Lösungsmittelpräsenz heraus. Kombiniertes Förder- und Dosiersystem
In der Regel werden Pulver oftmals zuerst in Pufferbehälter gefördert und danach mit üblichen Dosiergeräten wie Schleusen oder Schnecken dosiert. Beim PTS-Dosivalve-Kombisystem dient der Körper selbst als Pufferbehälter. Das System wurde speziell konzipiert, um auch nicht fließende Produkte, die zu Brücken oder Verfestigung neigen, präzise dosieren zu können.
Der Pulverdurchlass im Dosivalve wird durch einen pneumatisch angetriebenen Kolben gesteuert. Geschwindigkeit, Präzision und Dosiergewicht können dabei individuell konfiguriert werden.  
Das System aus Edelstahl steht in verschiedenen Größen zur Verfügung und bietet eine kostengünstige, leicht integrierbare Variante zu herkömmlichen Dosierorganen mit den folgenden Hauptvorteilen:

  • präzises Dosieren,
  • Ab- oder Umfüllen unter inerten Bedingungen,
  • Ex-Schutz,
  • platzsparend und flexibel einsetzbar,
  • geschlossene, automatisierte Handhabung sowie
  • einfache Reinigung (CIP/SIP).

Geringer Wartungsaufwand
Kreuzkontamination kann beim Produktwechsel durch eine einfache automatisierte Systemreinigung (CIP/SIP) ausgeschlossen werden.
Anstatt Pulver wird Reinigungsflüssigkeit angesaugt. Sobald das System vollständig mit Flüssigkeit gefüllt ist, stoppt ein optional erhältlicher Flüssigkeitsabschneider den Einfüllvorgang automatisch. Die Filtermembran wird dabei gründlich gereinigt. Reinigung und Trocknung des Systems geschehen automatisch, ohne dass das Gerät vorher abgebaut werden muss.
Für Betreiber von pharmazeutischen und chemischen Anlagen ist der Umgang mit Granulaten und Pulvern alltäglich. Deren Anforderungen wandeln sich jedoch ständig. Die Auswahl geeigneter Systemlösungen ist unabdingbar. So vielförmig die verschiedenen Prozessbedingungen sind, so vielseitig ist die Anwendbarkeit des PTS-Systems mit integriertem Dosivalve im Umfüll- und Abfüllbereich.

Hier erfahren Sie mehr über das Fördern und Dosieren von Pulvern.

CH2014

Heftausgabe: April 2014
Gabriela Mikhaiel, Dec Group

Über den Autor

Gabriela Mikhaiel, Dec Group
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