Staub gebannt, Gefahr gebannt

Pulverhandling im Pharmabereich

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01.10.2013 Dem korrekten Feststoff-Handling kommt gerade beim Herstellen und Verarbeiten von pharmazeutischen Produkten eine enorme Bedeutung zu. Dies betrifft alle Stufen der Prozesskette. Schon beim Handhaben der „Active Ingredients“ in der Wirkstoffherstellung, wo Betreiber beispielsweise Reaktoren und Rührkessel mit hochpotenten Pulvern beschicken müssen, empfiehlt sich der Einsatz von geschlossenen Vakuumfördersystemen. Darüber hinaus ermöglichen Vakuumförderer dem Anwender auch bei allen weiteren Verfahrensschritten, bis hin zum Transport der fertigen Tabletten und Kapseln, eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten.

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Entscheider-Facts Für Betreiber


  • Es gelangt kein Staub nach außen, so dass der Anwender seine Produktionsbereiche einfach sauber halten kann.
  • Vakuumförderer sind einfach zu zerlegen und zu reinigen, so dass auch häufige Produktwechsel möglich sind.
  • Das System kann selbst Pulvergemische transportieren,
  • ohne dass es dabei zu Entmischungen kommt.
Hier gelangen Sie auf die Homepage des Herstellers. Weitere Beiträge zum Thema Vakuumtechniik finden Sie hier.

Anwenderschutz durch Unterdruck
Rottendorf ist ein weltweit tätiges, unabhängiges Dienstleistungsunternehmen, das sich mit dem Entwickeln, Herstellen und Verpacken von pharmazeutischen Produkten in fester Darreichungsform beschäftigt. In der Produktion laufen alle Herstellungsschritte in separaten Räumen ab. Dies gilt insbesondere für Produkte mit hochwirksamen Stoffen, beispielsweise Tamoxifen, Flutamid oder Clomifen. Dieser Fertigungsbereich ist räumlich getrennt mit separaten Zugängen, eigener Lüftungsanlage (100 % Zuluft und Abluft), Personalschleusen und angeschlossenem Labor. Für das Beschicken und Entleeren in den unterschiedlichen Herstellungsschritten kommen Vakuumförderer zum Einsatz. Dabei ermöglichen die Zuführsysteme nicht nur den Transport der Pulver und Granulate von A nach B, sie eliminieren auch aktiv Produktkontaminationen, da sie als geschlossene Systeme arbeiten. Durch den herrschenden Unterdruck gelangt kein Staub nach außen, so dass der Anwender seine Produktionsbereiche einfach sauber halten kann und das Personal den Wirkstoffen nicht ausgesetzt ist. Im Gegensatz zu mechanischen Methoden, beispielsweise Förderschnecken, sind Vakuumförderer einfach zu Zerlegen und zu Reinigen, so dass auch häufige Produktwechsel ohne Weiteres möglich sind. Im Alltag hat sich gezeigt, dass nur ein modularer Aufbau bei der Vielzahl der unterschiedlichen Anwendungen zu wirklichen Verbesserungen im Materialfluss führt. Entscheidende Faktoren sind dabei unter anderem die richtige Wahl der Vakuumpumpe, des Abscheiders, der Filter und der Armaturen. Vakuumförderer aus dem Hause Volkmann zeigen in diesen Punkten Unterschiede zu herkömmlichen Saugförderern, so dass bei der Firma Rottendorf die Wahl auf diese Systeme fiel, obwohl vorher andere Fabrikate zum Einsatz kamen. Zusätzlich wurde die Entscheidung durch die positiven Erfahrungen eines anderen pharmazeutischen Herstellers unterstützt.

Tablettenpressen beschicken
Im Fallbeispiel ersetzte der Betreiber ein vorhandenes Saugfördersystem durch einen PPC (Pneumatic Pharma Conveyor). Neben Verbesserungen in puncto Montage/Demontage erzielt dieser Förderer gleichzeitig die gewünschte Erhöhung der Förderleistung auf bis zu 800 kg/h. Der Vakuumförderer übernimmt hier die Aufgabe des automatischen Produktzuführens zur Tablettenpresse. Darüber hinaus ermöglicht eine Füllstandregelung, dass sich immer der nötige Produktvorrat oberhalb der Tablettenpresse befindet. Umfangreiche Untersuchungen im Technikum des Herstellers und bei pharmazeutischen Unternehmen haben gezeigt, dass die Vakuumförderer selbst Pulvergemische transportieren können, ohne dass es dabei zu Entmischungen kommt. Außerdem erspart der Vakuumförderer das aufwendige und platzraubende Handling mit großen Containern, die zusätzlich durch die stark schwankende Höhe der Produktsäule zu Qualitätsunterschieden bei der Verpressung führen. Der Vakuumförderer mit Füllstandsregelung ermöglicht ein konstantes Pulverniveau oberhalb der Tablettenpresse. Neben der richtigen Konfiguration des Vakuumförderers für die jeweilige Förderaufgabe gewinnt gerade im Pharmabereich die Dokumentation an Bedeutung. Dazu vermerkt Antonius Piekenbrink, zuständig für den Werkstattbereich und die Instandhaltung bei Rottendorf: „Neben den guten Erfahrungen, die wir bei der Förderung und der einfachen Handhabung gemacht haben, ist auch die Dokumentation vorbildlich“. Wenn dies gewünscht wird, erstellt der Hersteller ein Angebot, das die vollständige IQ/OQ-Dokumentation (Installation & Operation Qualification) inklusive der nötigen Tests, beispielsweise FAT (Factory Acceptance Test) und SAT (Site Acceptance Test), beinhaltet.

Trockner-Bleche entleeren
Der Pharmahersteller Rottendorf trocknet unter anderem pharmazeutische Feststoffe auf Blechen. Das Pulver muss der Betreiber im nachfolgenden Schritt einer Mühle zuführen. Vor dem Einsatz der Vakuumförderer musste das Personal die Bleche hierzu aufwendig anheben und durch Kippen und Schütten manuell entleeren. Dies führte zwangsläufig zur Staubentwicklung. Ziel war es, den dadurch bedingten Produktverlust zu eliminieren und damit auch Belastungen für Mitarbeiter wie auch die Umgebung zu reduzieren. Zur Lösung dieses Problems zog der Betreiber zunächst einen Blechkipper in Erwägung, jedoch benötigen diese Geräte viel Platz und bringen keinen Zeitvorteil. Da schon positive Erfahrungen bei der Tablettenpressen-Beschickung vorlagen, entschied sich das Unternehmen für ein Absaug- und Zuführsystem: Die Anwendung saugt das Pulver von den Blechoberflächen  und transportiert es durch eine Vakuumleitung direkt in die Trockenvermahlung. Dazu Norbert Göbel, Head of Department Dispensary, Granulation & Blending bei Rottendorf: „Wir konnten unser Ziel  erreichen: Die Staubbelastung im Bereich Vermahlung ist deutlich zurückgegangen.“ Diese Beispiele zeigen, dass es für die Anwendung der Vakuumfördertechnik noch zahlreiche weitere Bereiche gibt. Sie zeigen aber auch, dass sich diese Anwendungsfelder nur erschließen lassen, wenn der Hersteller der Fördersysteme auf eine breite Komponentenbasis zurückgreifen kann und über geschultes und erfahrenes Personal verfügt, welches die Bausteine richtig miteinander verbindet. Empfehlenswert sind Vakuumförderversuche im Technikum des Herstellers. Nicht nur für Versuche mit verschiedenen Schüttgütern, sondern auch um sich ein Bild von der Flexibilität der Fertigung bei Anpassungen und Sonderlösungen zu machen. So bleiben die Anwendungen nicht nur auf Pulver und Granulate beschränkt: Durch bestimmte konstruktive Maßnahmen eignen sich die Vakuumförderer auch für den Transport von fertigen Tabletten, Kapseln und Dragees. Im Fall Rottendorf setzt der Pharmaproduzent aufgrund der positiven Erfahrungen die Vakuumförderer inzwischen auch im Werk Valenciennes, Frankreich, ein.

Heftausgabe: Oktober 2013
Thomas Ramme,  Sales Manager bei Volkmann

Über den Autor

Thomas Ramme, Sales Manager bei Volkmann

Thomas Ramme, Sales Manager bei Volkmann

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