Im Dialog zu besseren Pumpen

Pumpenentwickler und -anwender auf der 3. Internationalen Rotating Equipment Conference

01.08.2016 Pumpen und Kompressoren stehen im Mittelpunkt der International Rotating Equipment Conference, die im September in Düsseldorf stattfindet. Im CT-Interview erläutert Dr. Sönke Brodersen, Vorsitzender des VDMA Fachverbands Pumpen+Systeme und Global Executive Officer Technology bei KSB, die Schwerpunkte der Konferenz sowie aktuelle Herausforderungen.

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Bild: Xaver Klaussner – Fotolia

Mit dem Laufrad im Hamsterrad: Dass Pumpen immer besser werden, ist die Folge ständiger Entwicklungsanstrengungen der Hersteller sowie der Forschung. Und nicht zuletzt die steigenden Effizienzanforderungen der Politik treiben die Pumpenentwickler ständig zu neuen Hochleistungen an. Auf der Internationalen Rotating Equipment Conference, die im September in Düsseldorf stattfinden wird, werden diese Themen intensiv diskutiert werden.
Die „3rd International Rotating Equipment Conference – Pumps, Compressors and Vacuum Technology“ wird von den VDMA-Fachverbänden Pumpen+Systeme sowie Kompressoren, Druckluft- und Vakuumtechnik organisiert. Die Veranstaltung findet vom 14. bis 15. September 2016 im Düsseldorfer Kongresszentrum statt und vereint drei Foren unter einem Dach: das Internationale Pumpen-Anwenderforum, das Internationale Kompressoren-Anwenderforum und die EFRC-Konferenz (European Forum for Reciprocating Compressors).
Die Vorträge der International Rotating Equipment Conference ermöglichen es Herstellern, ihre Sachkenntnisse und Erfahrungen mit den Besuchern zu teilen, und die Vortragenden gehen direkt auf Anwenderfragen ein. Das detaillierte Programm mit den Vortragstiteln ist auf der Konferenzwebsite eingestellt.
Neben der technischen Fachausstellung gibt es auf der Grundlage technischer Papers Präsentationen und Diskussionen zu neuen Entwicklungen. Zudem werden neue Lösungen und Anwendungen vorgestellt sowie Ideen zur Kosteneinsparung und zur verbesserten Kommunikation zwischen Anwender und Hersteller. 1608ct908

 

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Dr. Sönke Brodersen, Vorsitzender des VDMA Fachverbands Pumpen+Systeme und Global Executive Officer Technology bei KSB, „Die niedrigen Öl- und Gaspreise und die im Umbruch befindliche Energiewirtschaft haben das Pumpengeschäft in diesen Marktsegmenten stark einbrechen lassen. Dennoch verzeichnen wir auf unserer Konferenz Interesse an diesen Themen.“

INTERVIEW mit Dr. Sönke Brodersen
„Synergien für Teilnehmer und Organisatoren“

CT: Die International Rotating Equipment Conference wird im September zum dritten Mal stattfinden. Konnten Sie zuletzt die gewünschten Synergien bei den unterschiedlichen Themen Pumpen, Verdichter und Kolbenkompressoren finden?
Brodersen: Ja, denn die Synergien liegen auf der Hand. Mit der „International Rotating Equipment Conference“ folgen wir dem schon etwas länger beobachteten Markttrend bzw. der betrieblichen Praxis, dass Unternehmen häufig Arbeitsteams rund um das gesamte „Rotating Equipment“ bilden, weil die Produktgruppen Pumpen und Kompressoren dicht beieinander liegen. Diesen Trend greifen wir mit dem von uns gewählten gemeinsamen Kommunikationsrahmen für die drei eigenständigen Foren für Pumpen, Kompressoren und Kolbenkompressoren auf. Auch für unsere nunmehr dritte „International Rotating Equipment Conference“ gibt es folglich nur einen Call for Papers, eine Programmbroschüre, gemeinsame Werbung und eine Website: Synergien für Teilnehmer und Organisatoren in inhaltlicher und organisatorischer Hinsicht. Eingesparte Kosten können wir an die Teilnehmer in Form attraktiver Konditionen und Angebote weitergeben.

CT: Auf der letzten Introequipcon standen unter anderen die Themen Energieeffizienz sowie Lösungen für die Öl- und Gasindustrie im Mittelpunkt. Wo sehen Sie in diesem Jahr die Schwerpunkte?
Brodersen: Die Themen Energieeffizienz sowie Lösungen für die Öl- und Gasindustrie werden auch bei dieser Konferenz behandelt. Allerdings hat sich die Gewichtung etwas verschoben. In diesem Jahr gehen wir von den Themen her mehr in die Breite. Dies lässt sich auch anhand der Überschriften der auf der Konferenz gehaltenen Themenblöcke, den sogenannten „Sessions” ablesen: Acoustics and Vibration, Bearing and Seals, Cavitation, Condition Monitoring and Diagnostics, Design
Methods, Eco Design Challenges, Energy Efficiency in Compressed Air Systems, Energy Savings, Explosion Protection, Liquified Gas, Materials, Oil & Gas/Petrochemical, Reliability and Maintenance, und Waste Water. Das Programm spiegelt die gesamte Bandbreite der aktuellen Themen wider.

CT: Seit zwei Jahren sind Öl- und Gaspreise im Sinkflug, und auch die Energiewirtschaft ist in Europa im Umbruch. Wie wirkt sich das auf die Pumpenindustrie aus und welche Auswirkungen hat das auf die Konferenz und das inhaltliche Programm?
Brodersen: Die niedrigen Öl- und Gaspreise und die im Umbruch befindliche Energiewirtschaft haben das Pumpengeschäft in diesen Marktsegmenten stark einbrechen lassen. Dennoch verzeichnen wir auf unserer Konferenz Interesse an diesen Themen,
was sich in den Programminhalten spiegelt. Ergänzend legen wir den Fokus auf Produktentwicklung/-anwendung. Dabei steht die Weiterentwicklung des Produkts Pumpe bzw. Kompressor im Mittelpunkt, insbesondere die Verbesserung der Verfügbarkeit.

CT: Die Ökodesign-Richtlinie der EU bleibt für die Branche ein Dauerbrenner. Welche Aspekte beschäftigen Sie am meisten und was ist dazu auf der Konferenz zu erwarten?
Brodersen: Die Ökodesign-Richtlinie der EU ist und bleibt Dauerthema für unsere Branche. Als Branche verfolgen wir bei der Überarbeitung der Ökodesign-Richtlinie den erweiterten Produktansatz, d. h. die energetische Bewertung des Gesamtaggregats, bestehend aus Pumpe, Motor und Regelung bzw. Steuerung. Dabei ist zu beachten, dass die Ökodesign-Richtlinie lediglich Ziele vorgibt. Erst mit Verordnungen und den sie begleitenden europäischen Normen werden Grenzwerte und Wege ihrer Einhaltung beschrieben. Dies erweist sich im konkreten Anwendungsfall dann doch als recht schwierig. Gegenwärtig haben wir nur für Heizungs- und Wasserpumpen konkrete Verordnungen. Alle anderen möglichen Verordnungen, wie z. B. für Abwasser- oder Schwimmbadpumpen sind derzeit noch in Diskussion bzw. Abstimmung. Je vielfältiger die Prozesse sind, wie z. B. in der chemischen Industrie, desto schwerer wird man sich jedoch innerhalb der Ökodesign-Richtlinie tun, belastbare Ansätze zu finden. Insbesondere auch, weil es Zielkonflikte gibt wie Energieeffizienz und Verfügbarkeit: Um z. B. im Bereich der Abwasserpumpen Verstopfungen und damit den Ausfall der Pumpe zu vermeiden, setzt man im Zulauf von Kläranlagen beispielsweise Pumpen mit offenem Laufrad ein, die zwar im Vergleich zu Klarwasserpumpen einen schlechteren Wirkungsgrad haben, aber dafür wenig anfällig für Verstopfungen sind. Auch in unserem Programm sind Energieeffizienz und Verfügbarkeit von Pumpensystemen zentrale Themen.

Ausführliche Informationen zur 3. International Rotating Equipment Conference

Zum Interview mit Alexander Peters und Dr. René Peters zum Kongress Introequipcon

 

Heftausgabe: August 2016

Über den Autor

Die Fragen im Interview mit Dr. Sönke Brodersen stellte Armin Scheuermann, Chefredakteur der CHEMIE TECHNIK
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