Jahresergebnis 2016

R. Stahl trotzt rückläufigem Umsatz

21.04.2017 Der Ex-Schutz-Spezialist R. Stahl hat im vergangenen Jahr seine „Profitabilität in schwierigem Marktumfeld erfolgreich verteidigt“. Trotz fallender Umsätze und geringerem Auftragseingang stieg das Jahresergebnis deutlich an.

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Moderne LED-Technik zur Ausleuchtung von Industrieanlagen muss effizient und temperaturbeständig sein. Bild: R. Stahl

R. Stahl hat die widrige Marktsituation im Jahr 2016 ausgehalten und das Jahresergebnis trotz rückläufiger Umsätze deutlich verbessert. (Bild: R. Stahl)

Grund für die Schwierigkeiten am Markt war der massive Verfall des Ölpreises und die damit verbundene geringere Nachfrage aus dem Öl- und Gassektor. Zu Beginn des Jahres hatten Öl- und Gasförderer ihre Investitionen nahezu vollständig gestoppt. Dieser Schwund in der Hauptabnehmerbranche von R. Stahl führte insgesamt dazu, dass der Auftragseingang um 10,8 % gegenüber dem Vorjahr auf 282,9 Mio. Euro (2015: 317,3 Mio. Euro) und der Umsatz um 8,4 % auf 286,6 Mio. Euro (2015: 312,9 Mio. Euro) zurückgingen. Währenddessen erhöhte sich das EBIT um mehr als das Doppelte auf 8,8 Mio. Euro(2015: 3,9 Mio. Euro). Analog hierzu verbesserten sich das Ergebnis vor Steuern (EBT) deutlich auf 5,9 Mio. Euro (2015: 0,7 Mio. Euro) und das Jahresergebnis auf 4,2 Mio. Euro(2015: -0,1 Mio. Euro). Aufgrund der Jahreszahlen schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der am 02. Juni 2017 stattfindenden Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2016 eine Dividendenzahlung von unverändert 0,60 Euro je stimmberechtigter Aktie vor.

Nachfrageschwäche der Öl- und Gasindustrie

Besonders stark sank der Auftragseingang in den Regionen Asien/Pazifik (-21,5 %), Amerika (-19,1 %) und Deutschland  (-10,4 %). In Asien und Amerika wirkte sich hier besonders die Investitionszurückhaltung im Öl- und Gas-Upstream-Bereich aus. Bedingt durch den hohen Preisdruck in der Öl- und Gasindustrie wurden vor allem größere Projekte im Downstream-Bereich mehrfach aufgeschoben. Bedingt durch die verminderten Auftragseingänge im Jahr 2016 sanken auch die Umsätze des Konzerns. Neben Mengen- und Preisrückgängen und einem geänderten Produktmix dämpften auch nachteilige Veränderungen bei Wechselkursen die Umsatzentwicklung. In Deutschland ließ sich die Nachfrageschwäche der Öl- und Gasindustrie durch Umsätze in anderen Industrien teilweise kompensieren. Dennoch  fiel der Umsatz im Jahr 2016 um 4,7 %.

In Afrika und Europa (ohne Deutschland) stieg der Umsatz um 6,1 % auf 131,9 Mio. Euro(2015: 124,4 Mio. Euro). Während der Beitrag der skandinavischen Länder aufgrund hoher Förderkosten im Nordseeraum spürbar nachgab, wuchsen die Umsätze in anderen Ländern dieser Region durch die Auslieferung umfangreicher langläufiger Projekte. In Amerika fiel der Umsatz dagegen regional am stärksten und verringerte sich um 27,1 % auf 35,8 Mio. Euro(2015: 49,1 Mio. Euro). Der massive Rückgang der Bohraktivitäten im Jahresverlauf und das zunehmende Übergreifen der Investitionszurückhaltung auf die von der Öl- und Gasindustrie abhängenden Industriezweige beeinträchtige das Geschäft erheblich. Ebenfalls deutlich rückläufig war der Umsatz im Geschäftsjahr 2016 in der Region Asien/Pazifik. Nach zuletzt deutlichem Wachstum im Vorjahr war hier im Jahr 2016 ein Rückgang um 23,3 % auf 57,6 Mio. Euro zu verzeichnen (2015: 75,1 Mio. Euro).

Weiteres Wachstum trotz angespannter Situation

Auch für zukünftiges Wachstum sieht R. Stahl die Rahmenbedingungen mit zahlreichen strategischen Maßnahmen als geschaffen. Neben dem ausgeweiteten Umsatzanteil im Bereich außerhalb des Öl- und Gassektors wurde die Organisation im bestehenden Automatisierungsgeschäft deutlich schlagkräftiger aufgestellt. Die Beteiligung an der russischen Nummer zwei im Explosionsschutz, Zavod Goreltex, stärkte ferner die Marktpräsenz in diesem wichtigen Wachstumsmarkt. Auch die Beteiligung an dem südafrikanischen Unternehmen Esaco Pty. Ltd. schuf die Rahmenbedingungen für einen besseren Zugang zum wachsenden afrikanischen Markt.

Der Verlauf der Geschäftsentwicklung der ersten drei Monate des neuen Jahres bestätigt, dass eine genaue Prognose für das laufende Geschäftsjahr von R. Stahl aufgrund der noch immer angespannten Situation im Öl- und Gassektor nach wie vor mit hohen Unsicherheiten behaftet ist. Für das Geschäftsjahr 2017 erwartet der Vorstand einen Auftragseingang im Bereich zwischen 295 Mio. und 305 Mio. Euro(2016: 283 Mio. Euro), für den Umsatz einen Bereich zwischen 285 Mio. und 295 Mio. Euro(2016: 287 Mio. Euro) und für das EBIT vor Sondereinflüssen einen Bereich zwischen 3,5 Mio. und 7,5 Mio. Euro(2016: 7,2 Mio. Euro).

Ausführliche Kennzahlen finden Sie in der Mitteilung des Unternehmens.

 

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