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Retrofit von Kreiselpumpen per 3D-Laserscan

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26.05.2015 Die Aufgabe: Emissionsreduzierung durch Retrofit: Beim Betrieb von chemischen und petrochemischen Anlagen rücken die Emissionen der Gesamtanlagen und der Maschinen immer mehr in den Mittelpunkt.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

    

  • Kreiselpumpen sind zahlreich in vielen Anwendungen der chemischen und petrochemischen Industrie vertreten. Aufgrund ihrer langen Lebensdauer arbeiten viele der Pumpen bereits mehrere Jahrzehnte zur Zufriedenheit der Anwender im Betrieb.
  • Ein Austausch ist häufig erst dann notwendig, wenn die Wellenabdichtungen nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen und die Emissionen die aktuellen Grenzwerte überschreiten. Wichtig ist dabei aus Betreibersicht, dass bei einem Retrofit die Systemmaße möglichst unverändert bleiben.

Europaweit gilt seit 2011 die Industrieemissionsrichtlinie 2010/75/EU, die die Genehmigung, den Betrieb, die Überwachung und die Stilllegung von Industrieanlagen regelt. Die Richtlinie schreibt die Anwendung der BVT-Merkblätter verbindlich vor, sodass Industrieanlagen die beste verfügbare Technik (BVT) einsetzen müssen. Darüber hinaus kommt insbesondere in Deutschland die TA-Luft zur Anwendung. Sie schreibt zur Reduzierung von kritischen gasförmigen Emissionen sogenannte technisch dichte Pumpen vor, also wellendichtungslose Pumpen oder Pumpen mit Mehrfachgleitringdichtung und richtet sich an Genehmigungsbehörden für genehmigungspflichtige industrielle Anlagen. Bestehende Altanlagen müssen Betreiber nach einer Übergangsfrist auf diesen Stand der Technik nachrüsten.

Da die umzubauenden oder zu erneuernden Pumpen nach dem Retrofit den aktuellen Stand der Technik erfüllen und den gesetzlichen Vorgaben entsprechen müssen, ist es  nicht damit getan, nur die Dichtung auszutauschen oder eine Magnetkupplung einzubauen. Um insbesondere die Konformität der Pumpe nach Maschinenrichtlinie und Ex-Schutzrichtlinie zu bescheinigen, gilt es die Gesamtmaschine zu bewerten. Das kann in den wenigsten Fällen der Betreiber. Es wird empfohlen, den Retrofit komplett in die Hände des Herstellers zu legen, der zum Abschluss die nötigen technischen Dokumente sowie die Konformitätserklärung erstellt.

Um die Kosten des Retrofits betreiberseitig im Rahmen zu halten, sollte die neue Pumpe möglichst in den bestehenden Pumpenplatz eingebaut werden können, ohne die Rohrleitungen oder Grundplatten ändern zu müssen. Dies bedeutet, dass die äußeren Abmessungen der Pumpe unverändert bleiben müssen. Weiterhin darf die Verfügbarkeit der Anlage während des Umbaus nicht eingeschränkt sein. Das heißt, dass der Betreiber die Pumpe zum Anpassen der Neuteile möglichst nicht oder nur kurzzeitig aus der Anlage nehmen muss.

Heftausgabe: Juni 2015
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Über den Autor

Jens Steinkamp, Klaus Union
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