RWE Power testet neue Elektrolyse-Technik zur Stromspeicherung

22.01.2013 Ein Elektrolyse-Systems von Siemens, das mittels überschüssigem Windstrom Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt, wird derzeit am Kraftwerksstandort Niederaußem im Innovationszentrum Kohle von RWE aufgebaut. Die Elektrolyse soll nach der Inbetriebnahme im Januar bis Oktober 2013 getestet werden.

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RWE Power testet neue Elektrolyse-Technik zur Stromspeicherung

Kernstück der neuen Elektrolyse-Technologie ist eine so genannte Protonenaustausch-Membran (PEM), mittels derer die Elektrolyse innerhalb von Millisekunden auf ein fluktuierendes Stromangebot reagieren kann (Bild: RWE Power)

Die neuartige Technik ist mit einer sogenannten Protonenaustauschmembran (PEM) ausgestattet und ermöglicht die Umwandlung von elektrischem Strom zu Wasserstoff. Die neue Testanlage ist ein wichtiger Bestandteil der RWE Forschungsaktivitäten zur Stromspeicherung (Power to Gas) und zur CO2-Nutzung. Bau und Erprobung der Anlage gehören zu dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Forschungsprojekt CO2RRECT. An der Initiative sind neben zahlreichen Forschungseinrichtungen auch Bayer Technology Services, Bayer Material Science, Siemens und RWE Power als Industriepartner beteiligt. Gemeinsam untersuchen die Experten hier, wie Wasserstoff aus überschüssigem Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt und CO2 als Rohstoff genutzt werden kann.

Der im Elektrolyse-System erzeugte Wasserstoff ist vielseitig einsetzbar: Ein Teil kann dazu verwendet werden, um mit CO2 aus dem Kraftwerksrauchgas in der benachbarten neuen Katalysator-Testanlage Methan herzustellen. Als chemische Energie in Form von Erdgas kann es zwischengespeichert werden; bei Bedarf wird das Gas verstromt oder dem Wärmemarkt zur Verfügung gestellt. Damit wird ein weiterer wesentlicher Schritt der Power-to-Gas-Prozesskette unter realen Bedingungen erprobt. Alternativ kann der Wasserstoff zur Herstellung weiterer Chemieprodukte, wie Methanol, eingesetzt werden.

Dr. Ulrich Hartmann, der im Vorstand der RWE Power jetzt für den Bereich Forschung und Entwicklung verantwortlich ist, erläutert: „Die Erneuerbaren erzeugen häufig mehr Strom als verbraucht wird, wenn die Energienachfrage gerade gering ist“. Und weiter: „In unserem Innovationszentrum Kohle untersuchen wir unterschiedliche Möglichkeiten, wie wir diese überschüssige Energie speichern und nutzen können. Das wird mit dem weiteren Ausbau der Regenerativen immer wichtiger, um diese Energie etwa nachts oder bei Windflaute abrufen zu können.“

Im Rahmen des Versuchsprogramms testen die Ingenieure der RWE Power mit realen Betriebsprofilen, wie die Schwankungen aus regenerativen Quellen durch die Stromspeicherung ausgeglichen werden können. Einen Schwerpunkt legen die Forscher darauf zu untersuchen, wie sich die häufigen Laständerungen auf die Funktionsweise des Elektrolyse-Systems und der erzeugten Wasserstoffqualität auswirken.

(dw)

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