Filterwechsel ohne Kleckern

Schnellwechsel-Filtereinheit mit Schutzbeutel

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25.10.2016 Ein Filterwechsel erfordert oft einen hohen personellen und zeitlichen Aufwand. Vor allem in Unternehmen in denen Farben, Lacke und Chemikalien hergestellt oder verwendet werden, ist höchste Sorgfalt geboten. Das vorgestellte Filtersystem vereinfacht diesen Prozess.

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Entscheider-Facts für Einkäufer und Betreiber

  • Das vorgestellte Filtersystem vereinfacht den Wechsel von Filterkerzen im Gehäuse mit Hilfe einer geschlossenen Filtereinheit in einem Schutzbeutel.
  • Das System eignet sich für Flüssigkeiten unterschiedlicher Viskosität und ist besonders von Vorteil bei klebrigen oder stark tropfenden Medien, da die aufwendige Reinigung des Filtergehäuses entfällt.
  • Die Filtergehäuse des Systems sind zudem Atex-zertifiziert und erfüllen die Voraussetzungen für das Prüfzeichen EX-II-2GD.

Konventioneller Filterwechsel ist oft eine heikle Sache und erfordert einen hohen Aufwand. Höchste Sorgfalt ist vor allem in Unternehmen geboten, in denen Farben, Lacke und Chemikalien hergestellt oder verwendet werden. Häufig sind die verwendeten Materialien hoch toxisch oder setzen Dämpfe frei, die nicht in die Atemwege gelangen dürfen. Haut- und Augenkontakt des Personals mit den flüssigen Chemikalien ist deshalb unter allen Umständen zu vermeiden. Filtergehäuse sind darum spätestens beim Chargenwechsel unter strengen Sicherheitsvorkehrungen rückstandsfrei zu reinigen. Beim konventionellen Filterwechsel bedeutet das den Einsatz spezieller Reinigungsmittel und Schutzkleidung. In etlichen Unternehmen ist das Auswechseln von Filterelementen somit jeden Tag ein anspruchsvoller Prozess, der außerdem viel Zeit in Anspruch nimmt.

Aufwendige Filterwechsel bei der Endfiltration von lösemittelhaltigem Klarlack gehörten auch bei einem süddeutschen Familienunternehmen zum Produktionsalltag. Der Betrieb stellt unter anderem Primer, Basislacke, Klarlacke und Decklacke in Lösemittel- und Hydroqualität für die Automobilindustrie her. Vor dem Abfüllen durchläuft der lösemittelhaltige Klarlack einen letzten Filtrationsschritt. Ganz klassisch diente dazu ein Kerzenfiltergehäuse mit fünf Filterkerzen à 30 Zoll. Beim Filterwechsel mussten die Kerzen einzeln entnommen werden. Ein zeitintensiver Prozess, da die Kerzen nach oben ausgebaut werden müssen und komplett mit Lack benetzt sind. Für das Personal ist es nahezu unmöglich, das Abtropfen des Lacks zu verhindern. Der Lack läuft an der Schutzbekleidung über die Ärmel und tropft zudem auf den Boden. So muss nicht nur das Kerzenfiltergehäuse vor dem Einbau der neuen Filterkerzen mit Lösemittel gereinigt werden, sondern auch der Boden.

Sauberer und schneller Filterwechsel

Genau an dieser Stelle haben sich die Entwickler und Konstrukteure von Wolftechnik Gedanken gemacht. Die Fragestellung lautete: Wie kann der Filterwechsel sauberer und schneller erfolgen, und zwar im Hinblick auf Produkte unterschiedlicher Viskosität. Denn auch bei einem Hersteller von hochviskosen Klebstoffen für Klebebänder musste bei jedem Filterwechsel das Gehäuse aufwendig von Klebstoff gereinigt werden. Die Antwort auf diese Fragestellung führte zum QP-Quick-Pack-Filtersystem, einer geschlossenen Filtereinheit mit Schutzbeutel.

Dieses Schnellwechsel-Filtersystem besteht aus einem stabilen PP-Sammeladapter mit Ein- und Austrittstutzen und einem doppelten Schutzbeutel mit innenliegenden Filterelementen. Der Schutzbeutel sorgt dafür, dass die zu filtrierende Flüssigkeit nicht mit dem Gehäuse in Berührung kommt. Dies schützt das Arbeitspersonal beim Filterwechsel vor dem direkten Kontakt mit dem Medium. Die Quick-Packs werden in entsprechende WTQP-Edelstahlgehäuse eingebaut und mit speziellen Verschraubungen am Ein- und Austrittstutzen abgedichtet. Die Packs sind mit 1, 3 oder 7 Filterelementen und in den Längen von 5 bis 30 Zoll erhältlich. Innenliegend können sie mit unterschiedlichen Filterelementen bestückt werden.

Der Filterwechsel verläuft schnell und unproblematisch: Das Kerzenfiltergehäuse wird für den Wechsel geöffnet. Innen ist alles sauber, weil das filtrierte Medium im Schutzbeutel verbleibt. Der aufwendige Reinigungsprozess des Filtergehäuses entfällt komplett. Die gesamte verbrauchte Filtereinheit mit allen Filterkerzen wird auf einmal entnommen. Durch den Beutel tropft nichts herunter. Das Spülen der Zuleitungen erfolgt mit dem Spülbogen des Herstellers genauso unkompliziert. Das neue Quick-Pack wird eingesetzt und angeschlossen, und sofort kann der nächste Filterprozess beginnen.

Filtereinsätze für flexiblen Einsatz

Mit diesem Filtersystem ließ sich der Filterwechsel im Prozess der Herstellung von lösemittelhaltigem Klarlack bei dem süddeutschen Familienunternehmen deutlich vereinfachen. Zudem verspricht sich das Unternehmen durch das neue System eine noch konstantere Qualität seines Klarlacks, weil der Filterwechsel den Prozess jetzt nicht mehr so lange und umfangreich unterbricht.

Das Schnellwechsel-Filtersystem eignet sich für alle Anwendungen, bei denen aus Gründen der Sauberkeit, Hygiene oder Toxizität eine geschlossene und gebrauchsfertige Einheit zum Schutz des Anwenders wünschenswert ist. Besonders bei der Filtration von Produkten mit Filterkerzen, die aufgrund der Qualitätsanforderungen ein hochwertiges Filtrat bereitstellen, ist das System von Vorteil. Bei schwierigen Stoffen wie rheopexem Reifenpannenspray hat sich das saubere Handling bewährt. So setzt auch ein Spezialist auf dem Gebiet der Herstellung und Entwicklung von wässrigen Dispersionen und Mischungen für die Latexvulkanisation die Wechselfilter-Packs ein.

In den unterschiedlichen Industriezweigen der Anwender haben sich bestimmte gesetzliche Richtlinien gleichermaßen verschärft. Dazu gehören zum Beispiel gestiegene Vorschriften für den Umwelt- und Gewässerschutz und prozessrelevante Hygienevorschriften speziell in der Lebensmittelindustrie. Der Einsatz des Quick-Pack-Filtersystems verhindert das Ansiedeln von Keimnestern im Filtergehäuse. Darüber hinaus unterbleibt zugunsten der Produktqualität eine Vermischung der Substanzen unterschiedlicher Produktserien durch Ablagerungen von Vorprodukten in den Filterbehältern – denn blaue Farbe oder Haselnuss sollen nur da rein, wo sie rein gehören. Das Wechselsystem bewirkt eine konstante Produktqualität innerhalb einer Charge.

Keine Filter-Explosion

Für die speziellen Filtergehäuse hat sich der Hersteller sorgfältig und dem Stand der Technik entsprechend mit den Vorgaben des Explosionsschutzes auseinandergesetzt. Die Gehäuse weisen zwar keine eigene Zündquelle auf und fallen deshalb nicht unter die Atex-Richtlinie 2014/34/EU. Durch den Prozess selbst, insbesondere beim Durchströmen des Gehäuses mit dem flüssigen Medium, können jedoch elektrostatische Aufladungen entstehen. Hier sollte nach TRBS2153 darauf geachtet werden, dass die Gehäuse an den vorgesehenen Erdungslaschen am Deckel und am Unterteil geerdet sind. Die Schutzbeutel der Filtereinsätze sind aus ableitfähigem PE mit einem spezifischen Widerstand 1012 Ωm. Dies stellt eine gewisse Ableitung während des Prozesses sicher. Dennoch ist vor Öffnen des Behälters auf eine ausreichende Relaxationszeit gemäß TRBS2153 zum Abbau möglicher elektrostatischer Ladung zu achten. Alle Voraussetzungen für das Prüfzeichen EX-II-2GD sind erfüllt.

Durch das Atex-Zertifikat ist das Quick-Pack-Filtersystem beispielsweise auch bei einem führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Exklusivsynthese zum Einsatz in den explosionsgefährdeten Produktionsanlagen zur Filtration von leicht entzündlichen Feinchemikalien geeignet. Hier entstehen unter anderem Feinchemie-Produkte wie Duft- und Aromastoffe für Kosmetika und Lebensmittel, Spezialklebstoffe für die Schuhindustrie sowie Chemikalien für die Produktion von organischen Leuchtdioden (OLED), Flachbildschirmen und Solarmodulen.

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Heftausgabe: November 2016
Peter Krause,  Geschäftsführer, Wolftechnik  Filtersysteme

Über den Autor

Peter Krause, Geschäftsführer, Wolftechnik Filtersysteme
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