Dicht im Handumdrehen

Schnellverschlussdeckel für emaillierte Reaktoren

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02.06.2015 Es liegt in der Natur der Sache: Bei Batchproduktionen muss das Personal Reaktionsbehälter häufig öffnen um die Reaktionsbehälter beschicken zu können. Dabei ist bei den schweren Mannlochdeckeln an emaillierten Reaktoren oft ein erheblicher händischer Kraftaufwand nötig. Gleichzeitig ist beim Anheben des Deckels hohe Sorgfalt des Bedieners gefordert, damit er nicht aus Unachtsamkeit an der Emailbeschichtung anschlägt und diese beschädigt.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Emaillierte Reaktoren haben in der Praxis Nachteile: Ihre Mannlochdeckel sind schwer, und wird die Oberfläche beschädigt, ist der Korrosionsschutz nicht mehr gegeben. Dazu kommt, dass die Schichtdicke ungleich ist und sich dadurch die Abdichtung erschwert.
  • Der Hersteller hat nun ein Verfahren entwickelt, mit dem sich solche Deckel arbeitssicher und dicht verschließen lassen. Zusätzlich ausgerüstet mit einem Rohrstutzen, ermöglicht der Schnellverschluss ein brückenbildungsfreies und staubfreies Beschicken von Reaktoren.

Denn eine Emailschicht muss der Betreiber in solchen Fällen reparieren, da sie keinen Korrosionsschutz mehr bietet. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Dichtfläche eines Mannlochdeckels fertigungsbedingt uneben ist: Einerseits differiert die Emailschichtdicke in sich; andererseits verformt sich der Mannlochdeckel unter thermischer Einwirkung durch die circa sechs Ofenfahrten während des Emaillierprozesses.

Lebensdauer der Dichtungen
Damit die unebenen Mannlochdeckel dicht zu verschließen sind, kommen in der Regel PTFE-umhüllte Flachdichtungen mit Weichstoff- und Edelstahlwellringeinlage zum Einsatz. Damit diese Flachdichtung die Unebenheiten im Deckel ausgleichen kann und das System gleichzeitig die notwendige Flächenpressung für dichtes Verschließen erreicht, sollte ein Mannlochdeckel über zwölf Klammerschrauben mit dem Mannlochstutzen verschraubt sein. Die Wellringeinlage ermüdet durch wiederholtes Festziehen, weswegen eine Flachdichtung dieser Art nur eine beschränkte Anzahl Deckelschließzyklen ertragen kann. Zieht der Anwender die Klammerschrauben nicht fachgerecht fest, verkürzt sich die Lebensdauer einer solchen Flachdichtung zusätzlich. Dieses anspruchsvolle Mannlochdeckel-Handling und die beschränkte Lebensdauer der Dichtung schränken den Betreiber von emaillierten Reaktoren ein. Denn das Beschicken von Säcken oder das Entleeren von Big-bags direkt durch das geöffnete Mannloch wäre für den Betreiber eine kostengünstige und einfache Arbeitsweise.

Arbeitssichere Kurbel
Als Lösung der eingangs erwähnten Problemstellungen hat die Firma Air-Jet ihr Lieferprogramm von Sicherheitsschnellverschlüssen durch eine Ausführung in emailliertem Stahl erweitert. Dieser emaillierte Schnellverschlussdeckel ermöglicht dem Bediener das Öffnen und Schließen des Schnellverschlussdeckels durch dreimaliges Drehen einer Kurbel. Eine patentierte Verschlussmechanik verhindert ein Aufspringen des Deckels mechanisch und bildet Zwangsweise einen Spalt, über den der Restdruck austreten kann. Die für die Applikation entwickelte Dichtung gleicht die Unebenheiten des emaillierten Deckels prozessdruckunterstützt aus. Zum Schließen wird der Schnellverschlussdeckel zugeklappt und wiederum durch dreimaliges Drehen der Kurbel dicht verschlossen. Beim Zuklappen des Deckels verhindert eine Drehfeder ein Zufallen und vermindert so die Verletzungsgefahr des Bedieners, beispielsweise das Einklemmen von Fingern. Die Kurbel ist sowohl beim Öffnen und Schließen ausschließlich händisch zu bedienen. Dreht der Anwender die Kurbel beim Schließen bis auf Anschlag, erfährt die Dichtung eine definierte und bei jedem Schließvorgang gleiche Verpressung. Beides kommt der Standzeit der Dichtung zugute.

Heftausgabe: Juni 2015
Seite:
Thomas Schneider, Geschäftsführer, Air Jet

Über den Autor

Thomas Schneider, Geschäftsführer, Air Jet

Thomas Schneider, Geschäftsführer Air-Jet

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