SH+E: alle Gruppenunternehmen wieder voll handlungsfähig

05.03.2014 Nach dem Insolvenzantrag des Anlagenbauers SH+E, Grafenhausen, und dessen Tochtergesellschaften hat der vom Amtsgericht Waldshut-Tiengen zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Sanierungsexperte die Voraussetzungen für die weitere Fortführung der einzelnen Geschäftsbetriebe geschaffen.

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SH+E: alle Gruppenunternehmen wieder voll handlungsfähig

Die SH+E-Unternehmensgruupe ist vor allem in den Gebieten Wasseraufbereitung und Abwassereinigung tätig und mit einem Gruppenunternehmen, der H+E Packtec, als Hersteller von Verpackungsmaschinen tätig (Bild: SH+E)

Der Sanierungsexperte Tobias Hoefer von der Kanzlei Hoefer Schmidt-Thieme führte dazu Gespräche mit Kunden, Lieferanten und Kreditinstituten des Herstellers von Wasseraufbereitungs- und Abwasserreinigungsanlagen. Grundsätzlich sind jetzt wieder alle acht operativ tätigen Unternehmen der Gruppe voll handlungs- und funktionsfähig. Diese hatten am 19. Februar Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt hatten, um auf diesem Weg eine Sanierung zu erreichen. Neben der SH+E waren dies Stulz-Planaqua, Hager + Elsässer, Stulz GTA, H+E Packtec, H+E Protec, H+E S-Tec sowie Limnotec Abwasseranlagen. Die Auslandsniederlassungen als rechtlich eigenständige Einheiten sind von den Insolvenzanträgen zunächst nicht betroffen und arbeiten weiter wie bisher.

Hoefer sagte im Anschluss an die Mitarbeiterversammlungen an den Hauptstandorten der SH+E Gruppe: „Mein erster Eindruck von den Betrieben ist positiv. Es handelt sich dabei um hochspezialisierte High-Tech Unternehmen mit sehr kompetenten und engagierten Mitarbeitern. Wir machen derzeit eine gründliche Bestandsaufnahme und wollen die laufenden Aufträge und Projekte fortführen. Voraussetzung ist jedoch, dass dies betriebswirtschaftlich sinnvoll ist und den jeweiligen Gesellschaften keine Verluste entstehen.“

Bereits gelöst ist die Frage der Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für die insgesamt knapp 700 Mitarbeiter der Unternehmensgruppe an den deutschen Standorten. Die Agentur für Arbeit stimmte zu, dass die Mitarbeiter zeitnah die ihnen zustehenden Zahlungen bekommen können. Löhne und Gehälter sind bis einschließlich Januar noch vereinbarungsgemäß gezahlt worden.

Um weiter Synergien nutzen zu können, die bislang im Teilkonzern SH+E gegeben waren und so für die Gläubiger auch eine Wertmaximierung zu erreichen, setzt Hoefer ein sogenanntes „abgestimmtes Konzerninsolvenzverfahren“ für die SH+E Gesellschaften um. Dabei sollen die wirtschaftlichen Gesamtzusammenhänge, die Organisation der Fortführung der Unternehmensgruppe und die Erhaltung der Vermögenswerte unter seiner Führung weiter gewährleistet werden. Erleichtert wird dies auch durch die einheitliche Besetzung der Gläubigerausschüsse, die Hoefer als Beratungs- und Kontrollorgan zur Seite stehen, wodurch sich Abstimmungsprozesse vereinfachen und der Verfahrensablauf beschleunigt wird.

Da sich aber bei der Restrukturierung einzelner Gesellschaften Interessenskonflikte ergeben könnten, regte Hoefer zugleich an, für die H+E Packtec in Ahaus, die Limnotec Abwasseranlagen in Lübbecke sowie die H+E S-Tec in Dresden andere, formal eigenverantwortliche, aber faktisch in das Konzerninsolvenzverfahren eingebundene, vorläufige Insolvenzverwalter zu bestellen. Dieser Anregung stimmten sowohl das für die Verfahren zuständige Amtsgericht Waldshut-Tiengen wie auch die vorläufigen Gläubigerausschüsse für die jeweiligen Gesellschaften bereits zu.

So wurden mit Wirkung vom 26. Februar Rechtsanwalt Stefan Meyer von der Kanzlei Meyer Rechtsanwälte Insolvenzverwalter in Münster/Lübbecke (für H+E Packtec, die Limnotec Abwasseranlagen und die Limnotec Bioenergieanlagen sowie Prof. Dr. Lucas Flöther von der Kanzlei Flöther-Wissing in Dresden (für H+E S-Tec) neu als vorläufige Insolvenzverwalter bestellt.

„Wir können damit die Verfahren schnell und ohne Reibungsverluste vorantreiben und damit auch schneller Konzepte für eine dauerhafte Fortführung der Betriebe umsetzen“, betont Hoefer die Vorteile dieses innovativen Konzernsanierungsansatzes.

(dw)

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