Shell macht sich auf nach Alaska

12.05.2015 Der Weg ist frei: Shell hat die Erlaubnis des amerikanischen Bureau of Ocean Energy Management (BOEM) erhalten und darf vor der Küste Alaskas nach Öl bohren. Dort sollen rund 22 % der weltweit noch unerschlossenen Öl- und Gasreserven liegen. An dem umstrittenen Projekt arbeitet der Konzern seit mittlerweile zehn Jahren.

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Shell macht sich auf nach Alaska

Testbohrungen sind bereits gelaufen – jetzt darf Shell vor der Küste Alaskas richtig loslegen. Aber die hier gezeigte Plattform Noble Discoverer hatte unlängst mit Problemen zu kämpfen (Bild: Shell)

Bereits im Sommer will der Konzern mit den ersten Arbeiten beginnen. Bis dahin müssen noch die Vertragspartner, die Anlagen sowie Krisenpläne getestet und vorbereitet werden: Für die Bohrvorhaben muss Shell hohe Sicherheitsauflagen erfüllen. Vor rund fünf Jahren hatte der Konkurrent BP mit der Deepwater-Horizon-Katastrophe Negativschlagzeilen gemacht. Damals waren hunderte Millionen Liter Öl ins Meer geflossen. Shell selbst hatte vor drei Jahren mit mehreren Pannen zu kämpfen gehabt, darunter Probleme mit dem Eisbrecher ‚Arctic Challenger‘, der zum Reparieren von Unterwasserlecks genutzt werden sollte, um eine Ölpest zu verhindern. Das Schiff war mehrmals beschädigt worden. Außerdem erschwerten Eisschollen die Bohrvorbereitungen der letzten Jahre. Nun sind nur gewisse Stellen zum Bohren freigegeben, da mehrere Millionen Hektar der Gewässer unter Naturschutz stehen. Der Konzern will an der Nordwestküste Alaskas in der Tschuktschensee bohren. Auch andere Ölkonzerne, darunter Exxon, sollen Medienberichten zufolge ein Auge auf Alaska geworfen haben, nachdem die Region rund 30 Jahre bohrfrei war.

Gegenwind bekommen die Konzerne von Umwelt- und Klimaschützern, die Umweltkatastrophen durch Pannen sowie den zu hohen Ausstoß an Treibhausgasen befürchten. Shell hingegen bezeichnet die Zustimmung des BOEM als „wichtigen Meilenstein“, der das Vertrauen widerspiegelt, das die Behörde in den final überarbeiteten Plan zur Exploration des Tschuktschensee habe. BOEM habe sich die Entscheidung eigenen Angaben zufolge nicht leicht fallen lassen und die Risiken gut abgewogen.

Hier finden Sie das Statement zur Freigabe des Gebiets sowie weitere Statements der verganenen Jahre vom BOEM.

(su)

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