Markt

Siemens: Innovationen für Hybrid-Industrien – Übernahme von Moeller-Geschäftsbereich

08.03.2004

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Bei der schon traditionellen Pressekonferenz der Siemens-Industriebereiche A&D und I&S im Vorfeld der Hannover Messe bilden die innovativen Produkte, Lösungen und Dienstleistungen einen wesentlichen Schwerpunkt. „A&D investiert kontinuierlich in Innovation, jährlich etwa sechs Prozent vom Umsatz“, betonte Gierse. Auf dem Gebiet der Prozessautomatisierung zum Beispiel baut A&D sein Prozessleitsystem Simatic PCS 7 konsequent aus. Zur Hannover Messe/Interkama wird das Software-Tool Simatic Route Control für PCS 7 vorgestellt, mit dem verfahrenstechnische Materialflüsse und -transporte projektiert, gesteuert, überwacht und diagnostiziert werden können. Damit soll die informationstechnische Verbindung von Lager, Materialtransport und Produktionsprozess weiter vereinfacht werden.


Von besonderer Bedeutung für Hybrid-Industrien wie Pharma und Feinchemie oder zunehmend auch Nahrungs- und Genussmittel ist die Einhaltung von Vorgaben der FDA. Das MES- (Manufacturing-Execution-System-) Produktportfolio Simatic IT wird dafür um die Software Simatic IT Historian in der Version 6.0 erweitert. Sie bietet wichtige Funktionen wie Audit Trail und Elektronische Signatur.


In der Industriellen Kommunikation treibt A&D mit Profinet die Vereinigung von Feldbuskommunikation und Ethernet-Technologie voran. Auf Basis eines neu entwickelten Asics, der gemeinsam mit NEC vermarktet wird, werden 2004 erste Hardwareprodukte verfügbar sein. Auch auf dem Gebiet der IT-Sicherheit sieht sich A&D als Technologie- und Innovationstreiber. Mit neuen Security-Modulen lassen sich auch im Firmennetz Anlagenteile wie Produktionszellen gegen unbefugten Zugriff schützen, außerdem lässt sich zwischen ihnen eine sichere verschlüsselte VPN- (Virtual Private Network) Datenverbindung aufbauen.


Der Siemens-Bereich I&S präsentiert auf der Hannover Messe erstmals branchenspezifische Produktfamilien, bei denen Automatisierungslösungen mit IT-Anwendungen und Instandhaltungsangeboten zu einem Gesamtpaket aufeinander abgestimmt wurden. „Die Kombination ausgewählter und erprobter Standards zu einem Anlagenbaustein bietet unseren Kunden durch plug & produce Investitions- und Betriebssicherheit“, betonte Joergen Ole Haslestad, I&S-Vorstandsvorsitzender. Mit der Entwicklung und dem Einsatz dieser Produktfamilien für die Industry Suites schließt Siemens die Lücke zwischen der Automatisierungswelt und der kundenspezifischen Anlage für Unternehmen der Papier- und Stahlbranche, im Tagebau, der Öl- und Gas-Produktion, der Wasserwirtschaft und im Schiffbau.


„Was den Konjunkturverlauf auf unseren Märkten angeht, so erwarte ich im ersten Halbjahr 2004 zunächst nur leichte Erholungstendenzen, ein deutliches Wachstum dürfte erst im zweiten Halbjahr einsetzen,“ äußerte sich Gierse zur wirtschaftlichen Entwicklung in seinem Bereich: „Je nach der weiteren Entwicklung des Euro/Dollar-Verhältnisses könnte es sein, dass wir in Euro bei Umsatz und Auftragseingang im laufenden Geschäftsjahr noch nicht nennenswert zulegen.“ Im ersten Quartal 2004 stieg der Auftragseingang des Geschäftsbereichs A&D um 2 %, der Umsatz verbesserte sich um 7 %. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete A&D einen Umsatz von 8,375 Mrd. Euro – 3 % weniger als im Vorjahr.


Auch weiterhin setzt Siemens sowohl auf endogenes als auch exogenes Wachstum. Nach Übernahme von unter anderem Milltronics, Moore und der Sparte Flow Division von Danfoss, verstärkt sich A&D aktuell auf dem Gebiet der Schalt- und Installationstechnik. Vorbehaltlich der Genehmigung der Kartellbehörden übernimmt der Siemens-Bereich das Geschäftssegment Schinenverteiler von der Moeller-Firmengruppe. Mit rund 600 Mitarbeitern an vier Standorten in Deutschland, Spanien, England und China hat das Geschäftssegment 2003 einen Umsatz von rund 95 Mio. Euro erwirtschaftet. Das Schienenverteiler-Geschäft von Moeller ergänzt das Siemens-Portfolio in der Energieverteilung und stärkt die Marktposition des Bereichs A&D in den Regionen Europa, Mittlerer Osten und Asien. Der Weltmarkt für Schienenverteiler hat Siemens-Angaben zufolge derzeit ein Volumen von 700 Mio. Euro und wächst jährlich um 3 bis 4 %.

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