Kraftwerksbau

Siemens liefert Antriebsstrang nach Kuwait

06.07.2017 Siemens hat einen Auftrag zur Lieferung der Schlüsselkomponenten für das Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Kraftwerk Sabiya Extension 3 erhalten: Siemens liefert Kraftwerksausrüstung zum Steigern der installierten Kapazität um etwa 900 MW.

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Gasturbine des Typs SGT5-4000F / SGT5-4000F gas turbine

Siemens liefert zwei Gasturbinen vom Typ SGT5-4000F und weitere Schlüsselkomponenten für das Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk Sabiya Extension 3 nach Kuwait. (Bild: Siemens)

Die Vereinbarung umfasst außerdem einen Langzeit-Servicevertrag, der die Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Leistung der Komponenten sicherstellt. Der Auftrag wurde vom Ministerium für Elektrizität und Wasser in Kuwait (MEW) an den kuwaitischen EPC-Anbieter und Betreiber Alghanim International vergeben, der für die Errichtung der Gesamtanlage, der Netzanbindung sowie sämtlicher Betriebs- und Wartungsleistungen verantwortlich ist. Mit dem Kraftwerk Sabiya Extension 3 will das Land den stetig steigenden Strombedarf decken. Ab Winter 2019 soll die Anlage zunächst als reines Gasturbinenkraftwerk betrieben. Die Erweiterung zum kombinierten Gas- und Dampfturbinenkraftwerk ist für Ende 2020 vorgesehen.

Sabiya Extension 3 entsteht am bestehenden Kraftwerks-Standort Sabiya an der Bucht von Kuwait im Nordosten des Landes und wird mit Erdgas befeuert. Alternativ ist auch der Einsatz von Erdöl möglich. Das als Mehrwellen-GuD-Anlage ausgelegte Kraftwerk verfügt über eine elektrische Leistung von mehr als 900 MW. Siemens liefert den kompletten Antriebsstrang, den sogenannten Power Train, bestehend aus zwei Gasturbinen vom Typ SGT5-4000F, zwei wasserstoffgekühlten SGen5-2000H-Generatoren, einer SST5-5000-Dampfturbine und einem SGen5-2000H-Dampfturbosatz. Hinzu kommen das Leittechnik-System SPPA-T3000 sowie 26 Felder mit gasisolierten Schaltanlagen (400 kV / 80kV) mit dem zugehörigen Kontroll- und Schutzsystem für die Umspannstation des Kraftwerks. Die Umspannstation soll abgelegenen Bereichen im Norden von Kuwait Strom zur Verfügung stellen. Der Langzeit-Servicevertrag kontrolliert die Komponenten des Antriebsstranges mittels Power Diagnostics und Fernüberwachung, Teil des Portfolios von Siemens‘ Digital Services. Das Siemens‘ Fernüberwachungs-Zentrum ist rund um die Uhr verfügbar und ermöglicht es den Experten, Fehlermeldungen aus der Ferne zu lösen, bevor diese zu ernsthaften Problemen werden.

Derzeit sind im Rahmen der Kraftwerkprojekte Sabiya und Az Zour South bereits sechs F-Klasse-Gasturbinen im Einsatz. „Nach den Aufträgen für Sabiya Extension 1 und 2 und Az Zour South ist dies bereits der vierte Kraftwerksauftrag für Siemens aus Kuwait innerhalb von nur vier Jahren“, erklärt Jean Claude Nasr, Vertriebsleiter der Region Mittlerer Osten und Nordafrika bei Siemens Power and Gas. „Die stabile Partnerschaft mit unseren Kunden und die hohe Zuverlässigkeit der vorhandenen Siemens-Gasturbinen in Kuwait in Kombination mit der starken Unterstützung bei der Wartung haben dazu beigetragen, dass Siemens unter den konkurrierenden internationalen Angeboten den Zuschlag erhielt.“

„Alghanim International und Siemens sind seit mehr als 15 Jahren enge Partner und konnten gemeinsam bereits mehrere Projekte erfolgreich abwickeln. Wir schätzen uns gegenseitig vor allem für das Verständnis des Energiemarktes in Kuwait. Aufgrund unserer starken Geschäftsbeziehung konnten wir die Mehrzahl der nationalen Ausschreibungen für uns entscheiden. Dadurch konnten wir über 40 Prozent der Gesamtkapazität des Landes installieren und Betriebs- und Wartungsservices durchzuführen, die den höchsten Grad der Anlagenverfügbarkeit sicherstellen sowie die strengen Garantiebedingungen des Eigentümers MEW befolgen“, kommentiert Tarek Eissa, Group President Alghanim International.

Anfang des Jahres erhielt Siemens einen Auftrag zur Lieferung eines Industriegasturbinen-Packages, mit dem das reine Gasturbinenkraftwerk Az Zour South 3 zu einem kombinierten Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk umgerüstet wird. Betreiber der Anlage ist ebenfalls MEW. Durch die Erweiterung erhöht sich die installierte Gesamtkapazität dieser Anlage um 263 MW bei gleichbleibendem Gasverbrauch

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