Ausbau und Anfahren mit Medium passé

SIL-Funktionsprüfung für geführte Mikrowelle und Radar

17.09.2010 Die Füllstandsensoren Vegaflex (geführte Mikrowelle) und Vegapuls (Freistrahl-Radar) von Vega können mit einer neuen Prüfmethode nun auch im laufenden Prozess in SIL-Applikationen getestet werden. Der „wiederkehrende Funktionstest“ ist ein wichtiges Element, um die SIL-Einstufung einer Messstelle in Sicherheitskreisen zu erhalten.

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SIL-Funktionsprüfung für geführte Mikrowelle und Radar

Diese Füllstandmessgeräte mit geführter Mikrowelle und Freistrahlradar können nun ohne Ausbau oder Anfahren mit Medium in SIL-Kreisen geprüft werden (Bild: Vega)

Sicherheitsinstrumentierte Systeme (SIS), die im „low demand mode“ (geringe Anforderungsrate) betrieben werden, bedürfen einer regelmäßigen Überprüfung der Funktion. Dabei bestimmen die Sicherheitskennzahlen der Komponenten (Sensor, Logik und Aktor) das Prüfintervall. In der Regel muss zum Nachweis der Funktion in einer solchen Anwendung der Sensor mit Medium angefahren oder ausgebaut werden. Ein Prozess, der bei laufender Produktion meist nicht zu bewältigen ist. Zudem ist diese Art der Prüfung meist sehr kostenintensiv und eine Befüllung bis zum Überfüllsicherungspunkt zum Nachweis der Sensorfunktion birgt zudem Risiken.

Während die Prüfung per Knopfdruck für Vibrations-Grenzschalter bereits etabliert ist, gab es bislang keinen kontinuierlich messenden Füllstandsensor auf dem Markt, der sich ohne Einfluss auf den laufenden Prozess und ohne Referenzmessung umfangreich überprüfen ließ. Mit der neuen Prüfmethode für die Geräte Vegaflex und Vegapuls ist es nun möglich einen „wiederkehrenden Funktionstest“ für SIL-Applikationen durchzuführen, ohne den laufenden Prozess zu beeinflussen. Der Anlagenbetreiber kann so den großen Aufwand bei der Prüfung durch Anfahren mit Medium oder Ausbau der Sensoren auf ein Minimum reduzieren und Produktionsausfälle bzw. Stillstände auf Grund dieser Prüfungen vermeiden.
 
Der einfach durchzuführende Funktionstest verringert den Prüfaufwand und die -kosten in erheblichem Umfang. Laut Hersteller wird eine Fehleraufdeckung von bis zu 92 % bzw. 96 % erreicht. Die Methode besteht im Wesentlichen aus
– einem Neustart des Sensors
– der Simulation von 4 mA und 20 mA
– der Überprüfung der Parametrierung und Echodaten
– einer Minimalen, undefinierten Befüllung oder Entleerung

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