Dampferzeugung

Solvay spart 5.000 Gigawatt mit Nebenprodukt

19.06.2017 Am Standort Bad Wimpfen will Solvay künftig Wasserstoff in die Dampferzeugung einspeisen. Das Gas fällt dort als Nebenprodukt der Fluor-Elektrolyse an und wird aus technischen Gründen bislang nicht genutzt.

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Solvay will in Bad Wimpfen bei der Fluor-Elektrolyse anfallenden Wasserstoff zur Dampferzeugung nutzen. (Bild: Solvay)

Solvay will in Bad Wimpfen bei der Fluor-Elektrolyse anfallenden Wasserstoff zur Dampferzeugung nutzen.
(Bild: Solvay)

„Wir haben schon lange nach einer technisch sicheren und effizienten Möglichkeit gesucht, um Wasserstoff für die Dampferzeugung zu nutzen“, erklärt Christian Hamel, Technischer Leiter im Solvay-Werk Bad Wimpfen. Bislang werde der Wasserstoff gewaschen, verdünnt und in die Atmosphäre abgegeben. Die Lösung ist ein kombinierter Brenner, der sich Erdgas und Wasserstoff betreiben lässt. Rund eine Mio. Euro wird der Chemiekonzern in die Technik investieren. Erstmalig wird Wasserstoff, der aus der Fluor-Elektrolyse stammt, für die Energieerzeugung eingesetzt.

2018 soll das Verfahren einsatzbereit sein. „Mit Wasserstoff können wir den Erdgaseinsatz um rund 5.000 GW verringern. Die Menge entspricht dem jährlichen Heizbedarf von etwa 300 Vier-Personen-Haushalten“, sagt Hamel. „Bezogen auf unseren Gesamterdgasverbrauch sparen wir etwa 7 % und rund 900 t CO2, die wir nicht emittieren.“ Das Projekt ist ein wichtiger Beitrag in Solvays Nachhaltigkeitsstrategie: „Bis zum Jahre 2020 wollen wir unseren Energieverbrauch im Vergleich zu 2012 um 10 % verringern. Mit dem Projekt können wir das Ziel erreichen.“

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