Auf die Schnelle

Spezielle Bauform ermöglicht Wartung von Exzenterschneckenpumpen mit minimalem Aufwand

Anlagenbau
Chemie
Pharma
Ausrüster
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

28.07.2015 Zeit ist heute in fast allen Branchen ein entscheidender Wirtschaftsfaktor: Kunden wollen oder können immer weniger auf Lieferungen warten, während der globale Wettbewerb ständig neue Produkte auf den Markt bringt. Für die Produktion bedeutet das, dass Abläufe reibungslos ineinandergreifen müssen und Stillstände soweit möglich zu vermeiden sind – selbst notwendige Unterbrechungen wie etwa zur Wartung und Instandhaltung.

Anzeige

Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Bisher war die Wartung der Förderelemente von Exzenterschneckenpumpe mit hohem Audwand verbunden, da zur Entnahme des Rotors und Stators die gesamte Pumpe aus der Leitung ausgebaut werden musste.
  • Um das FSIP-Prinzip auch bei diesem Pumpentyp umsetzen zu können, wurde daher stattdessen ein spezieller Inspektionsdeckel entwickelt und in die Konstruktion implementiert.

Für Pumpsysteme, die in vielen Anwendungen einen zwar unscheinbaren aber essenziellen Prozessbestandteil darstellen, hat Netzsch Pumpen & Systeme daher das „Full Service in Place“-Konzept (FSIP) entwickelt. Damit werden Eingriffe in die Pumpentechnik ohne einen Ausbau aus der Leitung ermöglicht. Bei den Drehkolbenpumpen Tornado T2 bewährt sich dieser Ansatz bereits seit mehreren Jahren in der Praxis. Jetzt wurde auch eine FSIP-Ausführung der Exzenterschneckenpumpe vorgestellt. Die neue Konstruktion spart Zeit bei Inspektion, Reparatur und Reinigung und reduziert zudem den benötigten Bauraum. Herzstück der Nemo-Exzenterschneckentechnologie ist die präzise Geometriepaarung eines feststehenden Stators mit einem sich darin oszillierend drehenden Rotor. Durch die exakte Abstimmung beider Komponenten ergeben sich bei der Rotation Förderkammern, in denen das Medium schonend und pulsationsarm von der Saug- zur Druckseite bewegt wird. Viskosität und Konsistenz des Stoffes sind dabei für die Pumpenleistung unerheblich. Darüber hinaus gewährleistet die dichtende Linie zwischen Rotor und Stator, die sich über deren ganze Länge zieht, dass die Kammern in sich abgeschlossen sind. Auf diese Weise werden nicht nur Druckschwankungen vermieden, sondern gleichzeitig auch eine hohe Dosiergenauigkeit von unter 3 % erreicht. Die transportierte Menge an Fördergut lässt sich dadurch in Abhängigkeit von der Drehzahl stufenlos regulieren; je nach Situation kann sogar direkt aus der Pumpe dosiert werden.

Erfolgreiches Beispiel Drehkolbenpumpe
Diese Leistungen der Exzenterschneckenpumpe hatten bisher allerdings einen gewissen Preis: Die Wartung der Förderelemente war mit einem hohen Aufwand verbunden. So musste zur Entnahme des Rotors und Stators die gesamte Pumpe aus der Leitung ausgebaut werden. Um die Förderelemente wechseln zu können, musste der Endstutzen abgebaut, der Stator vom Rotor abgezogen und der Antriebsstrang demontiert werden. Bei der Positionierung der Pumpe musste deshalb an die Ausbaulänge gedacht und genug Raum nach vorne freigehalten werden. Aufgrund dessen war jeder größere Eingriff in die Pumpe mit längerem Stillstand, Produktionsausfall und Personalaufwand verbunden.

Um hier eine wesentlich bequemere und effektivere Lösung zu schaffen, orientierten sich die Ingenieure am Beispiel der T2-Drehkolbenpumpe. Bei dieser kann mit wenigen Handgriffen die gesamte Front abgenommen, die Spann-Fixierung der Kolben gelöst und so der ganze Innenraum bis zu den Flanschanschlüssen freigelegt werden. Die Pumpe muss nicht aus der Rohrleitung ausgebaut werden, alle Arbeiten können direkt vor Ort stattfinden. Der Pumpenexperte spricht daher vom „Full Service in Place“-Konzept, das die Dauer von Wartungsmaßnahmen deutlich verkürzt und Ressourcen sowie Kosten reduziert. Dank dieser Eigenschaften werden solche Pumpen inzwischen vor allem für verschleißintensive Medien oder schwierige Bedingungen bevorzugt eingesetzt, da sie die unvermeidlichen Arbeiten am Gerät stark vereinfachen.

Rotorwartung der nächsten Generation: öffnen, abkuppeln, entnehmen
Exzenterschneckenpumpen verfügen jedoch über keine vergleichbare Front, die einfach entfernt werden kann. Um das FSIP-Prinzip auch bei diesem Pumpentyp umsetzen zu können, wurde daher stattdessen ein spezieller Inspektionsdeckel entwickelt und in die Konstruktion implementiert. Der Deckel wird von fünf Schrauben gehalten, die sich ganz ohne Spezialwerkzeug in kürzester Zeit lösen lassen. Dennoch wurde bei der Gestaltung darauf geachtet, dass er sowohl bei hohen Drücken wie auch bei einer vertikalen Aufstellung der Pumpe zuverlässig schließt.

Heftausgabe: August 2015
Seite:

Über den Autor

Roger Willis, Manager Geschäftsfeld Chemie & Papier, Netzsch Pumpen & Systeme
Loader-Icon