Fit für die Zukunft

Stellungsregler neu überarbeitet

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08.07.2015 Der Trend zur Automatisierung von Armaturen und deren Antrieben ist ungebrochen. Dabei spielt einerseits der Wunsch nach einer immer höheren Regelgüte eine Rolle, andererseits sollen intelligente Stellungsregler Aussagen über den Zustand der Anlage ermöglichen. Beim Stellungsregler-Klassiker PS2 hat Siemens deshalb nun ein ganzes Bündel an Maßnahmen umgesetzt, um die Geräte fit für die Zukunft zu machen.

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Wenn es in Chemieanlagen zischt und klappert, dann liegt der Grund dafür auch in den eingesetzten Armaturenantrieben. Gerade in Regelanwendungen sorgt die Pneumatik der Antriebe und der davor geschalteten Stellungsregler dafür, dass die Strömung in den Armaturen den Vorgaben der Leitsysteme und des Betriebspersonals folgt. Doch was zischt und klappert, ist immer auch ein Indiz für verbrauchte (Druckluft-)Energie. Bei klassischen pneumatischen Stellungsreglern ist dies aufgrund des meist eingesetzten Düse-Prallplattenprinzips auch dann der Fall, wenn sich die Anlage im ausgeregelten Zustand befindet. Auch das Halten des Sollwerts erfordert dann die definierte Anströmung der Prallplatte. Beim bereits seit zwei Jahrzehnten im Markt eingeführten Stellungsregler Sipart PS2 wurde das anders gelöst: Wenn nach einem Regeleingriff der Ist-Wert den Sollwert erreicht, hört das Zischen – und damit auch der Verbrauch an Druckluftenergie – auf.

Rund 20 Jahre nach der Einführung hat der Karlsruher Hersteller die Geräte nun auf den neuesten Stand gebracht. Die „Intelligenz“ des Stellungsreglers wurde um ein ganzes Bündel an neuen Funktionen ergänzt. „Wir haben über viele Jahre unseren Kunden aufmerksam zugehört“, sagt Marco Volz, Produktmanager bei Siemens. Für die Endanwender wurden vor allem neue Kommunikationstechnik sowie umfangreiche Diagnosefunktionen realisiert. Seit November 2014 werden die Geräte mit Elektronik und Software ausgeliefert, die dem neuesten Stand der Hart-Kommunikation (Hart 7) entsprechen. Ab Herbst werden Hard- und Software außerdem den neuesten Stand des Profibus- und Founda­tion-Fieldbus-Protokolls besitzen.

Installation und Inbetriebnahme deutlich vereinfacht
Im laufenden Betrieb und in der Inbetriebnahme lassen sich damit viele Aufgaben vereinfachen. So geschieht die Initialisierung der Stellungsregler weitgehend automatisch: Nach dem Einbau führt der Stellungsregler mit der Armatur einen „Handshake / Handschlag“ durch, und macht sich mit der angeschlossenen Armatur bekannt. Nur noch wenige Parameter müssen vor der Initialisierung eingestellt werden. Was bisher auch schon beim Gros der angeschlossenen Armaturen Realität ist, weil entsprechende Kennwerte im Stellungsregler hinterlegt waren, soll künftig auch für exotische Antriebe mit invertiertem Wirksinn funktionieren. „Auch für die bislang noch schätzungsweise fünf Prozent der Armaturenantriebe, die bei der Inbetriebnahme  bisher mehr Zeit in Anspruch genommen haben, unterstützt nun die automatische Initialisierung die Inbetriebnahme der Armatur“, sagt Volz. Hier hat sich ausgezahlt, dass der Hersteller über viele Jahre systematisch Anwendungserfahrungen und -daten gesammelt hat.

Heftausgabe: Juli 2015
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Über den Autor

Armin Scheuermann, Redaktion
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