Die Ruhe bewahren

Stressbewältigung

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18.11.2013 Stressbedingte Erkrankungen nehmen kontinuierlich zu. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich der Anteil der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen sogar verdreifacht. Während früher die Rückenbeschwerden an erster Stelle standen, verursachen die psychischen Erkrankungen inzwischen die mit Abstand meisten Arbeitsunfähigkeitstage.  

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Entscheider-Facts Für Manager


und Führungskräfte

  • Die Anspannung, die eine Stress-Situation hervorruft, muss anschließend wieder abgebaut werden. Dazu gibt es eine Fülle von einfachen Techniken, die eine außergewöhnliche Wirkung haben.
  • Man muss lernen, Wichtiges von weniger Wichtigem zu unterscheiden und jeden Punkt in einer Prioritätenliste aufzuführen.
  • Auch wenn durch diese effiziente Zeitmanagement-Technik unterm Strich wesentlich mehr erledigt werden kann, sollte man zumindest einen Teil der gewonnenen Zeit auch intensiv zur Erholung nutzen.

November 2013

Stress kann verschiedene Ursachen haben ? aber man kann lernen, ihn zu bewältigen

Grund genug, sich mit dem Thema Stress und geeigneten Bewältigungsstrategien intensiv auseinanderzusetzen. Dazu gleich vorne weg: Stress ist wichtig. Ohne Stress gäbe es keinen Fortschritt. In Stress-Situationen produziert unser Köper die unterschiedlichsten Stresshormone. Diese sorgen unter anderem dafür, dass wir geistige und körperliche Höchstleistungen vollbringen können. Ohne diese Stresshormone können wir anspruchsvolle Situationen nicht bewältigen.

Den Dauerstress wirkungsvoll unterbrechen
Allerdings gilt das nur, solange wir uns nicht im Dauerstress befinden. Dauerstress bewirkt genau das Gegenteil. Die Leistungsfähigkeit sinkt, und es kommt zu den allseits bekannten Stresserkrankungen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Schlafstörungen, Magen-Darmproblemen usw. Diesen gefährlichen Dauerstress müssen wir gezielt unterbrechen. Wir müssen dafür sorgen, dass wir nach einer Stress-Situation wieder schnellstmöglich zur „inneren Ruhe“ zurückfinden. Die Anspannung, die eine Stress-Situation hervorruft, muss anschließend wieder abgebaut werden. Dazu gibt es eine Fülle von einfachen Techniken, die eine außergewöhnliche Wirkung haben. Drei davon finden Sie im Info-Kasten am Ende des Beitrags.
Darüber hinaus müssen wir dafür sorgen, dass wir uns in der Freizeit optimal erholen. Und genau da werden viele Fehler gemacht. Wenn man „Freizeit“ als die „frei zur Verfügung“ stehende Zeit definiert, haben viele Menschen gar keine Freizeit. Ständig sind tausend Dinge zu erledigen. Häufig hört man den Hilferuf „Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll!“. In solchen Phasen sollte man sich auch für die privaten Aufgaben eine Zeitmanagement-Technik zunutze machen, die sich im Business-Bereich schon seit Jahrzehnten bewährt hat.

Das Wichtige vom weniger
Wichtigen unterscheiden

Dazu schreibt man als erstes alles, was zu tun wäre, auf eine Liste. Danach ordnet man jedem Punkt der Liste eine Priorität (A, B, C oder D) zu und erledigt zunächst nur das Wichtigste, nämlich die A-Prioritäten. Dies verschafft das gute Gefühl, das wirklich Wichtige im Griff zu haben. Man sieht wieder Land, ist neu motiviert und manchmal kann man dann sogar noch den einen oder anderen der weniger wichtigen Punkte abarbeiten.
So einfach? Im Prinzip ja. Die Schwierigkeit besteht lediglich in der richtigen Prioritäten-Zuordnung. Was ist wirklich wichtig und was weniger? Dazu müssen wir uns zu jedem Punkt der Liste zwei Fragen stellen. Die erste Frage: Muss das getan werden (wenn ja, dann ist dieser Punkt entweder eine A- oder B-Priorität) oder soll das getan werden (C- oder D-Priorität). Enthält die Liste beispielsweise einen Arztbesuch mit dem Kind, dann ist das eindeutig eine Muss-Aufgabe. Die Einladung zur Einweihungsparty beim Nachbarn ist sicher auch wichtig, wenn man an guten nachbarschaftlichen Beziehungen interessiert ist, aber gehört eindeutig nur zu den Soll-Aufgaben.
Danach stellen wir die zweite Frage: Wann ist der späteste Termin für die Aufgabe? Heute oder geht das auch morgen noch? Diese zweite Frage entscheidet dann über A oder B bzw. über C oder D. Dementsprechend ist der Arztbesuch natürlich eine A-Priorität und die Einladung zur Einweihungsparty eine C-Priorität. Es lohnt sich wirklich, dieses Schema anzuwenden. Ist man darin geübt, geht die Prioritätenzuweisung sekundenschnell.  

Die Freizeit richtig nutzen!
Auch wenn durch diese effiziente Zeitmanagement-Technik unterm Strich wesentlich mehr erledigt werden kann, sollte man zumindest einen Teil der gewonnenen Zeit auch intensiv zur Erholung nutzen. Die Freizeit erholungsfähig zu gestalten, ist gar nicht so einfach, wie man meinen könnte. Denn was viele nicht wissen: Wir erholen uns nur dann optimal, wenn auch unser Gehirn sich im „Erholungsmodus“ befindet. Nur dann kann unser Körper die Hormone ausschütten, die zur vollständigen Regeneration notwendig sind.
Leider kann unser Körper nur eines von beiden. Entweder ist er im Aktivitätsmodus, oder er ist im Regenerationsmodus. Von beidem ein bisschen funktioniert nicht. Das ist wie beim Autofahren: Entweder geben wir Gas oder wir bremsen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich im Zweifelsfall immer der Aktivitätsmodus durchsetzt. Bestes Beispiel dafür: Wir sitzen abends vor dem Fernseher; eventuell noch gemütlich die Beine hochgelegt. Von Programm zu Programm zappend suchen wir etwas, das eventuell interessant sein könnte. Zwar befindet sich unser Körper jetzt im Ruhezustand; jedoch arbeitet unser Gehirn auf Hochtouren. Permanent versucht es, mit den ständig wechselnden Informationen etwas Sinnvolles anzufangen. Die zur optimalen Regeneration erforderlichen Hormone werden nicht produziert.

Freiraum für spontane Entscheidungen
offenhalten

Der wesentliche Fehler im Freizeitverhalten besteht heutzutage darin, dass wir zu viel hineinpacken. Obwohl noch keine Generation vor uns über so viel Freizeit verfügt hat, klagen Umfragen zufolge viele Menschen über Zeitdruck und Hektik in der Freizeit. Eigentlich ein Widerspruch! Während früher die Erholung im Vordergrund stand, will man heute in seiner Freizeit möglichst viel erleben. So mancher bräuchte montags dringend „frei“, um sich vom Stress des Wochenendes zu erholen. Also klares „Stopp“, wenn die Freizeit zu stressig wird. Nicht die gesamte Freizeit durchplanen, sondern einen Teil davon für spontane Entscheidungen offen halten, denen man dann nach Lust und Laune nachgehen kann.
Stress wird sicher auch in Zukunft ein permanenter Begleiter sein. Aber mit etwas Selbstdisziplin und den geeigneten Erholungstechniken lassen sich auch stressige Phasen gut bewältigen.

Mehr Infos zum Thema Stressbewältigung finden Sie hier

Heftausgabe: November 2013
Wolfgang Scheiber, WSD Ausbildungszentrum

Über den Autor

Wolfgang Scheiber, WSD Ausbildungszentrum
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