Studie prophezeit Wachstum des Chemiemarkts auf 5,6 Bio. Euro

22.05.2015 Bis 2035 soll sich das weltweite Marktvolumen der Chemieindustrie mehr als verdoppeln. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Roland Berger-Studie. Vor allem Asien soll demnach eine dominante Rolle spielen, während Europa als Chemiemarkt weiter an Gewicht verliert.

Anzeige
Studie prophezeit Wachstum des Chemiemarkts auf 5,6 Bio. Euro

Laut Studie soll sich das Marktvolumen der globalen Chemieindustrie bis 2035 verdoppeln (Bild: Roland Berger)

Laut der Studie „Chemicals 2035 – Gearing up for growth: How Europe´s chemical industry can gain traction in a digitized world“ soll sich der weltweite Umsatz der Chemieindustrie von zurzeit 2,6 Bio. Euro auf 5,6 Bio. Euro mehr als verdoppeln. Insgesamt gehen die Studienersteller aber davon aus, dass die Branche weltweit an Dynamik verliert: Während der Chemiemarkt heute um durchschnittlich 4,1 % pro Jahr wachse, werde er zwischen 2030 und 2035 nur noch um 3,6 % jährlich zulegen. Die europäische Chemieindustrie soll nur um 1,5 % wachsen – und der europäische Marktanteil bis 2035 auf 13 % zurückfallen, während der Asiens auf 62 % ansteigt.

Das schwache Wachstum in Europa schieben die Studienautoren unter anderem auf die steigenden Rohstoff- und Energiekosten sowie höhere Aufwendungen wegen verschärfter EU-Regularien. „Obwohl europäische Chemieunternehmen eine hohe Produktivität vorweisen und sehr innovativ sind, konsolidiert sich der Markt seit Jahren, vor allem in Europa“, erklärt Martin Erharter, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. „Wichtige Themen wie die zunehmende Digitalisierung der Industrie und neue Kundenanforderungen setzen Chemiekonzerne immer stärker unter Druck.“ Die Industrie außerhalb Europas habe dagegen kostengünstigeren Zugang zu Rohstoffen. Zum Vergleich: Während im Nahen Osten die Produktionskosten für 1 t Ethylen zurzeit bei rund 250 US-Dollar liegen, zahlen europäische Unternehmen etwa das Doppelte. Dass Länder wie China oder Indien sich eigene Chemie-Cluster bauen, macht sie außerdem unabhängiger von Importen aus Europa – womit dem europäischen Markt zukünftig Abnehmer fehlen.

Die Autoren der Studie erwarten aus Gründen wie kürzeren Produktlebenszyklen, dem schwierigen Zugang zu Rohstoffen und hohen Kundenansprüchen, die die Konzerne vor große Herausforderungen stellen, dass darauf der nächste evolutionäre Schritt – die Chemie 4.0 – resultiere; basierend auf der Idee der Industrie 4.0. „Die neuen Herausforderungen betreffen die gesamte Wertschöpfungskette der Chemieindustrie“, sagt Roland Berger-Partner Alexander Keller. „In einem anwendungsgetriebenen Umfeld werden das Verständnis für den Kunden und die Zusammenarbeit mit ihm immer wichtiger, um Mehrwert zu schaffen und langfristig wettbewerbsfähig zu sein.“

Hier finden Sie weitere Informationen sowie eine PDF-Datei der Studie.

(su)

Loader-Icon