Studie über die zukünftige Produktion in der Chemieindustrie

04.08.2014 Das VDI Technologiezentrum, Düsseldorf, hat eine Kurz-Studie über die zukünftige Produktion der chemischen Industrie in Deutschland vorgelegt. Derzufolge sind in dieser Branche bei den Prozessinnovationen keine kurzfristigen Innovationssprünge zu erwarten, doch deuten tiefgreifende inkrementelle Innovationen auf eine „stille Revolution“ hin.

Anzeige
Studie über die zukünftige Produktion in der Chemieindustrie

Ein zentrales Ergebniss der Kurz-Studie ist, dass in der chemischen Industrie bereits eine vielgestaltige Diskussion über die zukünftige Produktion begonnen hat (Bild: VDI Technologiezentrum)

Die Studie „Innovations- und Effizienzsprünge in der chemischen Industrie? Wirkungen und Herausforderungen von Industrie 4.0 und Co.“ wurde im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung und in Kooperation mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) erstellt. Sie strukturiert mit Fokus auf die Anwenderbranche die gegenwärtige Diskussion über die Produktion der Zukunft.

Zentrale Ergebnisse der Kurzexpertise sind:
• In der chemischen Industrie hat bereits eine vielgestaltige Diskussion über die zukünftige Produktion begonnen.
• Die diskutierten Konzepte zur zukünftigen Produktion bieten gegenwärtig ausgeprägte Chancen, aber auch große Herausforderungen für die chemische Industrie und ihre Akteure in Deutschland.
• Es ist ein ausgeprägter Forschungsbedarf sowohl im Hinblick auf die weitere Realisierbarkeit technologischer Anwendungen im Zuge von Industrie 4.0 und ähnlicher Konzepte als auch bezüglich der Wirkungen und Herausforderungen für Beschäftigte, Qualifizierung und Arbeitsorganisation zu konstatieren.

Der Projektleiter Dr. Norbert Malanowski sagte dazu: „Wir haben über 60 schriftliche Quellen ausgewertet und 12 Experten nach ihrer Einschätzung gefragt. Demnach sind in der chemischen Industrie keine Innovationssprünge sondern tiefgreifende inkrementelle Prozessinnovationen und sozio-technische Innovationen zu erwarten. Diese werden sich über mehrere Jahre beziehungsweise Jahrzehnte entwickeln.“

Eine deutlich veränderte Produktion in der chemischen Industrie mit ihren Wirkungen und Herausforderungen für Arbeit, Organisation und Qualifizierung wird laut den Ergebnissen der Kurzexpertise zu einem dauerhaften Thema für Unternehmen, Verbände, Gewerkschaften und Betriebsräte. Die Studie zeigt auch, dass es einer vertieften Forschung und einer fortschrittlichen Innovationspolitik bedarf, die sowohl technologische als auch soziale Innovationsprozesse betrachtet.

Der Begriff Industrie 4.0 spielt in der zukünftigen Produktion der chemischen Industrie weniger eine Rolle als in anderen Branchen wie dem Maschinenbau, der Automobilindustrie oder der Informations- und Kommunikationstechnik. Die anvisierten Prozessinnovationen in der chemischen Industrie laufen unter Begriffen wie „Intelligente Fabrik“ sowie „Optimierung, Flexibilisierung, Modularisierung oder Digitalisierung der Produktion“. Im Zentrum steht hier, die Prozesse von der Bestellung und Lieferung der Rohstoffe über die Fertigstellung und Auslieferung kontinuierlich und möglichst störungsfrei durchzuführen. Produktionsanlagen sollen zudem bei wechselnden Kundenaufträgen und Mengen optimal und effizient genutzt werden.

Weblink zum Thema
Die Kurz-Studie „Innovations- und Effizienzsprünge in der chemischen Industrie? Wirkungen und Herausforderungen von Industrie 4.0 und Co.“ (PDF, 63 Seiten) finden Sie als Download auf der Internetseite des VDI Technologiezentrums oder direkt hier.

(dw)

Loader-Icon