Syntheseverfahren

Grillo gelingt direkte MSA-Synthese aus Erdgas

21.06.2016 Funktionalisiertes Methan aus Erdgas: Aus Methan und Schwefeltrioxid haben die Grillo-Werke erstmals hochreine Methansulfonsäure (MSA) hergestellt. Aufgrund der eingesetzten Rohstoffe ist der Prozess äußerst wirtschaftlich.

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MSA Methansulfonsäure, methanesulfonic acid

Aus Methan hergestellte Methansulfonsäure, eine klare und hochreine Flüssigkeit (Bild: Grillo-Werke)

Methan ist Hauptbestandteil von Erdgas und dient primär als Energieträger oder wird in Raffinerien abgefackelt. Sowohl Industrie als auch öffentliche und private Forschungseinrichtungen suchen seit Jahren nach Einsatzmöglichkeiten von Erdgas auch als Rohstoff. Hindernis war dabei bislang die Reaktionsträgheit von Methan, die sich bei der nun gelungenen Synthese von Methansulfonsäure (MSA) jedoch mit optimierten Reaktionsbedingungen und Aktivatoren überwinden lässt.

Der Prozess verläuft nach Angaben des Herstellers unter milden Bedingungen und liefert nahezu vollständige Ausbeuten. Neben ökonomischen Vorteilen entstehen bei der Herstellung der hochreinen Methansulfonsäure weder toxische Zwischenprodukte noch umweltschädliche Nebenprodukte.  Methansulfonsäure ist eine sehr starke, nicht oxidierende Säure, die biologisch leicht abbaubar und toxikologisch unbedenklich ist. Die großtechnische Umsetzung der Grillo-Methansulfonierung ist bis 2019 geplant.

Der Markt für MSA wächst stark, die Chemikalie kommt unter anderem in der Galvanik, Elektronik und pharmazeutischen Industrie sowie in Reinigungsmitteln zum Einsatz.

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