Markt

Tarifrunde 2016: „Keine großen Sprünge möglich“

27.05.2016 5 % mehr Lohn für die 550.000 Beschäftigten der chemischen Industrie fordert IG BCE von den Arbeitgebern in der diesjährigen Tarifrunde. Dies lehnte der BAVC mit Verweis auf die wirtschaftliche Lage sofort zurück.

Anzeige
oil and gas workers inside large petrochemical industry

Gewerkschaft und Arbeitgeber verhandeln wieder über das Entgelt der 550.000 Beschäftigten der chemischen Industrie in Deutschland (Bild: christian42 – Fotolia)

Neben mehr Entgelt forder die Industriegewerkschaft, dass der Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg“ weiter entwickelt wird. Das hat ihre große Tarifkommission am 25. Mai in Hannover einstimmig beschlossen. Die deutsche chemische Industrie stehe in der Weltspitze und sei voll wettbewerbsfähig. Die Dividenden und die Quartalsberichte zeigten zugleich, wie gut es um die Rahmenbedingungen bestellt sei: Die Unternehmen profitierten derzeit von niedrigen Energiepreisen, einem vergleichsweise schwachen Euro und günstigen Krediten, argumentiert der IG BCE. „Unsere Kolleginnen und Kollegen schaffen Wachstum und Wohlstand für unser Land. Das muss sich auch in den Portemonnaies bemerkbar machen“, erklärt Peter Hausmann, Verhandlungsführer der Gewerkschaft.

Naturgemäß anders sieht dies die Arbeitgeberseite: „Die Chemie erwartet auch für 2016 kaum mehr als Stagnation bei der Produktion und einen weiteren Rückgang beim Umsatz“, kommentiert BAVC-Verhandlungsführer Georg Müller. „Zudem sind die Lohnkosten in den letzten 5 Jahren deutlich gestiegen. Die Produktivität liegt dagegen im Minus: Chemie-Tariflöhne plus 15 Prozent – Produktivität minus 4 Prozent. Nachholbedarf gibt es nur bei der Produktivität.“ Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Chemie stehe enorm unter Druck. „Das müssen wir im Blick behalten, wenn wir über neue, dauerhaft wirksame Kostensteigerungen verhandeln“, so Müller weiter. „Die Chemie-Beschäftigten sind immer fair am wirtschaftlichen Erfolg der Branche beteiligt worden. In Zeiten der Niedriginflation gelingt dies auch mit moderaten Tarifabschlüssen.“

Loader-Icon