Chemische Industrie

Tarifverhandlungen: Bundesrunde ohne Ergebnis

15.06.2016 Es war zu erwarten: Die ersten bundesweiten Tarifverhandlungen 2016 für die rund 550.000 Beschäftigten in der chemischen Industrie blieben ohne Abschluss. Die nächste Runde ist für den 22. Juni in Lahnstein festgesetzt

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Peter Hausmann, Verhandlungsführer der IG BCE, zeigt die Forderung nach 5 % mehr Lohn an. (Bild: Stefan Koch/IG BCE)

„Bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Lage liegen Arbeitgeber und IG BCE erwartungsgemäß noch weit auseinander“, kommentiert der Verhandlungsführer des Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) Georg Müller den aktuellen Stand der Verhandlungen. „Aber ein Kompromiss ist möglich, wenn sich beide Seiten bewegen.“ Die IG BCE fordert eine Erhöhung der Entgelte um 5 %. Aus Sicht der Chemie-Arbeitgeber lassen die ökonomischen Rahmenbedingungen keine großen Sprünge beim Entgelt zu. Die Chemie in Deutschland erwartet auch für 2016 kaum mehr als Stagnation bei Produktion und Umsatz. Laut der Gewerkschaft IG BCE legten die Arbeitgeber kein Angebot vor.

Nach neun ergebnislosen Runden in den Regionen näherten sich die Verhandlungspartner bei den ersten gesprächen auf Bundesebene beim Komplex Ausbildung an. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels kommt es aus Sicht der Gewerkschaft darauf an, die Perspektiven junger Leute in der chemischen Industrie weiter zu verbessern. „Bei diesem Thema gibt es Schnittmengen, die wir nun zusammenführen. Wir müssen uns dabei auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen. Die Schulabgängerzahlen sind rückläufig. Hinzu kommt ein ungebrochener Akademisierungstrend in unserer Gesellschaft. Die Chemie-Arbeitgeber werden sich in der Nachwuchssicherung weiter stark engagieren. Grundlegend für den Erfolg und die Akzeptanz auf Arbeitgeberseite bleibt das Prinzip ‚Ausbildung geht vor Übernahme‘“, so Müller.

 

 

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