Frühwarnsystem für Lieferprobleme

Termin- und Qualitätskontrolle durch Expediting

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04.04.2018 Liefert ein Hersteller selbst die kleinste untergeordnete Komponente zu spät oder in minderer Qualität, kann das die Inbetriebnahme einer ganzen Großanlage verzögern. Um dies zu vermeiden, hilft eine vorausschauende Termin- und Qualitätskontrolle der Zulieferer: das sogenannte Expediting.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Wenn es bei Zulieferern für ein Großprojekt zu Lieferschwierigkeiten einer bestimmten Komponente kommt, sind oft große Zeitverzögerungen für das gesamte Projekt und hohe Kosten die Folge.
  • Eine vorausschauende Termin- und Qualitätskontrolle – das sogenannte Expediting – hilft dabei, Probleme beim Hersteller frühzeitig zu erkennen und eine Lösung dafür zu finden.
  • Neben der Terminkontrolle können Expeditoren gleichzeitig auch eine Qualitätsprüfung durchführen, um die Zahl der nötigen Besuche beim Zulieferer und die Kosten möglichst gering zu halten.

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Beim Expediting analysieren Spezialisten die komplette Liefer- und Fertigungskette nach Qualitäts- und Terminkriterien. Bild: IWT

Insbesondere bei Großprojekten kann es schnell unübersichtlich werden: viele Lieferanten in verschiedenen Ländern, mit diversen Lieferterminen und unterschiedlicher Bedeutung der Komponenten. Bestimmte Bestandteile und Lieferungen rücken oft erst wieder in den Fokus, wenn der jeweilige Hersteller von sich aus Verzögerungen ankündigt. In den meisten Fällen ist es zu diesem Zeitpunkt bereits zu spät, und keiner der Beteiligten kann einen Engpass noch vermeiden. Besonders in der Chemieindustrie und im Öl- und Gassektor haben dann Verzögerungen und Ausfälle in der Anlage einen großen Zeitaufwand und hohe Kosten zur Folge.

Verzögerungen von Anfang an vermeiden

Bei IWT aus Limburg/Lahn haben Kunden aus diesem Grund das Expediting in den letzten Jahren verstärkt nachgefragt. Darunter waren auch verschiedene Großprojekte, wie beispielsweise das Expediting für die Industriearmaturen und andere Komponenten von drei Kraftwerken in Ägypten. Zum Angebot gehören Industrieinspektionen sowie die zerstörende und zerstörungsfreie Werkstoffprüfung – insbesondere für Druckgeräte wie Armaturen, Wärmeübertrager und Behälter, den Stahlbau sowie die Schweißtechnik. Viele Unternehmen haben erkannt, dass die frühzeitige und konsequente Inanspruchnahme dieser Dienstleistungen sowohl die Qualität als auch die Pünktlichkeit der Lieferanten sichern und damit Kosten einsparen kann.
Das Expediting unterstützt die termingerechte und effektive Inbetriebnahme von Anlagen und Kraftwerken: Vom Projektstart an analysieren die Inspektoren und Expeditoren die komplette Liefer- und Fertigungskette, um frühzeitig eventuelle Engpässe oder Herausforderungen zu identifizieren und diese gemeinsam mit den Herstellern zu lösen. Die eingesetzten Spezialisten sind jeweils einschlägig qualifiziert – etwa als Schweiß-Fachingenieur – und sind von Unternehmen wie Saudi Aramco oder von Fachorganisationen wie der norwegischen Frosio oder dem US-amerikanischen Ingenieurs-Berufsverband Asme als Inspektoren zugelassen und zertifiziert. Darüber hinaus werden sie kontinuierlich weitergebildet und geschult.

Qualitätsprüfung inklusive

Die angebotenen Dienstleistungen gehen jedoch noch über die bloße Terminkontrolle hinaus: Die Spezialisten sind mit umfangreichen Prüfequipment ausgestattet und können parallel dazu weitere qualitätssichernde Tests und Prüfungen durchführen: etwa die Werkstoffverwechslungs-Prüfung (PMI), die mobile Härteprüfung oder den Holiday-Test, um Lücken oder Unterbrechungen in Beschichtungen aufzuspüren. Durch dieses „All in one“-Konzept gestalten sich die einzelnen Besuche effizienter und sind seltener notwendig. Dies spart wiederum Kosten für alle Beteiligten.

Heftausgabe: April/2018

Über den Autor

Christopher Alexi, Werbeagentur RSB Design, für IWT
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