Der amerikanische Physiker Prof. Mark A. Kasevich, ein Pionier bei der Entwicklung des Präzisions-Atominterferometers, hat den Carl Zeiss Forschungspreis 2004 des Ernst-Abbe-Fonds erhalten. Der Preis gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen in der Optik in Deutschland und ist mit 25.000 Euro dotiert.
Bei der Atominterferometrie wird der seit 1924 bekannte Effekt genutzt, das sich auch Atome wie Wellen verhalten können. Prof. Kasevich entwickelte damit ein Verfahren, um Beschleunigungen mit höchster Genauigkeit zu messen, das nicht nur in der Grundlagenforschung eingesetzt wird. Es bietet auch interessante Perspektiven für die technische Anwendung, etwa für die Navigation oder für die Vermessung von Gesteinsformationen bei der Erschließung von Erz- und Erdöl-Vorkommen.
Der heute 40-jährige Physiker Kasevich stammt aus Hartford, Connecticut. Er promovierte in Stanford, Kalifornien, bei dem späteren Physik-Nobelpreisträger Steven Chu. Bereits für seine Doktorarbeit zur Atom-Interferometrie erhielt er zahlreiche wissenschaftliche Preise. Nach einer Professur in Yale forscht und lehrt er inzwischen wieder in Stanford.
Der Carl-Zeiss-Forschungspreis wird seit 1990 alle zwei Jahre bei der Tagung der Deutschen Gesellschaft für angewandte Optik (DGaO) verliehen. Der Ernst-Abbe-Fonds zeichnet damit vornehmlich junge Wissenschaftler für herausragende Leistungen in Grundlagenforschung und angewandter Optik aus.
16.06.2004, 00:00

