Artikel nichts geht durch die Lippen

16.11.2007

Vakuum mit Wellenlippendichtung

Bewegliche Elemente in Maschinen vakuumfähig abzudichten, kann in Prozessanlagen der chemischen Industrie schwierig sein. Die Wellenlippendichtung dichtet Trockner vakuumsicher ab, verkürzt die Trocknungszeit und spart Energie.

In der großchemischen Herstellung eines weißen Pulvers unter aggressiven Bedingungen wie Temperaturen zwischen 0 und 150°C verlangte der Trocknungsprozess im Mischwerk einen konstanten Druck von 150mbar. Die übliche Packungsdichtung konnte das Vakuum im Trockner nicht halten so dass nur 400mbar erreicht wurden. Ursache dafür war die starke Bewegung der Rührwerkswelle, die die Packungsdichtung auf Dauer zu sehr strapazierte. Sie führte zu Spalten an den Dichtflächen und verhinderte so ein zuverlässiges Vakuum.

Die Dichtung geht mit

Um dennoch ein ausreichendes Vakuum zu erreichen, ersetzte der Betreiber die Packung durch eine Wellenlippendichtung. Deren fünf hintereinander aufgebaute Lippen dichten den Trockner ausreichend konstant ab, so dass der Trocknungsprozess durchgängig bei 8mbar ablaufen konnte. Die Wellenlippendichtung folgt den Bewegungen der Mischerwelle, ohne dass diese die Dichtelemente beeinflusst. Es treten keine Relativbewegungen zwischen den Dichtelementen und der Welle der Maschine auf.

Zeit und Geld gespart

Die Trocknungszeit verringerte sich damit um zehn Stunden – um die Dauer eines Batchs im Prozess. Der Betreiber konnte damit in derselben Zeit nicht nur eine Charge mehr herstellen, sondern auch erheblich Energie wie Kosten einsparen. Da die Dichtung ohne Sperrflüssigkeit auskommt, also trocken läuft, kann kein Fremdmedium in die Produktion eindringen und den Prozess stören. Gleichzeitig entfallen aufwändige Rohrleitungen und Pumpen, um die Dichtung mit Sperrflüssigkeit zu versorgen sowie Kosten für Sperrflüssigkeiten, Sperrgase oder Thermosiphonbehälter.

Planbare Revision

Der Sicherheit für den laufenden Prozess dient eine Leckagebohrung vor der vorletzten Lippe. Über die Bohrung signalisiert ein Druckmesser, dass die Dichtung in absehbarer Zukunft eine Überholung benötigt. Da noch zwei Lippen den sicheren Betrieb gewährleisten, bleibt dem Betreiber ausreichend Zeit, die Dichtung geplant auszutauschen, ohne dass die Anlage unvorhergesehen still steht.

Der Hersteller liefert die Dichtung mit DIN-Abmessungen als einbaufertige Dichtungspatrone, wobei eine individuelle Anpassung an die Maschine möglich ist. Die Wellenlippendichtung ist Atex- wie TA-Luft konform. Sie eignet sich für Drücke von Vakuum bis maximal 25bar und ist bei Temperaturen von -40 bis 350°C sowie einer Gleitgeschwindigkeit von 7,5ms-1 einsetzbar.

Quelle: interseal, Quelle: interseal

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