Artikel ZVEI verzeichnet starken Umsatzrückgang in der Automatisierungsindustrie
|
Anlagenbau ![]() ![]()
|
Chemie ![]() ![]()
|
Pharma ![]()
|
Ausrüster ![]() ![]()
|
|
Planer ![]() ![]()
|
Betreiber ![]() ![]()
|
Einkäufer |
Manager ![]() ![]()
|
Im Markt für Prozessautomatisierung herrscht Windstille. Nach einigen überdurchschnittlich guten Jahren bewegt sich die Auftragslage der Automatisierungsunternehmen aktuell noch auf Normalniveau. Doch „der deutsche Auftragseingang ist teilweise leider noch in der Absturzphase,“ erklärte Dr.Gunther Kegel, Vorsitzender des Vorstands ZVEI-Fachverband Automation, im April 2009. Für den weltweiten Markt der Prozessautomatisierung berichtet Michael Ziesemer, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Messtechnik und Prozessautomatisierung, im April von einem rückläufigen Auftragseingang um 15 bis 20 Prozent im ersten Quartal 2009. Dieser Trend setzte sich fort und Ziesemer legte im September die Zahlen für die ersten acht Monate 2009 dar: „Die Auftragseingänge in der Messtechnik und Prozessautomatisierung lagen weltweit um durchschnittlich 16 Prozent unter denen im Vorjahreszeitraum. Eine eindeutige Bodenbildung auf breiter Front ist noch nicht erkennbar. Wir rechnen jedoch damit, das derzeitige Niveau bis Ende des Jahres mindestens stabilisieren zu können.“
Stabil niedriges Niveau
Die deutschen Hersteller von Messtechnik und Prozessautomatisierung trifft die mangelnde Nachfrage im ersten Halbjahr 2009 mit einem Umsatzrückgang von 19 Prozent, das sind 6,8 Mrd. Euro weniger als im Vorjahreszeitraum. Produziert wurde zu einem Wert von 4,9 Mrd. Euro (-22 Prozent). Gleichzeitig erhielten die Unternehmen knapp 31 Prozent weniger Aufträge. Der Auftragseingang Inland sank um etwa 28 Prozent, während die Aufträge aus dem Ausland um mehr als 32 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. Ziesemer rechnet insgesamt für die Prozessautomatisierer 2010 mit einer spürbaren Besserung. „Wenn sich der Wind dreht, dauert es erfahrungsgemäß noch sechs Monate, ehe das Geschäft wieder anzieht. Nach fünf sehr guten Jahren ist 2009 ein ganz schwieriges Jahr für die Branche.“ Allerdings scheint es, dass die Lage sich nicht weiter zuspitzt und die Zahlen nun stabil bleiben.
Regional betrachtet, verschafften die Auftragseingänge aus dem Mittleren Osten und dem asiatischen Raum Lichtblicke, wo überwiegend ein Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich zu verzeichnen ist. Hier gebe es mehr als deutliche Anzeichen für eine Stabilisierung der Märkte, insbesondere in China, meinte Ziesemer im April. Dabei merkte er an, dass vorwiegend japanische und US-amerikanische Unternehmen, die in China produzieren, den Aufwärtstrend generieren. Indien weise sogar ein Wachstum im höheren einstelligen Bereich auf. „In Deutschland, Europa und den USA ist das Geschäft uneinheitlich, aber schwach mit einem Minus von bis zu 25 Prozent“, erläuterte Ziesemer im September. Extrem schwierig gestalte sich derzeit das Russland-Geschäft mit Rückgängen von bis zu 40 Prozent. „Es wirkt sich zunehmend positiv aus, dass die Weltwirtschaft nicht mehr nur auf die Konjunkturlokomotive USA angewiesen ist, sondern dass mit China und Indien weitere Zugpferde hinzugekommen sind.“
Energieeffizienz als Wachstumsimpuls
Die Krise trifft nicht alle Branchen gleichermaßen. Während Chemie und Maschinenbau für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie die Papier- und Zellstoffindustrie erhebliche Auftragsrückgänge verbuchen, entwickelt sich die Kraftwerkstechnik, Öl und Gas, die Wasser- und Abwassertechnik sowie die Life-Science-Branche positiver.
Für 2010 lasse der Trend zu mehr Energieeffizienz in den Prozessindustrien auf ein moderates Wachstum hoffen. Eine Untersuchung des ZVEI hat ergeben, dass durch intelligente Prozessautomatisierung zum Beispiel bei der Zustandsüberwachung an Durchflussleitungen und bei der Produktionsoptimierung in Prozessreaktoren allein in Deutschland pro Jahr vier Mrd. Euro Energiekosten eingespart werden können. Das entspricht 20 Mio. t CO2-Äquivalente.
Auch von den weltweiten staatlichen Investitionsprogrammen könnten dem ZVEI zufolge Impulse ausgehen. Zudem konnten zum Beispiel mit dem Mittel der Kurzarbeit Personalabbau meist vermieden werden, wenn auch die Verträge von Leasing- und Zeitarbeitskräften sowie von befristet eingestellten Mitarbeitern nicht verlängert wurden. Dr. Gunther Kegel appellierte bereits auf der Hannover Messe, Fachkräfte zu halten und in der Nachwuchsförderung nicht nachzulassen.
Fazit: Für das kommende Jahr erwartet die Branche wieder ein moderates Wachstum von drei bis vier Prozent, wenn auch auf Basis des niedrigen Niveaus von 2009, stimmten Kegel und Ziesemer überein. Die Wachstumsraten werden sich nach der Krise im einstelligen Bereich bewegen. Und für alle Beteiligten ist klar: Es ist nicht die Frage ob, sondern eher wann die Nachfrage wieder steigt und mit welcher Mannschaftsstärke die Unternehmen nach der Flaute wieder antreten können.
Autor: Dr. Etwina Gandert
Ausgabe:10a/2009 Special Prozessautomatisierung
Weitere Infos
Firma: |
ZVEI-Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V.
Kontakt |
|---|---|
Dokumente: |
ZVEI verzeichnet starken Umsatzrückgang in der Automatisierungsindustrie |
Firmen
-
Hans Turck GmbH & Co. KG
45472 Mülheim an der Ruhr
-
Ruland Engineering & Consulting GmbH
67435 Neustadt -
InfraServ Wiesbaden Technik GmbH & Co. KG
65203 Wiesbaden -
IAS Ingenieurbetrieb für Automatisierungssysteme GmbH
14772 Brandenburg






