NewsBayer MaterialScience nimmt Pilotanlage für Nanoröhrchen in Betrieb
01.02.2010, 06:38
Bayer MaterialScience hat eine neue Pilotanlage zur Herstellung von Kohlenstoff-Nanoröhrchen (Carbon Nanotubes, CNT) im Chempark Leverkusen eröffnet. Rund 22 Millionen Euro hat das Unternehmen in die Planung, Entwicklung und den Bau der Anlage investiert. Sie verfügt über eine Kapazität von 200 Jahrestonnen und ist laut Unternehmensangaben die weltweit größte ihrer Art.
Von der Investition erhofft sich das Chemieunternehmen einen Vorsprung in der Erschließung einer Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten für mehrwandige Kohlenstoff-Nanoröhrchen. Das Produkt soll unter der Marke Baytubes vertrieben werden. „Aktuelle Prognosen sagen für Carbon Nanotubes ein jährliches Wachstum von 25 Prozent und innerhalb von zehn Jahren ein Marktvolumen von zwei Milliarden US-Dollar voraus“, sagt Dr. Joachim Wolff, Mitglied des Executive Committee von Bayer MaterialScience und Leiter des Bereichs Coatings, Adhesives, Specialties.
Mit der Eröffnung der neuen Anlage bekräftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben sein Bekenntnis zu Leverkusen und zum Industriestandort Nordrhein-Westfalen. „Bei diesem Projekt beweist sich die Stärke unseres Standorts hier in Leverkusen. Wir verfügen über eine hervorragende Infrastruktur, eine problemlose Anbindung an Rohstoff- und Energieversorgung, eine ausgereifte Entsorgungstechnologie sowie über hoch qualifizierte Mitarbeiter und Fachbereiche“, so Dr. Steffen Kühling, Leiter Produktion und Technologie im Bereich Coatings, Adhesives, Specialties bei Bayer MaterialScience.
Bereits seit 2007 betreibt das Unternehmen eine Pilotanlage für CNTs mit 60 Tonnen Jahreskapazität im badischen Laufenburg. CNTs werden in einem Reaktor bei hoher Temperatur durch ein katalytisches Verfahren aus Ethylen gewonnen. Die Nanoröhrchen sind können in Polymermatrizes oder in Metallsystemen als füllender oder modifizierender Zusatzstoff beigefügt werden, wodurch die mechanische Stabilität verbessert sowie bestimmte elektrische Eigenschaften erzeugt werden. Sie können unter anderem in thermoplastischen und duroplastischen Systemen sowie in Lacken eingesetzt werden. In Schiffsanstrichstoffen sorgen CNTs für eine sehr hohe Abriebbeständigkeit. Gleichzeitig wird der Strömungswiderstand des Schiffsrumpfes gegenüber Wasser herabgesetzt und dadurch der Kraftstoffverbrauch deutlich reduziert. Außerdem werden die Kohlenstoff-Nanorörchen in Rotorblättern von Windkraftanlagen sowie in Sportartikeln wie Skiern, Hockeyschlägern und Surfbrettern verwendet.
01.02.2010, 06:38
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