Artikel Dichtungen für den Umweltschutz und höhere Anlagenverfügbarkeit
Dichtung, Umweltschutz, Flanschverbindung
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Entweder ist die Dichtung zu breit, das Flanschblatt zu schwach dimensioniert oder die Schrauben – besonders die in der Industrie am häufigsten eingesetzten 5.6er Schrauben – sind zu schwach. Bedingt durch die bei herkömmlichen Dichtungen sehr breite Dichtfläche nach DIN sowie DIN EN sind die 5.6er Schrauben nicht in der Lage, die benötigte Flächenpressung auf die Dichtung zu bekommen, um die Dichtheitsklasse L 0,01 zu erreichen.
Um die benötigte Flächenpressungskraft auf die Dichtung zu bringen, müssen bislang entweder die bestehenden Flansche gegen stärkere Flansche ausgetauscht oder höherwertigere Schrauben genommen werden, d.h. statt der preiswerteren 5.6er Schrauben die teureren 25CrMo-5-Schrauben. Bleibt man dagegen bei den bestehenden DIN-Flanschen und nimmt stärkere Schrauben sind eventuell die Flanschblätter zu schwach ausgelegt und verbiegen sich, und die Dichtungsverbindung ist zerstört.
Somit bleibt nur noch die Möglichkeit, die Fläche der Flachdichtung in der Dichtbreite derart zu verringern, dass man mit den jetzigen Flanschen nach DIN und der Massenschraube 5.6 die neuen kommenden Anforderungen der neuen Norm VDI 2290 erfüllen kann.
Dreifachabdichtung schafftSicherheit
Diese Sicherheit wird auch bei der seit 2007 gültigen Version der TRBS (Technische Regeln Betriebssicherheit) nach 2141–3 und nach 2152–2 vorausgesetzt (Flanschverbindungen müssen gerechnet werden). Das hat ein Hersteller erkannt und stellt nur Dichtungen mit schmaler Graphitbreite her. Das wichtigste Kennzeichen dieser Dichtungen: Das Graphit ist gekapselt und ersetzt somit den nicht federnden Innen- und Außenbördel; ein federnder Zahn bewirkt den metallischen Kraftschluss. Dadurch ist eine dreifache Abdichtung gewährleistet.
Dies wird durch eine zweifache metallische Abdichtung innen und außen und das zusätzlich eingekapselte Graphit ermöglicht. Durch diese Kapselung wird verhindert, dass das Graphit unter dem Flächenpressungsdruck der Flansche wegfließen kann. Somit ist dauerhaft eine gleichbleibende Flächenpressung bei allen Flanschtypen gegeben. Eine Verkokung des Graphits – wie häufig bei Spießblechdichtungen – wird durch die Kapselung bei hohen Temperaturen und Drücken ausgeschlossen.
Ein wichtiges Merkmal dieser Dichtungen ist die Federcharakteristik der metallischen Zähne. Durch diese Federcharakteristik werden Druck- und Temperaturschwankungen an den Flanschverbindungen kompensiert. Besonders beim An- und Abfahren sowie großen Temperaturschwankungen hat sich die Federcharakteristik der Dichtungen hervorragend bewährt; die Dichtungen sind dauerhaft dicht geblieben.
Die neue geprägte Kammprofildichtung Revolution ist ebenfalls mit einer multiplen Abdichtung versehen – mehrfach federnde metallische Abdichtung sowie eine mittig liegende Graphitabdichtung. Da das Graphit zwischen den Innen- und Außenzähnen gekapselt ist und nicht wegfließen kann, verbessert sich die Rückstellkraft des Graphits. Diese Dichtung hat sich bereits in petrochemischen Anlagen sowie in der Medizin- und Lebensmittelindustrie bewährt, insbesondere beim An- und Abfahren einer Anlage.
In Raffinerien und der petrochemischen Industrie haben sich Dichtungen im Tieftemperaturbereich bis rund –190°C (Medium Wasserstoff, CO2 und Luftzerlegungsanlagen) sowie im Hochtemperaturbereich (Steamcracker) bis 860°C bewährt. Darüber hinaus werden diese Dichtungen in einer Brennstoffzelle bis 1200°C ohne Dichtprobleme eingesetzt (Medium Wasserstoff).
Mit diesen schmalen Dichtungen lassen sich nach TRBS2141–3 und 2152–2 gerechnete Flanschverbindungen häufig noch dann mit einem richtigen Anzugsmoment versehen, wenn dies bei breiten Grafitdichtungen nach DIN2690/DIN EN 1591–1 nicht mehr möglich ist. Alle Dichtungen erfüllen die Vorschriften der TA-Luft, VDI 2440, sind montagefreundlich sowie firesafe und ausblassicher. Die Anforderungen der neuen anstehenden Norm VDI 2290 werden erfüllt. Schraubenwechsel, zum Beispiel von 5.6 auf 25CrMo 5, ist nicht erforderlich.
Autor: Alfred Jung
Ausgabe:11/2010 November
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