Artikel Siebmaschine für beengte Raumverhältnisse
Siebmaschine, Siebfläche, Freischwinger
|
Anlagenbau
|
Chemie ![]() ![]()
|
Pharma
|
Ausrüster
|
|
Planer
|
Betreiber ![]() ![]()
|
Einkäufer
|
Manager |
Bei dem Einbau einer neuen Siebmaschine in eine bestehende Anlage spielt das Längenmaß oftmals eine entscheidende Rolle. Denn meistens ist mit schwierigen Platzverhältnissen zu kämpfen, und Umbaumaßnahmen an einer bestehenden Anlage sind nur schwer zu realisieren. Ebenso ist zu beobachten, dass immer größere Produktmengen verarbeitet werden. Das wiederum hat zur Folge, dass die Siebflächen ebenfalls ansteigen und die Siebmaschinen immer länger werden. Dadurch muss aber entsprechend mehr in die Infrastruktur investiert werden wie zum Beispiel in den Stahlbau oder in größere Hallen. Da jedoch die Gesamtkosten einer Anlage wesentlich mehr in den Fokus gerückt sind, gilt es, Lösungen zu finden, um dies zu verhindern oder aber zumindest die Kosten so niedrig wie möglich zu halten. Und genau da setzt die Typenreihe JEL V-Screen an.
Anordnung der Siebflächen zueinander optimiert
Um eine geringere Grundfläche im Vergleich zu herkömmlichen Plansichtern zu erreichen, ist es notwendig, die benötigte Siebfläche übereinander zu bringen. Das ist im Prinzip nicht neu, jedoch arbeiten viele solcher Systeme mit Rücklaufböden. Dies bedeutet aber, dass auch das Höhenmaß überproportional anwächst. Um auf solche Rücklaufböden zu verzichten, wurde bei der Entwicklung der Siebmaschine die Anordnung der Siebflächen zueinander optimiert.
In einem ersten Schritt wird der Feinanteil des Produktes ausgesiebt. Für diesen Prozess wird in der Regel die meiste Siebfläche benötigt. Daher wird diese auf zwei Ebenen aufgeteilt und untereinander angeordnet. Nachdem dieser Feinanteil abgesiebt ist, wird auf der dritten Ebene das Grobgut in der definierten Korngröße voneinander getrennt. Damit sich die Produktströme während des Siebvorganges nicht vermischen können, wurde ein spezielles Produktleitsystem entwickelt. Damit ist es möglich, sich kreuzende Produktströme zu 100 Prozent zu trennen - denn nur so lassen sich mehrere Fraktionen übereinander sieben.
Flexibles unteres Deck
Heute Granulate und morgen pulverförmiges Produkt - über die gesamte Laufzeit einer Siebmaschine ist es fast unmöglich vorherzusagen, welche Aufgabenstellungen diese zu lösen haben. So wurde bei der Entwicklung der neuen Typenreihe großes Augenmerk auf die Flexibilität gelegt. Es ist problemlos möglich, die Anzahl der Fraktionen zu ändern. Um dies zu erreichen, muss lediglich die Anordnung der Siebeinleger des unteren Siebdecks geändert werden. Damit auch die Ausläufe dazu passend verändert werden können, sind diese standardmäßig in verschraubter Ausführung. Dieser Vorgang ist ohne großen Zeitaufwand zu realisieren. Speziell auf den entsprechend geänderten Einsatzfall abgestimmte Zubehörpakete, wie Trichter oder Einleger, kann der Hersteller kurzfristig zur Verfügung stellen.
Beim Einsatz von verschiedenen Produkten kann es durchaus sinnvoll sein, das untere Deck in der Siebneigung zu verändern - bei unveränderter Siebneigung der oberen Siebdecks. Um dies zu realisieren, kann der Anwender mit wenigen Handgriffen Keilleisten unter die jeweiligen Siebeinleger legen.
Bei Siebmaschinen mit übereinander angeordneten Siebdecks ist das Wechseln der Siebeinleger oftmals nicht ganz einfach. Aber auch hier hat der Maschinenbauer bei der Konzeption der Siebmaschine besonders auf einfaches Handling im Betrieb geachtet. So lassen sich die oberen Siebeinleger problemlos nach dem Entfernen des Siebdeckels erreichen. Die entsprechenden Spannleisten sind schnell und einfach demontiert. Die Einleger der unteren Decks werden seitlich gewechselt. Dafür sind Verschlussdeckel am Trog angeordnet - je nach Größe der Siebmaschine auch beidseitig. Über diese Öffnungen lassen sich die Siebeinleger einfach und unkompliziert wechseln.
Zusätzlich lassen sich die verschraubten Trichterteile im Auslaufbereich der Siebmaschine demontieren. Deshalb ist es möglich, die Siebeinleger und Trichter beispielsweise an einem separaten Waschplatz einfach zu reinigen. Die Siebmaschine ist somit von oben und unten offen, kann zusätzlich seitlich über die Verschlussdeckel geöffnet werden und ist damit gut zugänglich.
Hohe Trennschärfe bei
produktschonendem Siebvorgang
Wie bei den Siebmaschinen der Baureihe Freischwinger wird siebt auch die neue Maschine das Produkt von fein nach grob. Der Grund dafür liegt darin, dass sich bei gleicher Schüttdichte das feine Produkt immer unten absetzt und das Gröbere nach oben schwimmt.
Ein Elektromotor mit relativ geringer Drehzahl treibt die Siebmaschine an. Dieser überträgt seine Kraft mithilfe eines Keilriemens auf die Antriebs-Schwungmasse. Seitlich angeordnete Schubstangen, einer Verbindung zwischen Antrieb und Siebtrog, lenken die Drehbewegung der Schwungmasse in eine Horizontalbewegung um. Der exakte Massenausgleich eliminiert horizontale Schwingungen vollständig und gibt sie somit nicht an die Umgebung ab.
Ein positiver Effekt ist bei dieser Antriebsart der geringe Energiebedarf pro m2 Siebfläche. Bei einer Siebmaschine mit einer Siebfläche von 23 m², einer Antriebsleistung von 11 kW für eine Durchsatzleistung von 120 t/h bedeutet das, dass je Quadratmeter Siebfläche rund 5 t/h mit 0,48 kW gesiebt werden - aber nur beim Anfahren der Siebmaschine. Nach der Beschleunigung sinkt dieser Wert signifikant, da nur noch wenig Energie notwendig ist, um die beschleunigten Massen in Bewegung zu halten. Gerade bei steigenden Kosten bei der Energiebeschaffung ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Interview mit Thomas Zimmer, Engelsmann
„Trennschärfen bis zu 98 % sind möglich"
CT: Welche Vorteile bietet die neue Siebmaschine gegenüber beispielsweise einem Freischwinger-Modell?
Zimmer: Grundsätzlich kombiniert die Maschine eine signifikant reduzierte Grundfläche bei gleicher Siebfläche - ohne Verlust an der Siebleistung und der Trennschärfe. Das liegt daran, dass die Siebflächen V-förmig angeordnet sind. In der Praxis sieht das so aus: Der zu siebende Produktstrom wird zunächst im Einlaufbereich mithilfe eines stufenlos verstellbaren Produktleitbleches aufgeteilt. Dadurch kann das Produkt - je nach Aufgabeart oder Produkteigenschaft - optimal den Siebflächen zugeteilt werden. Da zunächst der Feinanteil abgesiebt wird und somit für diesen Schritt die meiste Siebfläche benötigt wird, sind diese beiden Decks übereinander angeordnet.
CT: Wie erreichen Sie die oft von Kunden geforderte hohe Trennschärfe bei Ihrer Maschine?
Zimmer: In der Siebmaschine wird das Produkt zuerst über das feine Gewebe geschoben. Es lässt sich dadurch wesentlich einfacher von dem gröberen Anteil im Produktstrom trennen. Hierbei bedienen wir uns des Prinzips, dass bei einem Produkt mit gleicher Schüttdichte sich immer das feine Produkt nach unten absetzt, während das Grobe nach oben schwimmt. Dadurch lassen sich Trennschärfen - je nach Produkteigenschaft - von bis zu 98 Prozent realisieren.
CT: Kann die Siebmaschine auch mit empfindlichen oder schwer handhabbaren Materialien umgehen?
Zimmer: Bei dem Antriebsprinzip wird die Drehbewegung einer elektrisch betriebenen Antriebs-Schwungmasse in eine Horizontalbewegung umgelenkt. Der exakte Massenausgleich verhindert dabei eine Übertragung von horizontalen Kräften an den Unterbau. Das Produkt wird somit über die Siebflächen geschoben und parallel zum Siebgewebe gefördert. Durch die geringe Drehzahl des Elektromotors und die Hubbewegung des Siebtroges wird eine geringe Beschleunigung des Siebgewebes erreicht. Und genau das bewirkt ein sehr produktschonendes Siebverfahren. Somit lassen sich diese Maschinen auch bei empfindlichen Produkten einsetzen oder wenn während des Siebvorganges möglichst wenig Feinanteil entstehen darf.
CT: In welchen Ausführungen hinsichtlich Größe und Durchsatz bieten Sie die Siebmaschine an?
Zimmer: Die Siebmaschine wird in vier Größen angeboten mit einer maximalen Siebfläche von 12 m2. Damit lässt sich, je nach Anwendsungsfall, eine Durchsatzleistung von bis zu 130 t pro Stunde erreichen.
Entscheider-Facts
Für Betreiber
Wenn die Grundfläche oder die Kosten des Aufstellungsortes eine wesentliche Rolle spielen und die Trennschärfe oder ein produktschonender Siebvorgang unerlässlich ist, dann ist die Siebmaschine die richtige Lösung. Sie wird für Siebflächen von 1 bis 20 m² lieferbar sein. Die Vorteile auf einen Blick:
- geringe Grundfläche,
- flexibles unteres Deck
- (Veränderung der Fraktionen),
- hohe Trennschärfe,
- schonendes Produkthandling,
- geringer Energiebedarf und
- sehr guter Massenausgleich.
Powtech Halle 7 - 540
Autor: Christian Wernicke, Leitung Vertrieb Innendienst/Marketing
Ausgabe:10/2011 Oktober
Weitere Infos
Firma: |
|---|
Firmen
-
L.B. Bohle Maschinen + Verfahren GmbH
59320 Ennigerloh -
J. Engelsmann AG
67059 Ludwigshafen -
Russell Finex
53173 Bonn
-
GKM Siebtechnik GmbH
74915 Waibstadt -
Leiblein GmbH
74736 Hardheim -
Millipore
Molsheim -
ARTECH ULTRASONIC SYSTEMS AG
CH- 8598 Bottighofen -
R+B Filter GmbH
74243 Langenbrettach-Langenbeutingen









