Artikel Sicherheit in chemischen Leitungssystemen dank klarer Kennzeichnung
Schläuche, Kennzeichnung, Schilder, Beschriftung
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Flüssige Zwischen- oder Endprodukte, wie sie in der chemischen Industrie verarbeitet werden, müssen zwischen den Prozessschritten immer wieder - häufig auch über längere Strecken - transportiert werden. Schläuche und Rohre erledigen diese Aufgabe schnell, günstig und zuverlässig: Schlauchleitungen sind in der Regel einfach und flexibel zu verlegen und halten bei richtiger Auslegung auch unter hohen Drücken und starker Belastung dauerhaft dicht.
Damit die Sicherheit für Anlagen und Mitarbeiter auch im anspruchsvollen Industriealltag zuverlässig gewährleistet ist, gilt es jedoch bei der Verwendung von Schlauchleitungen eine Vielzahl von Regelungen zu beachten. Die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) hat im Merkblatt T002 „Schlauchleitungen - sicherer Einsatz" alles Wesentliche für die sichere Verwendung solcher Leitungen praxisnah und leicht verständlich zusammengefasst. Betreiber und Sicherheitsverantwortliche chemischer Anlagen finden darin einen kompakten Überblick zu gesetzlichen Vorschriften und technischen Maßnahmen. Ebenso bietet das Merkblatt umfangreiche Informationen für die Hersteller und Konfektionäre von Schlauchleitungen.
Gesetzliche Vorschriften stellen hohe Ansprüche
Ein wesentlicher Aspekt für die Sicherheit von Schlauchleitungen ist die eindeutige Kennzeichnung von außen. So müssen zum Beispiel der Hersteller, die relevanten Normen oder die technischen Daten, wie etwa Druck- und Temperaturbereich, jederzeit klar und schnell erfassbar sein. In den meisten Fällen sind regelmäßige Prüfungen der Leitungen notwendig. Nur so können - wenn etwa aggressive Medien oder UV-Strahlung die Kunststoffmäntel mit der Zeit angreifen - poröse, undichte oder sogar berstende Schläuche verhindert werden. Dann helfen eindeutige und klar lesbare Kennzeichnungen den Anlagenbetreibern beim sicheren Betrieb und auch beim zuverlässigen Einhalten gesetzlicher Vorschriften. Darüber hinaus darf die Kennzeichnung nicht durch äußere Einflüsse - wie Korrosion durch Witterung oder Chemikalien - unlesbar werden.
Um alle Anforderungen der BG RCI vollständig erfüllen zu können, setzen Hersteller, Konfektionäre und Anlagenbetreiber am besten auf besonders langlebige Edelstahlkennzeichnungssysteme. Solche Schilder sind herkömmlichen Beschriftungen aus Kunststoff weit überlegen. Auch in aggressiven Umgebungsbedingungen - wie sie in chemischen Anlagen häufig auftreten- sind Edelstahlkennzeichnungen langfristig korrosionsbeständig und haltbar. Zudem sind sie halogenfrei und im Fall des Falles schwer entflammbar.
Edelstahlkennzeichnungen für jeden Einsatzzweck
Natürlich dürfen die Kennzeichnungssysteme die problemlose Handhabung der Schläuche im Arbeitsalltag nicht beeinträchtigen. Sie legen sich eng um Rohre und Schläuche und eignen sich ebenso für Armaturen oder Kabel. Entscheidend ist, die Abmessungen der Schilder entsprechend des jeweiligen Schlauchdurchmessers zu wählen. Zugleich sollen aber auch alle notwendigen Informationen in angemessener, gut lesbarer Größe platziert werden können. Dann ist es praktisch, wenn man aus einer Vielzahl verschiedener Abmessungen die passende Auswahl treffen kann. Welche Daten auf die Schilder gehören, finden Betreiber ebenfalls im Merkblatt der BG RCI.
Wenn der Kontrollblick auf die Schilder wegen räumlicher Enge oder schlechter Lichtverhältnisse eingeschränkt ist, können sie farbig beschichtet werden. So sind sie viel besser erkenn- und ablesbar. Dazu wird ein robuster und wärmestabiler Fluorkunststoff auf PTFE-Basis verwendet. Dieser ist in allen RAL-Farben verfügbar und ermöglicht so eine eindeutige Farbcodierung von Schlauchleitungen.
Die Beschriftung von Edelstahlkennzeichnungen erfolgt je nach Einsatzort und -zweck wahlweise per Nadeldrucker, Laser oder Prägung. Sollen Schilder flexibel vor Ort beschriftet werden, helfen Handprägegeräte oder Prägedrucker. Egal für welche Variante sich Verantwortliche entscheiden, alle Beschriftungen sind dauerhaft haltbar und bleiben somit immer gut ablesbar. Ein entscheidender Faktor; schließlich sind durch mechanische Beanspruchung oder Korrosion unlesbar gewordene Beschriftungen ein Sicherheitsrisiko für Anlagen und Mitarbeiter.
Bestmöglicher Halt gewährleistet
Die Schilder müssen natürlich nicht nur gut ablesbar bleiben, sondern auch fest halten, so das BG RCI-Merkblatt: Sie dürfen nicht verrutschen oder gar abreißen. Darum sind Edelstahl-Montagebänder in angepassten Längen zur sicheren Befestigung Teil des Kennzeichnungssystems. Zum einfachen und schnellen Anbringen werden spezielle Handzangen verwendet. In nur einem Arbeitsschritt spannen, verschließen und schneiden sie das Band. Dabei wird die voreingestellte Anzugskraft niemals überschritten. Durch diese präzise Krafteinwirkung werden Beschädigungen der gekennzeichneten Schläuche verhindert und langer Halt gewährleistet. Der Verschluss der Bänder ist besonders flach, und die gerundeten Kanten und abgeflachten Ecken - sowohl bei Bändern als auch bei Schildern - verhindern Verletzungen und Beschädigungen zuverlässig.
Die Edelstahlkennzeichnungssysteme erfüllen also nicht nur alle Anforderungen, die im Merkblatt T002 zusammengefasst sind, und gewährleisten so die Sicherheit beim Umgang mit Schlauchleitungen. Sie bieten Anwendern darüber hinaus auch handfesten wirtschaftlichen Nutzen: Korrosionsbeständigkeit, lange Haltbarkeit, gute Ablesbarkeit und umfangreiche Möglichkeiten zur Individualisierung schaffen langfristige Vorteile gegenüber einfacheren Systemen.n
Entscheider-facts
Für Anwender
- Edelstahlkennzeichnungssysteme sind herkömmlichen Beschriftungen aus Kunststoff - da langfristig korrosionsbeständig und schwer entflammbar - weit überlegen.
- Wenn der Kontrollblick auf die Schilder wegen räumlicher Enge oder schlechter Lichtverhältnisse eingeschränkt ist, können sie farbig beschichtet werden.
- Die Beschriftung von Edelstahlkennzeichnungen erfolgt je nach Einsatzort und -zweck wahlweise per Nadeldrucker, Laser oder Prägung.
- Edelstahl-Montagebänder in angepassten Längen zur sicheren Befestigung sind Teil des Kennzeichnungssystems.
Autor: Andreas Bösebeck, geschäftsführender Gesellschafter Bormann & Neupert
Ausgabe:11/2011 November
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