Artikel Namur-Hauptsitzung: Wie sieht die Zukunft der Prozessleittechnik aus?

02.11.2011

Quo Vadis, Prozessleittechnik?

Die künftige Weiterentwicklung der Prozessleittechnik wird aus Sicht der Namur und des diesjährigen Sponsors der Hauptsitzung, ABB, getrieben von der technologischen Entwicklung bei Prozessleitsystemen, Sensoren und Aktoren sowie von neuen Anwendungen und Anforderungen aus der Verfahrenstechnik. Die Namur hat sich für ihre 74. Hauptsitzung am 10. und 11. November in Bad Neuenahr vorgenommen, einen Blick in die Zukunft der Prozessleittechnik zu werfen.

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Welche Möglichkeiten die Prozessleittechnik der Gegenwart bietet und welche Richtung die Entwicklung in naher Zukunft aus Sicht von ABB nehmen kann, wird der Vorstandsvorsitzende der deutschen ABB AG, Dr. Peter Terwiesch in seinem Plenarvortrag erläutern. ABB sieht eine der wichtigsten Aufgaben eines Prozessleitsystems darin, den Anlagenfahrer in einem Umfeld, in dem er mit einer rasant ansteigenden Komplexität konfrontiert ist, in die Lage zu versetzen, den Überblick zu behalten und in allen Situationen die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Dafür muss die Schnittstelle zwischen Mensch und Leitsystem - die Bedien- und Beobachtungsoberfläche - die stark angestiegene Zahl an Informationen dem Anlagenfahrer in geeigneter Form aufbereiten. Dazu will der Anbieter auf der Namur-Hauptsitzung neue Ideen und Konzepte zur Darstellung der relevanten Anlageninformationen vorstellen. Daneben steht aber nicht nur der Anlagenfahrer im Fokus, die komplette Betriebsmannschaft einer Anlage muss mit den für den jeweiligen Arbeitsbereich notwendigen Informationen versorgt werden.
Ein Life-Cycle-Management inklusive Indexierung, Migrations- und Evolutionsstrategien sorgt dafür, dass die leittechnische Ausrüstung einer Prozessanlage zuverlässig, zukunftssicher und einfach bedienbar bleibt, während sie gleichzeitig vom technischen Fortschritt in der Informations-  und Kommunikationstechnik profitiert.
Die Namur will in Koreferaten in der Plenarsitzung am Donnerstag den Standpunkt der Anwender mit Vorträgen zu den Themenbereichen wie „Leitsysteme als Produktionsfaktor" und der „Akzeptanz von gehobenen Regelungsstrategien in der Anwendung" darlegen. Zusätzlich wird in dieser Sitzung über die Ergebnisse einer Umfrage unter Herstellern und Anwendern von Leitsystemen berichtet. Die Beiträge beleuchten das Spannungsfeld zwischen steigender Komplexität und dem Wunsch nach geringerem Planungsaufwand, verbesserter Anlagen-Beherrschbarkeit und Ressourcen-Effizienz.
Ein weiterer Themenschwerpunkt in diesem Jahr ist die Einführung der FDI-Technologie, die kurz vor der Marktreife steht. Mit ihrer Hilfe wird eine langjährige Anwenderforderung Realität, mit möglichst geringem Aufwand Instrumentierung und Leitsysteme unterschiedlicher Her­steller beliebig zu kombinieren. Die führenden Leittechnik-Ausrüster haben in den vergangenen Jahren einen Standard für die notwendigen Engineering-Werkzeuge erarbeitet und zeigen in der begleitenden Ausstellung erstmalig ein Funktionsmodell, welches die Interoperabilität demonstriert.

Die CT wird in ihrer Dezember-Ausgabe ausführlich über die Diskussionen und Ergebnisse der Namur-Hauptsitzung berichten.

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