Artikel BASF realisiert in Ludwigshafen TDI-Milliardenprojekt

10.02.2012

Standortfaktor „Verbund“

Es wird das größte Chemieanlagenprojekt Deutschlands: Mitte Januar gab die BASF die Entscheidung bekannt, dass die vor einem Jahr angekündigte 300.000-Tonnen-TDI-Anlage im Stammwerk in Ludwigshafen gebaut werden wird. Den Ausschlag dafür lieferten Synergieeffekte am größten Verbundstandort des Konzerns. Auch beim Engineering kann das Unter-nehmen die Vorteile eines starken Owners Engineering voll ausspielen, um den ehrgeizigen Terminplan zu halten.

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Der Maßstab ist gigantisch: Rund eine Milliarde Euro will der Chemieriese BASF in Ludwigshafen in den Bau einer neuen Anlage zur Herstellung von Toluol-Diisocyanat (TDI) investieren. Dagegen nimmt sich selbst der Ticona-Umzug in den Industriepark Höchst - das größte deutsche Chemieprojekt des vergangenen Jahrzehnts - mit 670 Mio. Euro fast bescheiden aus. Schiere Größe ist bei der Grundchemikalie TDI, die vor allem für die Produktion von Polyurethan-Schaumstoffen eingesetzt wird, ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. „Dieses Projekt positioniert uns aufgrund von Skalenvorteilen und der hocheffizienten Integration in unseren Verbund als günstigsten TDI-Produzenten in Europa", erklärt dazu Wayne T. Smith, President des BASF-Unternehmensbereichs Polyurethanes.

Kostenvorteile im Verbund

Dass sich das Megaprojekt auch auf die Entwicklung des Ludwigshafener Chemiewerks positiv auswirken wird, davon ist auch Werksleiter Dr. Bernhard Nick überzeugt: „Die neue TDI-Anlage und die dazugehörigen Betriebe stärken die Wettbewerbsfähigkeit unseres größten Verbundstandorts."

Die Entscheidung für den Bau hatte der Konzern bereits im Mai vergangenen Jahres getroffen, den künftigen Standort (Antwerpen oder Ludwigshafen) aber offen gelassen. Dass es schließlich Ludwigshafen wurde, hat vor allem mit Synergieeffekten im existierenden Produktionsverbund zu tun - erklärt Smith.

Value based Engineering steigert Energieeffizienz

Bei der Planung verfolgen die Ingenieure den Ansatz „Value based Engineering", den Engineering-Chef Peter M. Gress im Juli 2011 auf dem 1. Engineering Summit vorgestellt hat. Dabei wird das Engineering konsequent an den Werttreibern für das jeweilige Investitionsprojekt ausgerichtet. Für die TDI-Anlage berichtet Gress von von sehr guten Ergebnissen im Hinblick auf die Energieeffizienz: „Bei der Bewertung der TDI-Anlage ging es nicht nur um die Anlage selbst, sondern um die ganzheitliche Betrachtung der Energie- und Wärmeströme am Standort Ludwigshafen."

In der Abwicklung werden die betreibereigenen Ingenieure des Chemieunternehmens sowohl auf regionale als auch internationale Engineering-Kontraktoren wie Fluor zurückgreifen. Diese Engineering Partner unterstützen auch bei der Beschaffung der Ausrüstung auf globalen Märkten. „Das Anlagendesign basiert auf einer Weiterentwicklung unserer bewährten TDI-Technologie", erklärt Gress. „Neu ist hingegen, dass wir sehr viel globaler einkaufen." Doch auch dabei setzten die Anlagenplaner auf das vorhandene, weltweite Netzwerk zu externen Partnern. „Der Terminplan ist sehr herausfordernd - die Anlage soll bereits Ende 2014 in Betrieb gehen", betont Gress.

Das ausführliche Interview mit Peter Gress  erscheint im Special „Anlagenbau" in CT 3/2012

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Firma:

BASF SE

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