Artikel Reduzierung von Schwermetallen im Rauchgas durch Aktivkohle

09.05.2012

Bessere Luft

Durch die thermische Behandlung von Abfall entsteht in Abhängigkeit vom Eintrag schadstoffhaltiger Produkte eine Belastung des Rauchgases mit Quecksilber und anderen Schwermetallen. Deshalb werden der Rauchgasreinigung verschiedene Additive zugeführt. Ein wichtiges Additiv ist dabei mahlaktivierte Braunkohle (Aktivkohle).

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Aktivkohle bindet unter anderem vorhandenes Quecksilber im Rauchgas und lässt sich anschließend über Gewebefilter abscheiden. Um das gezielte und bedarfsgerechte Zuführen von Aktivkohle in Rauchgas per Knopfdruck sicherzustellen, wird eine Siloanlage mit nachgeschalteter Einzeldosierung für vier Verbrennungslinien bereitgestellt. Die Dosierlinien können im Einzelbetrieb sowohl auch gleichzeitig und völlig unabhängig voneinander betrieben werden.

Auflockerungseinrichtung beugt Brückenbildung vor
Die Anlage besteht aus den Hauptkomponenten Lagersilo mit Befüllsystem, Dosierung und pneumatischer Förderung. Aktivkohle wird durch ein Silofahrzeug bereitgestellt. Das Befüllen des Lagersilos erfolgt mit Druckluft, erzeugt durch den Silofahrzeug-Bordkompressor. Dazu baut sich im Behälter des
Silofahrzeugs ein Überdruck auf, der durch die angeschlossene Befülleitung die Aktivkohle in das Lagersilo bläst. Entstehende Schwallluft wird durch
einen Siloaufsatzfilter gereinigt an die Atmosphäre abgegeben.
Das Lagersilo verfügt über eine kontinuierliche Füllstandmessung sowie Max- und Min-Sensoren. Diese geben der Leittechnik jederzeit Informationen über die verfügbare Menge Aktivkohle im Lagersilo. Darüber hinaus werden über entsprechende Sensoren die Druckverhältnisse und die Temperatur erfasst. Die vier Ausläufe des Lagersilos sind mit einer pneumatischen Auflockerungseinrichtung ausgestattet. Diese beugt der Brückenbildung im Produkt vor und sorgt für einwandfreien Abzug der Aktivkohle durch die darunter angeordneten vier Dosiereinrichtungen.
Als Dosiereinrichtung kommen speziell für den Anwendungsfall entwickelte Dosierschleusen zum Einsatz. Diese dosieren die jeweils angeforderte Menge Aktivkohle in darunter angeordnete Niederdruck-Injektorschleusen. Die Menge wird über die Verstellung der Frequenz am Antrieb der jeweiligen Dosierschleuse geregelt. Die Vorgabe der dosierten Menge erfolgt durch die Leittechnik. Der Dosierbereich erstreckt sich von 1,5 bis 30 kg/h pro Linie.
Die dosierte Menge Aktivkohle gelangt unterhalb der Dosierschleusen in jeweils einen Niederdruck-Injektor. Dieser wird durch Druckgebläse oder Drucklufteinspeisung mit Förderluft beaufschlagt. Der Förderluft wird nun die dosierte Menge Aktivkohle injiziert. Durch ein Rohrleitungssystem begibt sich die Aktivkohle nun in Form einer Dünnstromförderung auf den Weg zum entsprechenden Rauchgaskanal. Die weiteste Entfernung beträgt rund

100 m, dabei sind etwa 33 m Höhe zu überwinden. Das Eindüsen in den Rauchgaskanal erfolgt durch eine entsprechende Lanze, die eine homogene Verteilung der Aktivkohle im Rauchgas bewirkt. Von hier an beginnt der
eigentliche Prozess der Schadstoff-Adsorption und endet mit der Abscheidung im Gewebefilter.

Gesamtanlage entspricht Atex-
Richtlinie

Die Gesamtanlage ist aufgrund einer gutachterlichen Stellungnahme als explosionsgefährdet eingestuft. Demnach ist die Ausführung explosionsgeschützt gemäß der gültigen Atex-Richtlinie 94/9/EG (Atex 100a). Die getroffenen Maßnahmen entsprechen der Zoneneinteilung des Gutachtens und sind konsequent eingehalten. Sie beinhalten unter anderem den Einsatz von Komponenten mit der geeigneten Ex-Zulassung und -Kennzeichnung, die Verwendung leitfähiger bzw. ableitfähiger Werkstoffe, die Temperaturüberwachung an verschiedenen Stellen im
Lagersilo, die Max-Füllstandüberwachung, den kompletten Potenzialausgleich zwischen den Komponenten und den Anschluss an die Gebäudeerdung.
Zur Bekämpfung von Bränden bzw. eingetragenen Glimmnestern ist eine Inertisierung des Lagersilos über die pneumatische Auflockerungseinrichtung vorgesehen. Im Bedarfsfall kann die Auflockerung mit Stickstoff anstatt mit Druckluft betrieben werden. Ist dennoch eine Notentleerung des Lagersilos notwendig, kann über den Anschluss einer entsprechenden Notaustragschurre das Lagersilo kontrolliert entleert werden. Die Prüfung der gesamten Anlage durch eine befähigte Person ist erfolgt und erfolgreich abgenommen.n

Entscheider-Facts
Für Anwender

Durch die thermische Behandlung von Abfall entsteht in Abhängigkeit vom Eintrag schadstoffhaltiger Produkte eine Belastung des Rauchgases mit Quecksilber und anderen Schwermetallen.
Deshalb werden der Rauchgasreinigung verschiedene Additive zugeführt. Ein wichtiges Additiv ist dabei mahlaktivierte Braunkohle (Aktivkohle).
Diese Aktivkohle bindet unter anderem vorhandenes Quecksilber im Rauchgas und lässt sich anschließend wieder über Gewebefilter abscheiden.
Die Gesamtanlage ist aufgrund einer gutachterlichen Stellungnahme als explosionsgefährdet eingestuft.
Demnach ist die Ausführung explosionsgeschützt, gemäß der gültigen Atex-Richtlinie 94/9/EG (Atex 100a).

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