NewsBAVC: 6 % Lohnerhöhung sind unrealistisch

11.05.2012, 07:00

Der Chemiestandort Deutschland steht in einem sich verschärfenden internationalen Wettbewerb, befindet der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) in Wiesbaden. Lohnerhöhungen von 6 %, wie von der IG BCE gefordert, seien vor diesem Hintergrund unrealistisch.

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„Unrealistische Lohnforderungen", heißt es in einer Pressemitteilung des BAVC, "gefährden die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und damit letztlich auch der Arbeitsplätze am Chemie-Standort Deutschland".

Der Verband teilt weiter mit: „Im Jahr 2011 ist die Zahl der Chemie-Beschäftigten in Deutschland um 3 % angestiegen. Die Ausbildung von qualifiziertem Nachwuchs wurde mit großem Engagement vorangetrieben, das Ausbildungsplatzangebot gegenüber dem Vorjahr um 7 % ausgeweitet. Die Chemie-Unternehmen sorgen mit Blick auf die demografisch bedingte Fachkräfteverknappung vor. Der Aufbau der Beschäftigung hat jedoch parallel zum Rückgang der Chemie-Produktion in der zweiten Jahreshälfte 2011 stattgefunden. Als Folge ist die Produktivität unter Druck geraten, während spiegelbildlich die Lohnstückkosten in der Chemie-Branche im Jahresverlauf 2011 wieder deutlich angezogen haben. Die ökonomischen Gesetzmäßigkeiten von Produktivitätsniveau und Arbeitskosten sind für die Chemie-Unternehmen am Standort Deutschland schon deshalb von Bedeutung, weil die Konkurrenz von Wettbewerbern aus Niedriglohnländern eher zu- als abnimmt. Auch innerhalb internationaler Unternehmensverbünde konkurrieren deutsche Niederlassungen und Produktionsstandorte mit Werken in anderen Ländern um Investitionen und unternehmensinterne Aufträge. Bei vergleichbarer Qualität und Güte der Produkte sind die Personalkosten hierbei ein zentrales Differenzierungsmerkmal."

Desweiteren stellt der Verband einen sinkenden deutschen Weltmarktanteil in der Chemie-Erzeugung fest und beklagt ungleiche internationale Rahmenbedingungen, etwa beim Klimaschutz (beispielsweise Emissionshandel), der Energiepolitik oder bei Fragen der Regulierung (beispielsweise REACH). Zudem sicherten sich neue Konkurrenten aus Ländern, die einen direkten Zugang zu Rohstoffen haben, im Chemie-Sektor einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Speziell die deutsche Pharma-Industrie sei durch die gesetzlichen Eingriffe mit grundlegenden strukturellen Veränderungen konfrontiert; durch die gesetzlichen Kostendämpfungsmaßnahmen im deutschen Gesundheitswesen seien die Umsätze und Margen vieler Pharma-Unternehmen gesunken.

"Diese wirtschaftlichen Fakten müssen", verlautet der BAVC, "vor dem Hintergrund der verschärften Wettbewerbsanforderungen für den deutschen Chemie-Standort auch in der laufenden Tarifrunde Berücksichtigung finden".

(dw)

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