NewsBioethanol-Anlage von Clariant in Straubing ist in Betrieb

23.07.2012, 07:17

Das schweizer Chemieunternehmen Clariant, Muttenz, hat im bayrischen Straubing eine Demonstrationsanlage zur Herstellung von Zellulose-Ethanol aus Agrarreststoffen in Betrieb genommen. Die Anlage soll aus etwa 4.500 t Weizenstroh jährlich bis zu 1.000 t Ethanol herstellen.

Clariant | Demonstrationsanlage | Straubing | Zellulose-Ethanol | Sunliquid

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Das von der bayerischen Staatsregierung und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt umfasst ein Gesamtvolumen von rund 28 Mio. Euro. Die Anlage wird mittels des von Clariant entwickelten Sunliquid-Verfahrens arbeiten. Studien nennen für Deutschland ein Potential von rund 22 Mio. t Stroh, die bei Berücksichtigung der notwendigen Bodenregeneration energetisch verwertet werden können. Damit könnten etwa 25 % des derzeitigen Benzinbedarfs in Deutschland abgedeckt werden. Das Sunliquid-Verfahren ist ein biotechnologisches Verfahren, mit dem aus Pflanzenreststoffen wie Getreide- oder Maisstroh Ethanol (sogenannter Zellulose-Ethanol) hergestellt werden kann.

Clariant-CEO Hariolf Kottmann appellierte an Politik und Wirtschaft, aus dem Fehlstart bei der Einführung des Biokraftstoffs E10 zu lernen und den offenen Dialog mit allen Interessengruppen zu suchen. „Nur wenn die Bevölkerung den Umweltnutzen von klimafreundlichen Biokraftstoffen erkennt, wird Bioethanol der zweiten Generation Erfolg haben." Kottmann forderte stabile und verlässliche Rahmenbedingungen und eine Verlängerung der Steuerfreiheit für Biokraftstoffe der zweiten Generation über das Jahr 2015 hinaus.

Prof. Dr. Andre Koltermann, Leiter des Biotech & Renewables Centers von Clariant, ergänzte: „Wir entwickeln die Sunliquid-Technologie seit 2006, und seit 2009 wird das Verfahren erfolgreich im Pilotmaßstab getestet." Auf einer Grundfläche von rund 2.500 m2 werden alle Prozessschritte dargestellt, die später in einer grossindustriellen Anlage zum Einsatz kommen, um die technologische Durchführbarkeit dieses Verfahrens zu bestätigen. „Die Ergebnisse, die wir nun in Straubing gewinnen, werden es uns ermöglichen industrielle Produktionsanlagen effizient und wirtschaftlich zu planen und schließlich zusammen mit Partnern zu realisieren" sagte Koltermann weiter.

(dw)

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