NewsStudie: Asiens Chemieindustrie läuft Europa den Rang ab
28.09.2012, 11:14
Nach einer Studie des Management-Beratungsunternehmens A.T. Kearney, Düsseldorf, wird das Produktionswachstum der weltweiten Chemieindustrie bis 2030 durchschnittlich 3 % im Jahr betragen, das in der EU jedoch nur durchschnittlich 1 %. Dann seien zwei Drittel des Weltmarktes in asiatischer Hand. Derzeit beträgt der Marktanteil Asiens die Hälfte.
A.T. Kearney | Marktstudie | Chemieindustrie | Europa | Asien | Naher Osten
Dies ist eines der Ergebnisse der 15-seitigen Studie ‘Chemical Industry Vision 2030: A European Perspective'. Getrieben wird das Wachstum der weltweiten Chemieindustrie vor allem durch die großen Unternehmen in Asien und im Nahen Osten. Damit verschieben sich auch die Lieferketten zunehmend in diese Richtung. Aufgrund ihres Heimvorteils werden die Marktteilnehmer aus diesen Regionen bis 2030 zwei Drittel des weltweiten Umsatzes auf sich vereinen.
Mit durchschnittlich 1 % jährlich wird das Produktionswachstum in den 27 EU-Staaten moderat ausfallen und kann in Kombination mit anhaltenden Produktivitätssteigerungen einen signifikanten Rückgang der Beschäftigung nach sich ziehen, falls nicht weitere Innovationen zu zusätzlichem Geschäft führen. Um sich im Markt zu behaupten, kommt es für europäische Chemieunternehmen darauf an, sich schnellstmöglich auf diese Veränderungen einzustellen, empfiehlt die Unternehmensberatung. Im Einzelnen gelte es für die Chemieunternehmen, ihre heimischen Märkte zu verteidigen, Wachstumsplattformen zu entwickeln und stärker am Wachstum in Asien teilzuhaben, um im Wettbewerb zu bestehen.
Seit Mitte der achtziger Jahre ist die weltweite Chemieindustrie um jährlich 7 % gewachsen und erreichte 2010 ein Volumen von 2.400 Mrd. Euro. Der größte Teil des Wachstums entstand in den letzten 25 Jahren in Asien. 2010 wurde dort nahezu die Hälfte des weltweiten Umsatzes getätigt. Auf Europa entfielen 25 %, auf die Nafta-Region 19 %. Unter dem angenommenen Wachstumsszenario würde die wirtschaftliche Lage bis 2030 dann so aussehen: Zwei Drittel des weltweiten Marktvolumens von 4.600 Mrd. Euro werden Asien und der Nahe Osten auf sich vereinen; auf Europa werden dann nur noch 15 % des weltweiten Marktvolumens entfallen, auf die Nafta-Region 12 %.
Dr. Otto Schulz, Partner für die Chemie- und Öl-Branche von A.T. Kearney erläutert: „Das Wachstum in Asien und Nahost ist trotz der gegenwärtigen Schwierigkeiten in China einer der wichtigsten volkswirtschaftlichen Trends überhaupt. Die steigende Kaufkraft der fast vier Milliarden Menschen, die dort leben, treibt auch die Nachfrage nach Chemieprodukten an. Wichtige Kundenmärkte wie die Automobilbranche, der Bausektor oder die Landwirtschaft wachsen mit überdurchschnittlich hoher Geschwindigkeit. Wir rechnen damit, dass 2030 mindestens die Hälfte der 10 weltweit größten Chemieunternehmen aus Asien oder dem Nahen Osten stammen wird. Statt wie bisher vier Unternehmen wird Europa dann nur noch zwei bis drei Firmen der Top-Ten-Liste stellen."
Weblink zum Thema
Die 15-seitige Studie ‘Chemical Industry Vision 2030: A European Perspective' von A.T. Kearney kann auf der Homepage des Unternehmens kostenfrei herunter geladen werden.
http://www.atkearney.de/content/veroeffentlichungen/whitepaper_detail.php/id/51746/practice/energy
(dw)
28.09.2012, 11:14
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