Artikel 75. Namur-Hauptsitzung mit dem Thema Aktorik
Namur, Aktorik, Stellgeräte
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Bei der Automatisierung von verfahrenstechnischen Prozessen spielt die Aktorik eine wichtige Rolle. Zu den Arbeitspferden gehören die Stellgeräte, die Stoffströme zur Regelung von Prozessgrößen wie beispielsweise Druck, Temperatur, Durchfluss und Füllstand beeinflussen. Gab es viele Jahrzehnte in der chemischen Industrie ausschließlich rein manuelle Bedienmöglichkeiten, so sind heutige Stellgeräte eine ausbalancierte Kombination aus robuster Mechanik und intelligenter Funktion, bestehend aus optimierten mechanischen Komponenten und smarten Stellungsreglern.
Mit dem Armaturen- und Aktorik-Spezialisten Samson als Sponsor wird sich die Namur auf ihrer 75. Hauptsitzung dem vielseitigen Thema widmen. Geplant ist, einen thematischen Bogen von den Anfängen der einfachen, mechanischen bis zur heutigen komplexen, smarten Aktorik mit Zukunftspotential für weitergehende prozesstechnische Aufgaben zu spannen. Dr. Jörg Kiesbauer, im Vorstand der Samson AG für Forschung und Entwicklung verantwortlich, wird im Plenarvortrag darauf eingehen, welche historische Entwicklung Stellgeräte durchlaufen haben.
Mit dem digitalen Stellungsregler konnten die Funktionen eines Stellgerätes erheblich erweitert werden. Hier stehen vor allem Diagnosefunktionen im Vordergrund. Diese sind mittlerweile so weit fortgeschritten, dass sich Stellgeräte heute je nach Aufgabenstellung als hochkomplexe mechatronische Einheiten präsentieren. Ursprünglich gingen die Entwicklungen zur Fehlerdiagnose der Stellgeräte von den Regelventilen aus. Inzwischen zeichnet sich auch ein Trend zur Fehlerdiagnose bei automatisierten Auf/Zu-Ventilen ab. Weit verbreitet ist hier bereits der Teilhubtest (Partial Stroke Test) beim Emergency-Shutdown-Ventil, bei dem in dieser Ausprägung neben dem Magnetventil als Steuereinheit für die Sicherheitsabschaltung ein zusätzlicher Stellungsregler hauptsächlich als Diagnosegerät zum Einsatz kommt.
Mit der optimalen Geräteintegration der smarten Feldgeräte in die modernen, digitalen Kommunikationsstrukturen der Prozessleitsysteme rückt zunehmend der Anspruch auf die Nutzung der gewonnenen Geräteinformationen in umfassenden Plant-Asset-
Management-Systemen in den Vordergrund. Die gewonnenen und zur Verfügung stehenden Daten müssen so aufbereitet werden, dass sie dem Anlagenfahrer und Instandhalter zuverlässige Entscheidungen ermöglichen.
Auch zukünftige Trends werden in Bad Neuenahr im Fokus stehen. Der Sponsor wird einen Ausblick auf zukünftige Technologien bei Aktoren geben und hierbei auf den kommenden Feldgeräteintegrationsstandard FDI, auf Wireless-Anwendungen, Energiemonitoring und das Thema Energieeffizienz eingehen.
Dem Hauptvortrag in der Plenarsitzung am Donnerstagvormittag folgen drei Beiträge aus der Namur, die Aspekte des Hauptvortrages aufgreifen und sich aus der Sicht der Anwender mit aktuellen Themen des Stellgeräte-Engineering, der Entwicklung der Gerätediagnose zum Informationsmanagement und der funktionalen Sicherheit befassen werden.[as]
Autor: as
Ausgabe:10/2012 Oktober
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