Aus der Ferne vor Ort

Thin-Client-Management für Remote Monitore in der Prozessindustrie

Anlagenbau
Chemie
Pharma
Ausrüster
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

06.10.2016 Die Virtualisierung von Rechnern ist in Prozessanlagen weiter im Trend. Folgerichtig ist deshalb auch, vorhandene Bediengeräte und Thin Clients komplett aus der Ferne steuern zu können. Dabei hilft eine speziell für diesen Zweck konzipierte Software.

Anzeige

Entscheider-Facts für Betreiber und Planer

  • Netzwerkbasierte Vor-Ort-Bedienstationen ermöglichen es, die Vorteile moderner PC- und serverbasierter Automatisierungssysteme direkt in der Anlage zu nutzen.
  • Mit der zunehmenden Verbreitung der Bedienstationen stellt sich die Frage nach einer effektiven Administration und Verwaltung dieser Geräte.
  • Mit einer PC-Software ist es möglich, solche Stationen über das Netzwerk zu konfigurieren, zu verwalten und aus der Ferne zu unterstützen.

Netzwerkbasierte Bildschirm-Bedienstationen liegen im Trend: In den Betrieben der Chemie- und Pharmaindustrie ermöglichen sie es nicht nur, Batch- und Kontianlagen vor Ort zu beobachten und zu bedienen, sondern machen als netzwerkbasierte Remote Monitore  auch die Vorteile moderner PC- und serverbasierter Automatisierungssysteme im Feld nutzbar. Doch um sie effizient nutzen zu können, ist es mit der Aufstellung der Geräte nicht getan.

Dass netzwerkbasierte Remote Monitore inzwischen für Bedienstationen die am häufigsten verwendete Technologie sind, kommt nicht von ungefähr: Mit integriertem Thin Client bieten sie eine einfache und flexible Lösung, um  Bildschirmarbeitsplätze überall in der Prozessanlage aufzustellen, und spielen ihre Stärken insbesondere bei Client-Server-Systemen und virtualisierten Rechnerstrukturen aus.

Für den Einsatz von Bildschirm-Bedienstationen in den Produktionsanlagen der Prozessindustrie müssen die Monitore mechanisch und chemisch robust sowie hoch verfügbar sein. Außerdem benötigen sie zahlreiche Zusatzfunktionen zur Bedienung und Darstellung der Prozessbilder und Fertigungsabläufe. Richtig anspruchsvoll werden die Arbeitsplätze zudem durch die Forderung nach einem Einsatz in Ex-Zonen. Allerdings werden zunehmend auch niedrig oder nicht klassifizierte Fertigungsbereiche oder Arbeitsplätze wie die Warte, das Labor oder das Fertigungsbüro mit Thin Client basierten Bildschirmarbeitsplätzen ausgerüstet. Damit ist auch hier die gleiche moderne Steuerungsarchitektur einsetzbar. Außerdem können die zugehörigen PC und Server, via Netzwerk verbunden, geschützt in einem klimatisierten Serverraum untergebracht oder platz- und ressourcensparend als virtuelle Maschinen auf nur wenigen leistungsstarken Servern ausgeführt werden. An diesen Arbeitsplätzen ist der Thin Client meist nicht im Monitor integriert, sondern bildet zusammen mit Monitor, Tastatur und Maus einen Bildschirmarbeitsplatz.

Effektive Administration der Monitore und Thin Clients tun not

Mit der zunehmenden Verbreitung der Bedienstationen stellt sich die Frage nach einer effektiven Administration und Verwaltung dieser Geräte. Bereits bei Einführung der netzwerkfähigen Visunet Remote Monitore für die Prozessindustrie vor mittlerweile zehn Jahren hat Pepperl+Fuchs den Anwendern ein netzwerkbasiertes Management-Werkzeug an die Hand gegeben: Das Visunet Control Center (Visunet CC). Damit kann der Anlagenbetreiber von einem Windows PC aus über dasselbe Netzwerk die vielen mit der Netzwerk Infrastruktur der Prozessanlage verbundenen Remote Monitore und Box Thin Clients des Herstellers verwalten. In seiner aktuellen Version 4 des Management-Werkzeugs wurden viele neue Funktionen hinzugefügt. Die Software kann für drei Hauptaufgaben verwendet werden:

  • Die zentrale Konfiguration der Remote Monitore und Box Thin Clients bei der Inbetriebnahme über das Netzwerk, auch von außerhalb klassifizierter Produktionsräume.
  • Die Verwaltung, Überwachung und den Service aller Remote Monitore und Box Thin Clients während der vielen Jahre des Betriebes, z. B. aus der Warte oder dem Produktionsbüro.
  • Den Fern-Support für Kollegen in der Fertigung, indem im Management-Werkzeug ein Live-Bild des aktuellen Bildschirminhalts in einem Fenster angezeigt wird. Wo dies freigeschaltet ist, lässt sich  der angewählte Remote Monitor auch fernbedienen.

Management-Software spart Zeit

Für den Inbetriebnehmer einer Produktionsanlage spart das Management-Werkzeug viel Zeit. Zunächst erhalten alle Monitore eine Grundkonfiguration, um am Netzwerk betrieben werden zu können. Danach kann ein Thin Client vor Ort am Monitor oder via Netzwerk mit der Software komplett und wie gewünscht konfiguriert werden (Verbindungsprotokoll, z. B. RDP, VNC und andere, Hostadressen, Darstellung, Zusatzfunktionen, Verhalten bei Ausfall eines Hostrechners etc.). Diese Konfiguration wird jetzt aus diesem Thin Client in das Management-System hochgeladen und zur Anlagendokumentation abgespeichert. Danach kann diese Konfiguration an einen, eine Gruppe oder alle Thin Clients im Netzwerk übertragen werden.

Für den Anlagenbetreiber und die produktionsnahen IT-Mitarbeiter kann während der vielen Jahre des Betriebs über die Software jederzeit der Zustand jedes Remote Monitors und Box Thin Clients in übersichtlicher Form dargestellt werden: Welcher Monitor ist mit welcher IP-Adresse, in welchem Status und mit welchem(n) Hostrechner(n) verbunden? Durch Anwählen eines Geräts werden weitere Details dargestellt, das Gerät lässt sich konfigurieren oder mit einem anderen Host verbinden, ein Update kann eingespielt und der Thin Client neu gestartet werden, und z. B. bei Reinigung der Anlage lassen sich Tastatur, Maus und Touchscreen temporär aus der Ferne deaktivieren und später wieder aktivieren.

Für die Fern-Unterstützung der Anlagenbediener am Telefon durch einen Prozessingenieur oder IT-Mitarbeiter können Letztere sich mit der Management-Software auf den Thin Client schalten und sehen auf ihrem lokalen Rechner in einem skalierbaren Fenster eine Live-Kopie des Bildschirminhalts, wie ihn auch der Bediener vor Ort sieht, ohne dazu in die Anlage oder den Reinraum gehen zu müssen. Wo dies vom Administrator des Management-Tools freigegeben ist, kann zusätzlich die Kontrolle über Tastatur, Maus und Touchscreen des ausgewählten Remote Monitors übernommen werden und die Anlage in diesem Fall mit der Management-Software bedient werden.

Remote Monitore – zur Technik:

Die Visunet Remote Monitore sind für die unterschiedlichen Prozessindustrien ausgelegt und optional für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen zugelassen (Atex, IEC Ex,
NEC, …), erfüllen spezielle Anforderung an die chemische Beständigkeit und an die leichte Reinigbarkeit (pharmazeutischer Reinraum) oder sind für den Außeneinsatz unter sehr hohen oder sehr niedrigen Temperaturen und bei großer Helligkeit ausgelegt. Die aktuelle Firmware „RM Shell 4.1“ bietet viele weitere Funktionen, wie sie in der Prozessindustrie nützlich und notwendig sind. Sie ermöglicht die Konfiguration und das zentrale Management per PC oder Tablet über das Netzwerk.

CT-Artikel „Neue Thin-client-Monitore für die Prozessindustrie“

Heftausgabe: Oktober 2016
Stefan Sittel ist Business Development Manager HMI & Life Sciences EMEA

Über den Autor

Stefan Sittel ist Business Development Manager HMI & Life Sciences EMEA
Loader-Icon