Schwaches Stahl- und Anlagenbaugeschäft

Thyssenkrupp-Gewinn fällt um zwölf Prozent

24.11.2016 Anhaltend niedrige Stahlpreise sowie das rückläufige Geschäft im Anlagenbau haben Thyssenkrupp einen Gewinnrückgang (bereinigtes Ebit) um zwölf Prozent beschert. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn sank auf 1,47 Mrd. Euro.

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Thyssenkrupp-Gewinn fällt um zwölf Prozent

Thyssenkrupp hat sein Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr über das Einsparprogramm „impact“ gesichert. Vorstandschef Hiesinger will den Anteil der Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfte ausbauen. Bild: Thyssenkrupp

Insgesamt sei das Geschäftsjahr für Thyssenkrupp stark durch den hohen Import- und Preisdruck in den Werkstoffgeschäften geprägt, meldet der Konzern in einer aktuellen Pressemeldung. Insbesondere in Europa habe die Erholung der Preise später eingesetzt und das von einem niedrigeren Niveau als ursprünglich erwartet. Diese Auswirkungen haben die Fortschritte in den Industriegüter-Geschäften überlagert und waren auch der Grund für die Anpassung der Prognose zum Halbjahr. „Die großen Schwankungen auf den Werkstoffmärkten zeigen, dass wir die Transformation zu einem starken Industriekonzern fortsetzen müssen. Die Strategische Weiterentwicklung ist unser Plan für den Umbau und die passende Antwort auf die zunehmend volatile Welt“, sagte Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandschef von Thyssenkrupp. Hiesinger will den Anteil der Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfte ausbauen und die Forschungsausgaben weiter steigern – seit 2011 hat das Unternehmen mehr als 3,5 Mrd. Euro in F&E investiert.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr lagen Auftragseingang und Umsatz des Konzerns mit 9 bzw. 8 Prozent unter den Vorjahreswerten. Hauptgrund dafür war der hohe Import- und Preisdruck bei den Werkstoffgeschäften insbesondere in der 1. Hälfte des Geschäftsjahres. Der Geschäftsbereich Industrial Solutions verzeichnete eine schwächere Marktentwicklung unter anderem bei Chemieanlagen und in der Bergbauindustrie sowie aufgrund fehlender Großaufträge im Schiffsbau. Stabilisierend wirkte die Entwicklung bei Components Technology und Elevator Technology, deren Auftragseingang und Umsatz auf oder über dem Vorjahresniveau lagen.

Der Konzern hat sich ein Effizienzsteigerungsprogramm verordnet, mit das sich im vergangenen Geschäftsjahr mit knapp 1 Mrd. Euro im Ergebnis ausgewirkt hat. Für das laufende Geschäftsjahr 2016/2017 ist das Unternehmen vorsichtig optimistisch. Das Bereinigte Ebit soll auf rund 1,7 Mrd. Euro steigen. Beim Jahresüberschuss prognostiziert das Unternehmen eine deutliche Verbesserung.

(as)

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