Konzernumbau

Thyssenkrupp streicht bis zu 1.500 Stellen

01.09.2017 Thyssenkrupp treibt seinen Konzernumbau zu mehr Wettbewerbsfähigkeit rigoros voran: Im Rahmen des 2016 begonnenen Programms sollen in den kommenden drei Jahren bis zu 1.500 weitere Arbeitspläte wegfallen, zusätzlich zu den bereits angekündigten 500 zu streichenden Stellen.

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Anlagenbauer Thyssenkrupp gewinnt Großauftrag in Algerien

Thyssenkrupp Industrial Solutions kürzt bis zu 1.500 weitere Stellen, zwei Drittel davon in Deutschland. (Bild: Thyssenkrupp)

Betroffen ist der Geschäftsbereich Industrial Solutions, etwa zwei Drittel der Stellenkürzungen sollen in Deutschland stattfinden. Ziel des Umbaus ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Geschäftsbereichs für Großanlagenbau und-planung sowie Schiffbau nachhaltig zu steigern. Zu diesem Zweck will Thyssenkrupp strukturelle Kosten senken und Überkapazitäten reduzieren.

Fluktuation im Auftragseingang – überdimensionierte Strukturen

„Unser Marktumfeld verändert sich ständig“, sagt Dr. Peter Feldhaus, CEO von Industrial Solutions. „Es gibt viele Gelegenheiten, aber der Wettbewerbsdruck ist enorm. Um sicherzustellen, dass Industrial Solutions langfristig im Markt mithalten kann, brauchen wir ein effizienteres und effektiveres set-up.“ Zwar hätte der geringe Auftragseingang sich aus seinem Tiefstand erholt, die vorhandenen Unternehmensstrukturen seien aber noch immer überdimensioniert, gemessen an vorhandenen Aufträgen und mittelfristigem Bedarf. „Wir müssen flexibler auf Fluktuationen im Auftragseingang reagieren können.“

Bereits im Juli 2017 hatte Thyssenkrupp angekündigt, 500 Stellen im Verwaltungsbereich abzubauen, davon 300 in Deutschland. Die IG Metall fürchtete außerdem schon im April einen massiven Stellenabbau in der Stahlsparte. Die jetzt angekündigten Sparmaßnahmen betreffen auch den operativen Bereich. Über die nächsten drei Jahre soll der Unternehmensbereich so jährlich bis 200 Mio. Euro einsparen. Kurzfristig konzentrieren sich die Maßnahmen vor allem auf den Anlagen- und Schiffbau. Diese Bereiche seien besonders von niedriger Nachfrage betroffen, so das Unternehmen.

„Wir müssen unsere Kosten nachhaltig senken, um wieder international wettbewerbsfähig zu sein“, so Feldhaus. „Der laufende Transformationsprozess wird uns schneller, flexibler und effizienter in unseren zukünftigen Märkten machen, so dass wir die steigenden Ansprüche unsere Kunden besser bedienen können. Wir werden außerdem unser Dienstleistungsgeschäft ausbauen. Dies wird es uns ermöglichen, langfristig stabilere Einnahmen zu erzielen, um unsere Gewinn- und Wachstumsziele zu erreichen.

Der Vorstand von Thyssenkrupp Industrial Solutions hat seine Pläne den verantwortlichen Arbeitnehmervertretern vorgestellt. Der nächste Schritt sei nun zu erwägen, wie sich „der Abbau der Arbeitskräfte auf sozial verantwortungsvolle Weise“ am besten vollziehen ließe.

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