Trinkwasser umweltschonend desinfizieren

07.07.2010 Das Wasserwerk Echthausen hat fünf UV-Desinfektionsanlagen in Betrieb genommen. Damit kann der Trinkwasserversorger den Chemikalieneinsatz deutlich reduzieren. Gleichzeitig lassen sich Mikroorganismen eliminieren, die durch andere Desinfektionsverfahren nicht immer ausreichend bekämpft werden können.

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Trinkwasser umweltschonend desinfizieren

UV-Desinfektionsanlagen im Wasserwerk Echthausen. Bild: Siemens

Die UV-Anlagen sind Teil eines umfassenden Investitionsvorhabens der Wasserwerke Westfalen zur weiteren Verbesserung der Trinkwasserqualität. Um künftigen Herausforderungen an die Trinkwasserqualität zu begegnen, sollen alle Wasserwerke in den nächsten Jahren zusätzliche Aufbereitungsschritte erhalten, wobei überwiegend physikalische Verfahren zum Einsatz kommen werden, so Ingo Becker, Geschäftsführer der Wasserwerke Westfalen. Dabei werden rund 20 Millionen Euro pro Standort investiert.

In Echthausen wurden fünf UV-Anlagen Barrier M 3800 von Siemens installiert. Sie ersetzen die bisher verwendete Chlordioxidstufe und schließen die Wasseraufbereitung ab. Siemens-Projektleiter Rob van Esch erklärte: „Gerade gegen sporenbildende Mikroorganismen, die sich abkapseln können, sind UV-Strahlen oft wirksamer als andere Desinfektionsverfahren.“ Darüber hinaus bleibt der Geschmack des Trinkwassers unverändert und der betriebliche Umgang mit Chemikalien wird vermieden.

Die Anlagen werden parallel betrieben und im Mittel mit 2.200, maximal mit 4.000 Kubikmetern Wasser pro Stunde beschickt. Jede Anlage lässt sich einzeln und bedarfsgerecht steuern: Die Bestrahlungsstärke kann mittels stufenloser Leistungsregelung punktgenau dosiert werden. Elektronische Vorschaltgeräte sorgen für eine hohe Effizienz. Damit wird eine maximale Desinfektionssicherheit bei gleichzeitig energiesparendem Betrieb erreicht.

Für die Steuerung der Anlagen wird das Prozessleitsystem Simatic PCS7 genutzt. Damit kann die UV-Desinfektionsstufe nahtlos in das ebenfalls auf PCS7 basierende leittechnische Gesamtkonzept der Wasserwerke Westfalen integriert werden. Die Anbindung der Peripherie geschieht mittels ET200-Signalbaugruppen, außerdem werden über Profibus gekoppelte Armaturen eingebunden. Die Bedienung der UV-Anlagen kann wahlweise vor Ort, über das HMI-System WinCC vom Werksleitstand in Echthausen oder vom zentralen Leitstand in Hengsen erfolgen.

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