Lichtblicke und Schattenspiele

VCI-Ausblick auf die Chemiekonjunktur 2016

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19.02.2016 2016 könnte für die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie ein gutes Jahr werden: Die Wirtschaft wächst, und das Wachstum dürfte sich sogar leicht beschleunigen – schätzt der Chemieverband VCI. Der Verband rechnet mit einem Produktionszuwachs von 1,5 Prozent und einem Anstieg des Umsatzes auf rund 194 Mrd. Euro.

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Entscheider-Facts


Für Branchen-Beobachter

  • Der Verband rechnet mit einem Produktionszuwachs von 1,5 Prozent und einem Anstieg des Umsatzes auf rund 194 Mrd. Euro.
  • Die Produktion der chemisch-pharmazeutischen Industrie konnte 2015 zwar zulegen, aber der Umsatz stagnierte wegen der erneut sinkenden Herstellerpreise.
  • In Sachanlagen investierte die Chemie im Inland mit 7,2 Mrd. Euro (+1,0 %) kaum mehr als im Vorjahr. Die Auslandsinvestitionen der Unternehmen erreichten mit 8,6 Mrd. Euro (+2,0 %) dagegen einen neuen Rekord.

Diese Einschätzung stützt sich darauf, dass die Produktion der Industrie in Deutschland ebenso zulegen dürfte wie die Tätigkeit der Bauwirtschaft. Auch für den Export sind die Aussichten optimistisch: Die globale Industrieproduktion wird 2016 voraussichtlich um mehr als zwei Prozent zulegen. Daher ist zu erwarten, dass die Nachfrage nach Chemikalien im In- und Ausland steigt. Und auch die wenig konjunkturabhängige Pharmaproduktion dürfte 2016 weiter wachsen.

Die Bilanz des Vorjahres birgt allerdings Licht und Schatten: Die Produktion der chemisch-pharmazeutischen Industrie konnte 2015 zwar zulegen, aber der Umsatz stagnierte wegen der erneut sinkenden Herstellerpreise. Während die Exporte nach Übersee insbesondere durch die Abwertung des Euros im Vergleich zum Dollar deutlich zulegten, blieb die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen im Inland schwach. Insgesamt stieg die Produktion 2015 um 1 Prozent.

 „Für ein besseres Ergebnis fehlten durchgreifende Impulse von der Weltwirtschaft“, sagte Marijn Dekkers, Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI). Zu den Aussichten für das kommende Jahr sagte Dekkers: „Alles in allem spricht vieles für eine leichte Belebung des Chemiegeschäftes mit Kunden im In- und Ausland.“ Wegen der wirtschaftlichen Stabilisierung im Heimatmarkt Europa, des robusten Aufwärtstrends in den USA und der anhaltenden Nachfrage in Asien erwartet der VCI auch 2016 einen Anstieg der Chemieproduktion in Deutschland. Diese Tendenz gelte aber, so Dekkers, nicht für alle Geschäftszweige: „In der Basischemie mildert zwar das günstige Öl den Nachteil der Produktionskosten gegenüber den USA oder dem Nahen Osten ab. Dennoch haben die Unternehmen mit zunehmendem Importdruck und Problemen der Wettbewerbsfähigkeit zu kämpfen.“ Für das kommende Jahr geht der VCI von einem Zuwachs der Chemie-Produktion um 1,5 Prozent aus. Der Gesamtumsatz sollte bei gleichbleibendem Preisniveau ebenfalls um 1,5 Prozent auf 193,6 Mrd. Euro steigen, wozu vor allem das Auslandsgeschäft beiträgt.

Daten und Fakten zur Jahresbilanz 2015 der deutschen Chemie
Umsatz 2015: Bei rückläufigen Preisen von minus 2,5 Prozent lag der Gesamtumsatz in der chemisch-pharmazeutischen Industrie trotz leicht gestiegener Produktionsmenge auf dem Niveau des Vorjahrs bei 190,8 Mrd. Euro. Im Inland sank der Umsatz wegen des Preiseffektes um 1,5 Prozent auf 74,6 Mrd. Euro. Der Auslandsumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1 Prozent auf 116,2 Mrd. Euro. Während die Verkäufe nach Westeuropa (EU15) um 1,5 Prozent sanken, beflügelte die Abwertung des Euro zum Dollar die Ausfuhren nach Übersee.

Die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche stieg gegenüber 2014 um 0,5 Prozent auf aktuell 447.000 Mitarbeiter. Der Jobaufbau kam in der zweiten Jahreshälfte zum Erliegen.

Heftausgabe: Januar/Februar 2016
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Über den Autor

Armin Scheuermann, Redaktion
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