VCI Lagebericht zur Chemiekonjunktur

Auslastung der deutschen Chemie erreicht Spitzenwert

10.05.2017 Die Chemieproduktion brummt: Die Produktion ist im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 2,1 % gestiegen, die Kapazitätsauslastung der Anlagen erreichte einen Spitzenwert - stellt der Chemieverband VCI in seinem aktuellen Lagebericht fest.

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Indikatoren zur deutschen Chemie im ersten Quartal 2017 – Bild/Daten: VCI, Destatis

Laut VCI konnte die deutsche Chemie und Pharmaindustrie in Deutschland ein erfreuliches erstes Quartal 2017 verbuchen. Die Produktion steigerte sich demnach in beiden Segmenten, die Kapazitätsauslastung der Anlagen erreichte einen Spitzenwert. Durch die größere Produktionsmenge und den anhaltenden Aufwärtstrend der Erzeugerpreise legte der Branchenumsatz deutlich zu. Im Inland beförderten die robuste Industrienachfrage und eine starke Bautätigkeit das Chemiegeschäft. Im Ausland stieg der Bedarf an Chemikalien weiter. Nicht nur in Europa, dem größten Auslandsmarkt der Branche, orderten die Kunden mehr Chemieprodukte. Auch die Verkäufe nach Asien und Nordamerika blieben im ersten Quartal auf Wachstumskurs.

VCI-Präsident Kurt Bock sagte zur wirtschaftlichen Lage der Chemie- und Pharma-Industrie: „Die Stimmung in der Branche ist gut. Aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Nach dem erfreulichen Auftakt bleibt abzuwarten, ob die positive Entwicklung in der Chemie anhält. Viele konjunkturelle Unwägbarkeiten und politische Risiken können den Aufschwung dämpfen.“

Produktion soll um 1 % zulegen, Umsatz um 3,5 %

Kapazitätsauslastung in der deutschen Chemie

Die Kapazitätsauslastung in der deutschen Chemie und Pharmaindustrie hat im ersten Quartal einen neuen Spitzenwert erreicht. Bild/Daten: ifo Institut, VCI

Der VCI rechnet nun damit, dass die Chemieproduktion 2017 um 1 Prozent zulegt. In Kombination mit einem Anstieg der Chemikalienpreise um 2,5 Prozent verbessert sich der Branchenumsatz um 3,5 Prozent auf 191,2 Milliarden Euro. Die deutsche Chemieproduktion erhöhte sich in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Vergleich zum starken ersten Quartal 2016 verbesserte sich die Produktion um 1,1 Prozent. Die Kapazitätsauslastung der Branche stieg auf 87,7 Prozent.

Die Preise für Chemieprodukte haben ihren Aufwärtstrend im ersten Quartal 2017 beschleunigt. Chemikalien waren 2,2 Prozent teurer als im Vorquartal. Erstmals seit vier Jahren lagen die Erzeugerpreise auch im Zwölf-Monatsvergleich über dem Vorjahreswert (+2,8 Prozent). Gegenüber dem Vorquartal verbesserten sich die Branchenerlöse um 3,5 Prozent auf 47 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr betrug der Anstieg 3,8 Prozent. Sowohl das Inlands- als auch das Auslandsgeschäft entwickelten sich positiv.

Beschäftigung steigt leicht

Die Zahl der Arbeitsplätze in der Chemie ist im ersten Quartal 2017 gestiegen. Die Branche beschäftigt derzeit 449.300 Mitarbeiter. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Beschäftigung damit um 0,5 Prozent. (as)

Dr. Kurt Bock

VCI-Präsident Kurt Bock: „Die Stimmung in der Branche ist gut. Aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Viele konjunkturelle Unwägbarkeiten und politische Risiken können den Aufschwung dämpfen.“ (Bild: BASF)

Einen aktuellen CT-Bericht zur Chemiekonjunktur in Deutschland und Europa finden Sie hier.

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