VCI: Chemie-Umsatz im 1. Halbjahr um zwei Prozent gestiegen

10.07.2014 Der Verband der Chemischen Industrie (VCI), Frankfurt, meldet für das erste Halbjahr 2014 einen Umsatzzuwachs der Branche um 2 % auf 98 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum, obwohl die Chemiepreise um 2 % geringer waren. Grund dafür sind die um 3 % gestiegenen Produktionsmengen, die zu einer Anlagenauslastung von 85 % führten.

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Die chemische Industrie verspürt Aufwind. In der ersten Hälfte des Jahres 2014 zog vor allem das Inlandsgeschäft mit Industriekunden mit einem Zuwachs von 3,5 % auf 40 Mrd. Euro kräftig an. Dagegen erhöhte sich der Auslandsumsatz nur um 1 % auf insgesamt 58 Mrd. Euro zu. Durch die gute Industriekonjunktur stiegen auch die Chemie-Importe in Deutschland um 4 %.

Die Beschäftigung in der Branche ist weiter gestiegen, um 0,5 % auf aktuell 440.000 Mitarbeiter. Für das Gesamtjahr 2014 geht der Chemieverband unverändert von einem Zuwachs der Chemie-Produktion um 2 % aus. Bei nur noch leicht sinkenden Preisen (-0,5 %) erwartet er ein Umsatzplus von 1,5 % auf rund 193 Mrd. Euro.

„Die Stimmung in der Branche ist gut. Die Auftragsbücher füllen sich durch die wachsende Nachfrage im Inland. In unserem Heimatmarkt EU laufen die Geschäfte ebenfalls besser. Unsere Unternehmen sind zuversichtlich, dass diese Entwicklung auch in der zweiten Jahreshälfte anhält“, bewertete VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley die wirtschaftliche Lage in Deutschlands drittgrößtem Industriezweig. Die Nachfrage aus den USA und Osteuropa geben Rückenwind für die Erholung der Chemiekonjunktur. Dagegen kommen aus Asien und Südamerika kaum Wachstumsimpulse für die Branche.

Freihandelsabkommen mit den USA ist eine Chance
Nach Berechnungen des VCI würde die chemische Industrie in Deutschland eindeutig vom Freihandelsabkommen (TTIP) mit den USA profitieren. Die deutsche Chemie exportiert vor allem Spezialitäten und Pharmazeutika in den stark wachsenden US-Markt. Umgekehrt gehen US-Chemieexporte und der der amerikanische Schiefergas-Boom vor allem in energieintensive Basis-Chemikalien, die kaum nach Deutschland exportiert werden.

Mögliche Effekte des Freihandelshandelsabkommens auf die deutsche Chemiebranche könnten sein: 2.000 neue Arbeitsplätze, ein Produktionsplus von 2 Mrd. Euro und eine zusätzliche Wertschöpfung von 600 Mio. Euro. „Von der höheren Wertschöpfung entfallen erfahrungsgemäß 70 Prozent auf neue Arbeitsplätze und Entgelte sowie 30 Prozent auf höhere Gewinne der Unternehmen. Damit käme der größte Teil bei den Mitarbeitern an“, sagte der VCI-Präsident.

Impulse erwartet die Chemieindustrie von drei Effekten: Zollabbau, Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse und gesamtwirtschaftliche Belebung. So zahlten die deutschen Chemieunternehmen im Jahr 2010 Zölle in Höhe von 140 Mio. Euro an die USA – allerdings sind die Zölle im Handel mit den USA bereits gering.

Die weitaus größere Perspektive sieht der Verband in den sogenannten nichttarifären Handelshemmnissen, bei dem das mögliche Einsparpotenzial laut einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstitutes Ecorys bis zu zehn Mal höher sein soll als bei den Zöllen. Dabei geht es um die Harmonisierung von Regeln, die gegenseitige Anerkennung von Standards und die Möglichkeiten, Doppelarbeiten zu vermeiden.

Weblink zum Thema
Auf der Internetseite des VCI oder direkt hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema: die Rede des VCI-Präsidenten Karl-Ludwig Kley, die Chemie-Kennzahlen (Produktion, Erzeugerpreise, Umsatz, Beschäftigte, Kapazitätsauslastung für das erste Halbjahr 2014) und die VCI-Prognose für das Gesamtjahr 2014 sowie mehrere Grafiken zur Verdeutlichung der zahlenmäßigen wirtschaftlichen Entwicklungen.

(dw)

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